Fußball

Normal überholt erstmals in dieser Saison die Austria den Erzrivalen Rapid

Wie verkrafteten Sturm Graz und Austria ihre Pleiten in der Europa und Conference League? Das wird sich drei Tage später in der Bundesliga zeigen. Beide haben Heimvorteil. Sturm muss gegen Aufsteiger Austria Lustenau, der bisher alle Erwartungen übertraf, mit Jakob Jantscher, Emanuel Emegha, dessen in Rotterdam erlittene Schulterverletzung nicht operiert werden muss, und Albian Ajeti drei Stürmer vorgeben, hat an vorderster Front daher einen „Engpass“. Austrias Trainer Manfred Schmid könnte theoretisch gegen den Vorletzten Ried Neuzugang Nikola Dovedan einsetzen. Aber da stellt sich die Frage, ob das nach nur zwei gemeinsamen Trainings schon einen Sinn macht. Sicher ein großer Anreiz für Violett: Nach neun Runden könnte man trotz der sechs Minuspunkte zum Start erstmals vor dem Erzrivalen Rapid liegen. Mit einem Sieg und wenn Rapid bei Meister Red Bull Salzburg nicht gewinnt. Der letzte Sieg von Grün-Weiß in Salzburg liegt schon sieben Jahre zurück (2:1 am 1. August 2015), seit damals gelang nur ein Unentschieden. Beim 2:2 am 10. September 2017 mit Goran Djuricin als Trainer spielte Rapid nach Rot für Mario Pavelic ab der 16. Minute mit zehn Mann, verhinderte Munas Dabbur erst in der 92. Minuten einen Rapid-Sieg. Damals im Einsatz: Max Hofmann, der Sonntag sein Comeback feiern könnte.

Die aktuelle Realität heißt: Salzburg blieb in den letzten zwölf Duellen gegen Rapid ungeschlagen (elf Siege, ein Unentschieden), sind seit 30 Bundesliga-Heimspielen unbesiegt. Da müsste sich Grün-Weiß im Vergleich zu den letzten Leistungen um Lichtjahre steigern, um diese Serie zu beenden. Beim letzten Sieg in Salzburg hieß der Trainer Zoran Barisic. Die Stimmen, dass der Sport-Geschäftsführer auf die Trainerbank zurückkehren und dort den von ihm engagierten Ferdinand Feldhofer ersetzen soll, mehrten sich wegen des schlechten Saisonverlaufs immer mehr. Er macht aber weiterhin Feldhofer die Mauer. Bemühte sogar Erinnerungen an die letzten Trainer, unter denen Raid Meister wurde. An Josef Hickersberger und Peter Pacult. Auch in ihrer Zeit habe es Phasen gegeben, in denen die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber die damalige Führung um Präsident Rudi Edlinger habe die Ruhe bewahrt und damit die richtige Entscheidung getroffen.

Ob sich das wiederholen kann? Durch die Samstag-Siege von Wolfsberg, WSG Tirol und Austria Klagenfurt liegt Rapid nur noch auf Rang acht. Barisic hat die Hoffnung, gemeinsam die Kurve zu kratzen, noch nicht aufgegeben. Will von den Spielern am Sonntag sehen, dass sie die Zweikämpfe annehmen, den Respekt ablegen und ein unangenehmer Gegner sind. Das sind keine großen Ansprüche, auch das kann mit einer Niederlage enden. Die bisher drei in Feldhofers Ära gegen Salzburg fielen  immer knapp, nur mit einem Tor Differenz aus. Aber Niederlage bleibt Niederlage. Passiert Sonntag die achte hintereinander gegen die Bullen, dann kann Rapid sicher nicht darauf aufbauen. Samstag gelang ein kleiner Befreiungsschlag, allerdings in der zweiten Liga.  Rapid II gelang mit 3:0 gegen den GAK der erste Saisonsieg, der zweite in den letzten 20 Spielen. Die Führung erzielte mit Moritz Oswald einer, der schon Bundesligaerfahrung hat.

Salzburg ist nach dem 1:1 bei Chelsea in Hochstimmung: „Wir werden eine Mannschaft haben, die frisch genug ist, um Rapid zu schlagen“, prophezeite Trainer Matthias Jaissle. Donnerstag wären die „Helden von der Stamford Bridge“ nach ihrem Kraftakt sowohl körperlich als auch mental richtig platt gewesen, aber das sei normal und ist vorbei. Dass Rapid ohne Europacupeinsatz frischere Beine haben wird, liegt auf der Hand, gibt Jaissle nicht zu denken: „Wir machen es aktuell einfach richtig gut und haben eine Entwicklung genommen, die sehr zufrieden stellt!“ Wann wird man bei Rapid ähnliches sagen können? Auf den verletzten Fernando und den gesperrten Junior Adamu muss Salzburg verzichten. Max Wöber (Bild oben) wird gegen seinen Ex-Klub, dem er mit seinen Transfers zu Ajax Amsterdam und Sevilla fast zehn Millionen Euro brachte, sein Comeback feiern.

Foto: Red Bull Salzburg.

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