Fußball

Nur noch Derbysieger Austria kann Meistertitel des LASK verhindern! Rapid total harmlos

Nur die Wiener Austria kann noch den Doublegewinn des LASK verhindern. Wenn nach dem völlig verdienten 2:0 (1:0)-Derbysieg im mit 25.500 Zuschauern ausverkauften Allianz-Stadion über Rapid es kommenden Sonntag auch gelingt, daheim gegen Tabellenführer LASK, der im ausverkauften Linzer Stadion  Red Bull Salzburg durch starke drei Minuten 2:1 (2:9) bezwang, nicht zu verlieren. Ohne Abwehrchef  Aleksandar Dragovic, der beim dritten Derbysieg dieser Saison die fünfte gelbe Karte sah, daher gesperrt ist. Dann könnte noch Sturm Graz nach dem 4:2 (3:1) in Hartberg mit einem Heimsieg über Rapid den Titel zum zweiten Mal hintereinander verteidigen. Das Derby in Hütteldorf verlief ohne die befürchteten Zwischenfälle, die Ordnungskräfte mussten nur vor der Pause eingreifen, als zwei Rapid-Fans aneinandergerieten. Sky-Experte Marc Janko lag aber völlig richtig, als er meinte, es sei nicht gut, dass man extra herausstreichen muss, dass nichts passiert ist. Das sollte selbstverständlich sein.

Die Austria bestätigte sich als sportliche Nummer eins in Wien, holte punktmäßig Salzburg ein. Trainer Christoph Helm lag mit seiner Personalentscheidung, Sanel Saljic von Beginn an zu bringen. Denn er brachte mit seinem ersten Bundesligator per Kopf die Austria schon nach neun Minuten in Führung. Nach einer Flanke von Kapitän Manfred Fischer stand der zweitkleinste Spieler der Austria im Strafraum völlig frei. Alle drei Rapid-Innenverteidiger übersahen ihn. Glück brauchte die Austria nur bei der Attacke von Ranftl, die Rapid-Verteidiger Jannes Horn zum Ausscheiden zwang. Schiedsrichter Julian Weinberger beließ es bei der gelben Karte, über eine rote hätte sich Ranftl nicht beschweren dürfen. Statt Horn kam Nikolaus Wurmbrand, der wieder auf der Bank beginnen musste. Die Position des linken Verteidigers ist aber nicht die richtige für seine Fähigkeiten. Er gehört nach vorne. Mit Ercan Karas fehlte auch Rapids bester Torschütze in der Startelf. Trainer Hoff Thorup begründete dies damit, dass Kara angeschlagen war und während der Woche nur wenig trainieren konnte.

Rapid hatte zwar viel Ballbesitz, aber eine schlechte Raumaufteilung und Organisation, blieb daher harmlos, ohne klare Torchance. Es war Alibifußball, der geboten wurde. Das trifft auf Nossa Dahl, Janis Antiste und auch Romeo Amane zu, Lukas Grgic war alles andere als ein gleichwertiger Ersatz für den gesperrten Kapitän Matthias Seidl. Überdies schoss sich Rapid nach 52 Minuten das zweite Tor selbst. Einen Eckball von Südkoreas Teamverteidiger Taeseok Lee von rechts mit links verlängerte Serge Raux Yao per Kopf ins eigene Tor. Offiziell wird Austrias Innenverteidiger Tin Plavotic als Torschütze geführt. Damit war klar, dass es die bereits elfte Niederlage in dieser Saison geben wird, keinen Sieg in den vier Derbys dieser Saison. Das Einzige, was klappte und auch Klasse hatte, war die Ehrung der erfolgreichen Europacupfinal- und Meistermannschaft von 1996 unter dem mit Sprechchören gefeierten Trainer Ernst Dokupil zur Pause.

Das schreit geradezu nach personellen Veränderungen. Man müsste einmal auch den Sportchef hinterfragen. Denn die Bilanz von Markus Katzer ist sportlich alles andere als erfolgreich: Rang vier in der Saison 22/23 kann man  „entschuldigen“, weil er erst im Jänner den Job übernahm, aber für Platz vier, fünf und derzeit wieder fünf trägt schon er die Verantwortung. Als er sich im Herbst von Trainer Peter Stöger trennte, lag Rapid auf Platz zwei. Jetzt wartet auf Rapid wie letztes Jahr wieder das Play-off um einen Platz in der Qualifikation zur Conference League, die Saison ist verlängert. Die Austria hat Platz vier und damit die Europacup-Qualifikation so gut wie sicher.

 

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