Nicht erst wie erwartet am Freitag, sondern bereits Donnerstag knapp vor 22 Uhr wurde Rapid Rekordverkauf von Isak Jansson zu OGC Nice von seinem neuen französischen Klub und Grün-Weiß gemeinsam bekanntgeben. Mit Bonizahlungen kann Rapid zehn Millionen Euro, die erste zweistellige Millionensumme in der Klubgeschichte kassieren. Das ist das 40 fache der 250.000 Euro, die Rapid an Cartagena für Jansson bezahlte. Da hat Sportchef Markus Katzer das Potenzial des 23 jährigen Schweden richtig eingeschätzt. Einer der Leistungsträger von Nice ist bereits 41 Jahre alt: Abwehrchef Dante geht beim Klub an der Cote d´Azur in seine zehnte Saison beim Club an der Cote d´Azur. Zuvor machte sich der Brasilianer in der deutschen Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach, wo er gemeinsam mit Österreichs Ex-Teamspieler Martin Stranzl im Abwehrzentrum agierte, und Bayern München einen Namen.
Bei Rapid sprach einer zum Dauerthema Marko Arnautovic Klartext, was nach der Herumeierei der letzten Wochen gut tat: Der neue Trainer Peter Stöger machte auf der grün-weißen Homepage in einem Gespräch mit Kommunikationschef Peter Klinglmüller kein Hehl daraus, dass es seiner Ansicht nach eher so nichts wird mit der neuen Nummer sieben, dies in der Kabine kein Thema ist und auch der guten Stimmung im Trainingslager Freistadt nicht schadet, auch seine Tätfigkeit nicht beeinflusst. Klare Ansagen inmitten von täglichen Spekulationen. Eine hieß, Rapid habe sein finanzielles Angebot verbessert. Schon sechs Millionen brutto für einen Zweijahresvertrag mit einem 36 jährigen, von dem jeder weiß, dass er kein Spieler für 90 Minuten mehr ist, wären ein nicht vertretbarer Wahnsinn. Ebenso ist es seltsam, wenn mancher glaubt, es wäre noch rechtzeitig, sollte Arnautovic nach weiteren zehn Tagen Urlaub, auf denen er bestehen soll, drei Tage vor dem ersten Spiel in der Qualifikation zur Conference League ins Training einsteigen. Zum Glück hat Stöger dazu eine andere Meinung. Janssons Rekordverkauf hat aber eine neue finanzielle Situation geschaffen. Ob es clever wäre die Millionen für einen 23 jährigen in einen 36 jährigen zu investieren?
Einer, der Stöger bei seinen erfolgreichen Trainerstationen bei der Wiener Austria, dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund kam auch nach Freistadt: Werner Zöchling, ein „Spezialist“ für Teamentwicklung und Gruppendynamik, der auch mit Oliver Glasner nach zusammenarbeitet. Zöchling verbindet mit Stöger sowohl Freundschaft als auch Wertschätzung. Er wies die Rapid-Spieler in Gesprächen darauf hin, wie wichtig es für die Entwicklung ist, sich sowohl mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen als auch mit der von Mitspielern. Donnerstagnachmittag gab Stöger den Spielern frei – sie nützten das zu einer gemeinsamen Aktivität in Sachen Teambuilding.
Für die Saisoneröffnung gegen Union Berlin am 13. April mit den Ex-Rapidlern Christopher Trimmel und Leopold Querfeld sind bisher 13.000 Karten verkauft. Vor dem Anpfiff gibt es eine besondere Gratulation für Ehrenkapitän Heribert Weber zu dessen 70. Geburtstag. Ausverkauft ist bereits Rapids Cupspiel am Innsbrucker Tivoli gegen Regionalliga-Aufsteiger Wacker Innsbruck am 3. August mit 15.500 Zuschauern. Am 5. September wird der italienische Zweitligist Venezia in Hütteldorf zu einem Freundschaftsspiel gastieren.
Foto: OGC Nice.