Fußball

Oliver Glasner kostete „nur“ 1,8 Millionen

Adi Hütter urlaubt seit Pfingsten bereits daheim im Salzburger Land. Erfuhr dort am Mittwoch, wer sein Nachfolger bei Eintracht Frankfurt wurde. Mit Oliver Glasner ein Landsmann. Der kostete 1,8 Millionen Euro Ablöse, damit er trotz Vertrag bei Wolfsburg bis 2022 wechseln konnte. Damit ist Glasner geradezu ein Schnäppchen im Vergleich zu de anderen Summen, die bei Trainerwechseln in den letzten Wochen gezahlt werden. Von Bayern 25 Millionen an RB Leipzig für Julian Nagelsmann, von Mönchengladbach sieben Millionen an Frankfurt für Hütter, von Borussia Dortmund fünf Millionen für Marco Rose an Mönchengladbach. Frankfurt erzielte mit dem „Tausch“ von Hütter zu Glasner einen Gewinn von 5,2 Millionen Euro. Nicht schlecht.

Eigentlich haben es sich beide österreichischen Trainer in Deutschland mit dem Wechsel verschlechtert. Glasner verließ den Verein, mit dem er erstmals in seiner Karriere Champions gespielt hätte, für einen, der nur in der Europa League vertreten ist. Hütter ist nächste Saison mit Mönchengladbach in keinem europäischen Bewerb dabei. Das erleichtert andererseits vielleicht sogar für ihn den Beginn an neuer Wirkungsstätte. Glasner  floh vor der „nüchternen Atmosphäre“ mit Wolfsburg Sportvorstand Jörg Schmadtke, nimmt seinen Landsmann Michael Angerschmid als Assistenten an den Main mit. Sprach von einem spannenden Projekt bei einem Verein, der sich zuletzt toll entwickelt habe, um den es viele Emotionen gibt: „Eine tolle Herausforderung“. Zudem hat er von Frankfurt wesentlich bessere Flugverbindungen in die Heimat als von Wolfsburg. Das wird aber nicht der entscheidende Grund für den Wechsel gewesen sein. Frankfurt verhandelte auch mit Edin Terzic von Borussia Dortmund,  Gerard Seoane, dem Meistertrainer von Young Boys Bern, der bei Leverkusen landete, sowie Real Madrid-Legende Raul. Gab aber Glasner den Vorzug, weil der Fußball, den er in Wolfsburg spielen ließ, zur Klubphilosophie passt. Das versicherte der neue von RB Leipzig gekommene Sportvorstand Mark Krösche. Glasners Nachfolger in Wolfsburg stand auch schonparat: Der Holländer Marc vanBommel, zu Aktivzeiten Aggressivleader und Kapitän von Bayern München. Als Trainer war er seit Dezember 2019, als ihn PSV Eindhoven nach einer Niederlage in der Europa League beim LASK vor die Tür setzte, ohne Job.

Etwa in Acht nehmen sollte er sich allerdings vor Axel Hellmann, dem für Marketing zuständigen Vorstand. Auf dessen Bitte hatte Hütter Ende Februar bei „Sky“ den für ihn verhängnisvollen Satz „ich bleibe“ gesagt. Weil der die Unruhe, die durch den sich abzeichnenden Wechsel von Sportvorstand  Fredy Bobic zu Hertha BSC Berlin in Grenzen halten sollte. Dass Hellmann in aller Öffentlichkeit Hütter diesen Satz vorhielt, als sich der zum Wechsel  entschlossen hatte, war schlechter Stil. Hütter hatte zudem Ende Februar noch nicht das konkrete Angebot  von Mönchengladbach. Hütter entschied sich auch zum Ende in Frankfurt, weil alle  gewohnten Ansprechpartner gefehlt hätten, er von der „alten Garnitur“ alleine übrig geblieben wäre. Bobic entschied sich vor Hütter zum Abgang, Sportdirektor Bruno Hübner ging in Pension, Finanz-Guru Wolfgang Steubing gab den Vorsitz im Aufsichtsrat  ab. Dass die letzten Wochen an ihm etwas nagten, gab Urlauber Hütter im Blick zurück zu. Davon erholt er sich derzeit.

 

 

Foto: Vfl Wolfsburg.

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