Fußball

Nur Wolfsberg komplett: Wie verkraften Austria, Sturm und Salzburg die Ausfälle?

Übernimmt Wolfsberg nur drei Tage nach der Krönung zum Cupsieger auch die Tabellenführung in der Bundesliga? Der Dritte Wolfsburg gastiert beim Fünften Rapid, der Zweite Sturm Graz beim Sechsten Blau Weiß Linz, ehe Tabellenführer Austria Platz eins beim Vierten Red Bull Salzburg verteidigt. Für Sky Austria, den TV-Partner der Liga gibt es dabei eine technische Premiere, die den Schiedsrichter betrifft, „Referee Audio“ heißt: Markus Hameter bekommt ein eigenes Mikrofon, über das seine Kommunikation mit den Assistenten, dem vierten Offiziellen, dem VAR-Zentrum in Meidling, Spielern und Trainer für die TV-Zuschauer zu hören sein wird. Das könnte interessante Perspektiven eröffnen. Co-Kommentator des Schlagers wird Andreas Herzog sein.

Wolfsberg müsste gewinnen, Austria und Sturm dürften keinen Punkt machen – dann wäre Wolfsberg wirklich Erster, was die Doubleträume befeuern würde, Rapid übrigens Letzter der Meistergruppe. Kann es dazu kommen? Für Wolfsberg spricht, dass der Cupsieger als einzige Mannschaft mit Chancen auf den Meistertitel in stärkster Besetzung beginnen kann, in dieser Saison gegen Rapid ungeschlagen ist, zuletzt auch in Hütteldorf gewonnen hat. Trainer Didi Kühbauer  hat seit der Trennung von Rapid in sieben Partien gegen seinen Ex-Klub nur eine mit dem LASK verloren (durch ein Tor des am Sonntag gesperrten Guido Burgstaller), vier gewonnen. In seiner Trainerzeit in Hütteldorf trainierte er vom aktuellen Rapid-Kader die Torhüter Niklas Hedl (bestreitet gegen den Ex-Trainer sein 100. Spiel in der Bundesliga), und Pau Gartler, Jonas Auer, Moritz Oswald und Ercan Kara. Außer Kühbauer haben bei Wolfsberg noch drei Cupsieger eine grün-weiße Vergangenheit: Tormann Nik Polster, der bereits mit 17 Rapid verließ, Linksverteidiger Max Ullmann und Thierno Ballo, der im Herbst 2021 bei damaligen Rapid-Trainer kaum zum Zug kam. Der hieß Kühbauer.

Austria muss in Salzburg wegen Sperren Reinhold Ranftl (gelb-rot beim 1:0 in Graz) und Maurice Malone (fünf gelbe Karten) vorgeben. Die Position von Ranftl wird Philipp Wiesinger übernehmen, die von Malone vermutlich Routinier Andreas Gruber (33 Tore in 106 Spielen), den zuletzt muskuläre Probleme bremsten. Von Beginn an spielte Gruber (Bild) zuletzt Ende März beim 2 :0 in Linz gegen Blau Weiß zum Auftakt der Meisterrunde, in dieser Saison gehörte er elfmal zur Startelf, in vierzehn Partien wurde der 29 jährige Steirer eingewechselt. Mit einer starken Leistung könnte Gruber Werbung in eigener Sache für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags machen. Die Alternative: Der 18 jährige Youngster Konstantin Aleksa, der schnellste Austria-Spieler.  Salzburg muss außer den Langmietausfällen von Maurits Kjaergaard und Karim Konate auch Nicolas Capaldo, Karim Onisiwo, Moussa Yeo und Innverteidiger Samson Baidoo nach der gelb-roten Karte in Wolfsberg geben. Die Alternativen zu Baidoo? Der belgische Winterkauf Maximiano Caufiez, der bisher alles andere als eine Verstärkung war (je zweimal Startelf und Joker) oder der deutsche U 21-Teamspieler Hendry Blank, der zuletzt in Februar beim enttäuschenden 1:1 gegen WG Tirol 90 Minuten spielte. Salzburgs Trainer Thomas Ltsch kündigte an, „nicht in Ehrfurcht zu erstarren, stellen uns der aktuellen Situation!“ Die auch heißt: In den letzten 21 Spielen gegen Austria ungeschlagen.

Sturm Graz braucht in Linz wegen der Sperren von William Böving und Leon Grgic einen anderen Angriff. Es sieht nach Belmin Beganovic und Amady Camara aus: „Es ist unser Weg, jungen Spiele ihre Chance zu geben. Das wird wieder der Fall ein, ich habe vollstes Vertrauen, dass wir die Ausfälle gut ersetzen können“, behauptete Trainer Jürgen Säumel. Immerhin kann er auf den gegen Austria gesperrt gewesenen Malick Yalcouye zurückgreifen.

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