Vor dreieinhalb Jahren, im März 2022, verspielt Österreich im vorletzten Match der Teamchefära von Franco Foda die letzte Chance auf das WM-Ticket durch ein 1:2 in Cardiff gegen Wales. Real Madrid-Star Gareth Bale zerstörte damals mit einem Doppelpack die rot-weiß-roten Hoffnungen. Vom aktuellen Teamkader spielten damals David Alaba, Nicolas Seiwald, Xaver Schlager, Konrad Laimer, Marccel Sabitzer, Christoph Baumgartner, Marko Arnautovic und sieben Minuten lang Michael Gregoritsch, der Österreich Dienstag gegen Bosnien zur WM 2026 schoss. Die Bosnier, deren Teamchef Sergej Barbarez bei aller Enttäuschung schon eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff im Happel-Stadion behauptete, sein Team seit gut genug, um über das Play-off zur WM zu kommen, bekamen dafür Donnerstag in der FIFA-Zentrale Zürich sozusagen das Österreich-Los: Das Team um Kapitän Edin Dzeko, den Ex-Austrianer Haris Tabakovic, Salzburg-Jungstar Kerim Alajbegovic und den Sturm Graz-Verteidigern Arjen Malic und Emir Karic muss im Semifinale nach Cardiff. Bei einem Sieg würden die Bosnier im Finale auf den Sieger aus Italien gegen Nordirland treffen, wobei die Italiener das Heimrecht hätten.
Foda, jetzt mit dem Kosovo im Play-off, muss mit seinem neuen Team im März 2026 zunächst in die Slowakei. Auch nicht einfach, schließlich verlor Deutschland vor drei Monaten in Bratislava 0:2. Bei einem Sieg würde der Kosovo auf den Sieger aus Türkei – Rumänien um die WM-Teilnahme treffen. Die Türken hätten das Heimrecht, wenn sie die einzige Mannschaft, die Österreich in der WM-Qualifikation besiegte, ausschalten können. Kommt Foda mit vier Jahren Verspätung doch noch zur WM? Er macht sich Hoffnungen, ebenso seine österreichischen Assistenten Robert Ibertsberger und Atdhe Nuhiu: „Wir haben in diesem Jahr nur eins von zehn Spielen verloren, gegen die Schweiz, Slowenien und Schweden eine sehr gute Qualifikation gespielt. Niemand hätte zuvor erwartet, dass wir elf Punkte holen. Es war wichtig, dass sich die Mannschaft in den letzten Monaten weiter entwickelte. Wir haben jetzt auch einen breiteren Kader, weil sich in den letzten Monaten einig dazu entschieden, für den Kosovo zu spielen.“ Darunter zwei, die von Christian Ilzer, so wie Foda eine ehemaliger Sturm-Meistermacher, bei Hoffenheim trainiert werden: Innenverteidiger Albian Hajdari und Mittelfeldspieler Leon Avdullahu. Eine feste Größe ist auch Ex-Austria-Stürmer Fisnik Asllani.
Der Kosovo schaffte Dienstag gegen WM-Starter Schweiz in Pristina ein 1:1, zu Beginn der Qualifikation gab es in der Schweiz eine 0:4-Abfuhr. An die Österreich-Zeit denkt Foda noch immer: „Das erste, was ich Dienstag nach unserem Spiel machte, war, das Handy rauszuholen und nachzuschauen, wie Österreich gespielt hat. Ich habe mich gefreut, dass sie nach vielen Jahren wider qualifiziert haben, weil man ja die ehemalige Mannschaft auch immer verfolgt.“ Die weiteren europäischen Gruppen: Sieger aus Ukraine-Schweden gegen Sieger aus Polen-Albanien, Sieger aus Dänemark-Nordmazedonien gegen Sieger aus Tschechien-Irland.
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