Fußball

Gehaltsverzicht bei LASK und Rapid: Was darf man von Fußballern derzeit verlangen?

LASK-Präsident Siegmund Gruber brach dieser schweren Tage eine Lanze für die Spieler in der österreichischen Bundesliga. Man könne nicht von ihnen eine Opferbereitschaft in ähnlichen Dimensionen wie in Deutschland verlangen, weil da ganz andere Summen im Spiel sind. Da lag er völlig richtig. Es bringt auch nichts, von österreichischen Spitzenklubs  eine ähnliche Solidarakton wie die der vier deutschen Teilnehmer an der laufenden Champions League einzufordern. Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen einigten sich darauf, zusammen auf 12,5 Millonen Euro der ihnen zustehenden TV-Gelder zu verzichten, sie in einen Solidartopf der Liga zu überweisen. Detto 7,5 Millionen aus eigenen Mitteln. Macht zusammen 20 Millionen Euro.  Welche Vereine  durch das Corona-Chaos dringend Gelder aus diesem Topf benötigen, das entscheidet das Präsidium der DFL unter Präsident Christian Seifert. Eine Superaktion. Aber in Österreich weder Red Bull Salzburg, LASK oder Wolfsburg als Teilnehmern an Champions und Europa League auch nur in abgespeckter Form zuzumuten. Alle zwölf Klubs der Bundesliga bekommen zusammen 30 Millionen Euro an TV-Geldern. Nur zehn mehr, als die vier deutschen Spitzenvereine im Zeichen der Solidarität gemeinsam locker machten.

Die Solidarität muss in diesen Zeiten alternativlos sein. Sturm Graz und Austria zeigten sie letzte Woche mit dem Umstellen auf Kurzarbeit. Bei Sturm akzeptierten lle das von der Geschäftsführung ausgearbeitete Corona-Kurzzeitmodell. Bei Violett waren dazu 150 Einzelvereinbarungen nötig, ein nicht zu unterschätzender Kraftakt. Diese Woche zog die Admira offiziell nach. Mittwoch verzichteten die Spieler von Hartberg als erste auf 20 Prozent ihrer Nettogehälter, setzten damit nach Meinung von vielen noch einen drauf. Am Donnerstag zog  auch Österreichs populärster Klub nach, da es bis auf weitere keine vollen Tribünen bei Rapids Heimspielen im Allianz-Stadion (Bild oben) und damit keine Einnahmen geben wird.  Die Geschäftsführer Christoph Peschek und Zoran Barisic, das Trainerteam um Didi Kühbauer, Manfred Nastl, Thomas Hickersberger, Jürgen Macho und Alexander Steinbichler sowie die Spieler verzichten auf wesentliche Teile ihrer Gehälter. Konkreter wurde die grün-weiße Aussendung über den Notbetrieb im Hause Rapid nicht. Ist auch egal. Hauptsache, es passiert etwas im Zeichen der Solidarität. Und da bleibt es im Endeffekt zweitrangig, in welcher Reihenfolge die Klubs damit an der Rehe waren. Gruber dankte Donnerstag Nachmittag den Trainern und Spielern des LASK für ihren Beitrag gegen Corona, der Gehaltsverzicht heißt. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle stellten bis auf weiteres ihre Tätigkeiten für den Tabellenführer ein und sich in den Dienst des Roten Kreuz, werden weiter vom LASK bezahlt.

Die Ligazentrale arbeitet inzwischen auf vollen Touren an allen möglichen Varianten, wie es ab Mai oder Juni weiter gehen könnte, wie man Klubs, die mit der Liquidität Schwierigkeiten haben, helfen könnte.  Und wird sich, wie Vorstand Christian Ebenbauer versicherte, damit nicht bis nach Ostern Zeit lassen, wie es ursprünglich angedacht war.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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