Fußball

Nicht gut angestellt: Der Selbstfaller von Klagenfurt

Vier Tage auf den ersten Sieg gegen Norwegen seit 41 Jahren zum geglückten Start in die Nations League folgt der Tiefschlag. Mit Österreichs erster Niederlage gegen Rumänien seit 34 Jahren. Das 2:3 (1:1) von Klagenfurt bedeutete einen unnötigen Selbstfaller einer an zwei Positionen umgestellten Mannschaft, die dadurch nicht wie erhofft frischer wurde, sondern ganz im Gegenteil nie so dominant wirkte wie vier Tage zuvor in Oslo, so viel Druck aufbauen konnten, auch nicht wirklich  zwingend agierte. „Wir hätten uns besser anstellen müssen“, gestand Kapitän Julian Baumgartlinger. Dem ist nichts hinzuzufügen. Somit ist Österreich vor den Auswärtsspielen im Oktober gegen Nordirland in Belfast und Rumänien in Bukarest nicht Tabellenführer, sondern nur in der Verfolgerposition hinter Rumänien und Norwegen, das in Belfast mit je zwei Toren von Ex-Salzburg-Torjäger Erling Halland und Alexander Sörloth, dem Schützenkönig der türkischen Liga,  5:1 (3:1) gewann. Für Oktober gibt´s bei Österreich  noch personelle Reserven wie David Alaba und Konrad Laimer. Marko Arnautovic wird wegen der Corona-Situation wohl wieder nicht aus China kommen können Valentino Lazaro bis dahin wohl noch nicht fit sein.

Martin Hinteregger gab grünes Licht fürs einen Einsatz am 28. Geburtstag, aber der Kärntner Lokalmatador wirkte im Abwehrzentrum doch irgendwie verhalten, nicht so aggressiv wie gewohnt.  Die Umstellungen betrafen das zentrale Mittelfeld vor der Abwehr. Baumgartlinger und Florian Grillitsch statt Stefan Ilsanker und Xaver Schlager. Der wechselte nach vorne in die Nummer 10-Position, die Marcel Sabitzer räumen musste und an die rechte Flanke übersiedelte. Auf der er viel weniger ins Spiel kam wie  in Oslo, nicht dem Spiel seinen Stempel ausdrücken konnte. Das war sicher mit ein Grund, warum es nicht so lief wie  am letzten Freitag. „Uns haben in allen Bereichen ein paar Prozent gefehlt“, gestand der enttäuschte Teamchef Franco Foda (Bild oben) nachher, „aber wir haben nicht den Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu müssen“. Das 2:3 war dennoch ein Selbstfaller.

Weil gegen das gegenüber dem 1:1 gegen Nordirland an  fünf Positionen veränderte rumänische Taem, in dem Jungstar Adrian Hagi fehlte, England-Legionäre George Puscas erst als Joker kam, zu Beginn jeder  Hälfte die Konzentration fehlte. So kamen die Rumänen nach drei Minuten zur Führung und nach 51 Minuten zur 2:1-Führung nach einem Freistoss, der eigentlich keiner war. Das 1:3 ging allein auf das Konto von Stefan Posch mit einem völlig verunglückten Rückpass. Da verhinderten die zwei Treffer nicht den unerwarteten Rückschlag mitten in der Aufbruchstimmung  nach dem Startsieg: Christoph Baumgartner sorgte mit seinem ersten Tor für Österreich in seinem zweiten Länderspiel für das 1:1 nach 17 Minuten und ermöglichte mit einer perfekten Flanke auf den für Baumgartlinger eingewechselten Karim Onisiwo dem Mainz-Legionär seinen ersten Treffer im Teamdress. Im Finish hatte Österreich mit Adrian Grbic und Neuling Christoph Monschein zwei neue Stürmer am Rasen, hätte auch Grbic in der Nachspielzeit zu seinem ersten Tor kommen können. Aber  es war schwer, den Pass  von Stefan Lainer direkt zu verwerten, wie es Grbic versuchte. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. „Wir hätten uns ein Unentschieden sicher verdient“, resümierte Foda. Aber schafften es aus eigener Schuld nicht. Auch wenn Geburtstagskind Hinteregger behauptete: „Wir waren die bessere Mannschaft!“ Aber dann darf man nicht drei solche Tore kassieren. Die bekam Österreich unter Foda zuletzt am 10. Juni 2018 gegen Brasilien beim 0:3 im Wiener Happel-Stadion, Eines mehr nur am 24. März 2019 gegen Israel in Haifa beim 2:4.

Die Israelis verpassten Montag ihren ersten Sieg unter ihrem neuen österreichischen Teamchef Willi Ruttensteiner, kamen wie in Glasgow gegen Schottland auch gegen die Slowakei in Nethanya zu einem 1:1 (0:1). Die Niederlage verhinderte der von Ruttensteiner eingewechselte Mittelfeldspieler Ilay Emkies aus Hoffenheims zweiter Mannschaft in der Nachspielzeit. Danach traf Eran Zahavi nur die Stange. In der Israel-Gruppe führt Schottland nach dem glücklichen 2:1 gegen Tschechiens Notelf in Olmütz.

Foto: ÖFB.

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