Fußball

Nur noch acht Spiele bis Baku: Eigentlich ist Hartberg wichtiger als Inter ohne Icardi

Restlos ausverkauft Donnerstag Abend im Hütteldorfer Allianz-Stadion. In der Europa League gegen Inter Mailand, das ist ja wie ein Feiertag in Grün-Weiß, mit dem man nicht unbedingt rechnen durfte, der Einnahmen in höherem sechsstelligen Bereich bringt. Volle Ränge bei Rapid. Für wie lange zum letzten Mal? Mit dem Aufstieg gegen die Mailänder ist ja nicht zu rechnen, die Außenseiterquoten bei tipp 3 (siehe unten) bewegen sich durchaus in realistischem Rahmen. So gesehen ist das nächste Spiel, das nur drei Tage nach dem Inter-Feiertag folgen wird, für  Rapid das wichtigere. Das gegen Hartberg vor vermutlich nicht viel mehr als 10.000 Zuschauern im Viertelfinale des Uniqa-Cups. Niemand kann so dumm sein, darauf zu hoffen, sich über die Europa League wieder für einen internationalen Bewerb zu qualifizieren. Auch wenn Edelfan Jürgen Hartmann, der mit seinem Transparent wonach Rapid der Sinn des Lebens ist, natürlich die Devise ausgibt: „Nur noch acht Spiele bis Baku“. Bis zum Finale. Über die nationale Schiene ist die Chance, dass nächste Saison in Hütteldorf wieder Europacup zu sehen ist, die viel, viel größere. Dazu fehlen nämlich nur noch drei Siege.

Gegen Inter würden die grün-weißen Fans natürlich gerne wieder Jubelszenen zwischen Kapitän Stefan Schwab und Philipp Schobesberger sehen wie beim Auswärtssieg gegen Spartak Moskau im November (Bild oben). Was man in den letzten Tagen so aus der grün-weißen Chefetage hörte, müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen sein.  In dem man mehr als eine halbe Million Euro in Spezialgeräte und Lichtbalken investierte, um den Rasen zu sanieren.  Das sollte gelungen sein. Sportchef Fredy Bickel versicherte, es habe ihm Spaß und Freude gemacht, zu sehen, wie engagierte die Spieler in der Vorbereitung mitgezogen haben. Aus Spielerkreisen war Lob für die im Vergleich zum Sommer neuen Trainingsanreize zu hören, die der zurückgekehrte Fitnesscoach Alexander Steinbichler setzte. Bickel sah es auch positiv, dass der gesamte Kader bis 2020 unter Vertrag steht, beim Rumänen Andrij Ivan auch die Option fixiert sei. Allerdings waren seine Leistungen im Herbst keine Empfehlung, die zu ziehen. Wie überhaupt man schon Mitte März zur Länderspielpause wissen wird, ob es gut oder ungünstig ist, alle über die Saison  gebunden zu haben. Oder ob ein größerer Umbau im Sommer die bessere Lösung wäre, die man dann durch die laufenden Verträge nicht durchziehen kann.

Eine Panne gab Bickel nur in Zusammenhang mit den Turbulenzen um die Stürmersuche zu. Er hätte nach dem Aufstieg in die k.o.-Phase der Europa League nicht publik machen dürfen, unbedingt einen Stürmer kaufen zu wollen. Das hätten einige Berater ausgenützt und lizitiert. Ebenso einige Klubs in Form von Ablöseforderungen von drei Millionen, die für Rapid nicht stemmbar seien. Einwände, dass diese Preise international inzwischen üblich sind, die bedenkliche Entwicklung vor Hütteldorf nicht Halt machen wird, wies Wirtschaftsvorstand Christoph Peschek zurück: „Wir haben noch nie in der Winterübertrittszeit so viel Geld in einen Neukauf investiert wie diesmal.“ Und überhaupt, mit den Millionen, die seit der Stadioneröffnung 2016 in vermeintliche Verstärkungen geflossen sind, müsste mehr herausschauen. Da kann man Peschek nicht widersprechen.

Etwas nachdenklich machte aber doch der Ausblick von Trainer Didi Kühbauer nach Verbesserungspotenzial. Er redete fast nur von der Arbeit gegen den Ball. Die mag gegen Inter in erster Linie gefragt sein, vielleicht auch eineinhalb Wochen später in Hütteldorf gegen Red Bull Salzburg. Aber fehlte nicht Rapid auch ein gerüttelt Maß an Kreativität? Das Inter-Spiel hat andere Voraussetzungen. Da gilt ein 0:0 schon als Erfolg, da ist Kühbauers Marschroute, auf Pressing zu verzichten, weil man Inter nicht damit beunruhigen könne, schon vorne draufzugehen, die richtige. Auch wenn Inters Trainer Luciano Spalletti seinen Kapitän und Torjäger mit Ladehemmung, Mauro Icardi, wegen des laufenden Vertragspokers aus dem Kader strich, mit Innenverteidiger Milan Skriniar und Vizeweltmeister Marcelo Brozovic auf zwei gesperrte Stützen verzichten muss. Laut Spalletti soll sich Icardi  geweigert haben, nach Wien zu fliegen. Neuer Kapitän ist Slowenen-Tormann Samir Handanovic.

Für Rapid geht es vor allem darum, den Mailändern keine Räume für ihr schnelles Umschaltspiel mit dem schnellen Icardi-Ersatz Lautaro Martinez zu geben. Da könnte man vielleicht verstehen, wenn Thomas Murg oder Schobesberger auf der Bank beginnen. Aber ab Sonntag mit dem Match gegen Hartberg gehen die Uhren anders. Dann beginnen die vier Wochen der Wahrheit bis 17.März. Wenn nicht schon früher fest steht, dass Rapid die Aufholjagd unter die ersten sechs und in die Meisterrunde nicht geschafft hat und sich in der Qualifikationsrunde für diese Blamage rehabilitieren muss.

Foto: SPORT BUSINESS MAGAZIN.

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