Fußball

Qatar, Tunesien, Indien, Polen, Traiskirchen: Hagmayrs „Reich“ mit 75 Spielern

Seit Montag sind Bilder von Aleksandar Dragovic auf der Homepage der „Hagmayr Sportmanagement GmhB“ zu finden. Der 76fache österreichische Teamspieler mit seinem neuen Berater Max Hagmayr, bei der Unterschrift unter die neue Vereinbarung mit dem Ex-Teamstürmer, die vorerst für ein Jahr läuft. Dabei trug Dragovic ein rotes T-Shirt und die rote Jacke von Österreichs Nationalteam. Was darauf schließen lässt, dass Hagmayr und Dragovic den Deal bei der letzten Teamzusammenkunft vor den Spielen gegen Lettland und Polen perfekt machten. Die Bildern nach im Brandlhof bei Saalfelden. Medien haben keinen Zutritt zum Teamhotel, Spielerberater hingegen mit Ausnahme des Matchtags schon. Der gute Draht von Hagmayr zu Teamchef Franco Foda ist kein Geheimnis. Der ließ sich in seinen Trainerzeiten bei Sturm Graz und Kaiserslautern von Hagmayr beraten.

Jetzt benutzte Dragovic das Auslaufen seines Vertrags mit der Deutschen Pro Profil GmbH von Thomas Kroth, um ins Lager von Hagmayr zu wechseln. Das gelang ohne große Nebengeräusche. Kroth hat in der Branche einen sehr guten, seriösen Ruf. Aber Dragovic fühlte sich von ihm bei Leverkusens Sportvorstand Rudi Völler nicht energisch genug vertreten. Auf Grund der hervorragende Kontakte zum Ex-Teamchef hätte sich Dragovic vorgestellt, dass sich Kroth energischer bei Völler für seine Interessen einsetzt. Aber Völler bleibt bei seiner Marschroute, wonach deutsche Spieler bei ihm einen Startvorteil gegenüber ausländischen Konkurrenten haben. Im Falle von Dragovic die deutschen Innenverteidiger Sven Bender und Jonathan Tah. Daran wird auch Hagmayr, der Mittwoch bei Völler vorstellig wird, nichts ändern können. Das dürfte sich bald herauskristallisieren. Nach  seiner Leistung am letzten Samstag gegen Union Berlin müsste Dragovic auch Samstag in Augsburg erste Wahl sein. Abwarten, was passiert.

Mit dem Wechsel zu Hagmayr dürfte klar sein, dass Dragovic einen Wechsel nach Italien im Auge hat. Es imponierte ihm, wie Hagmayr den Wechsel von Valentino Lazaro zu Inter Mailand über die Bühne brachte. Daher besteht die Hoffnung, dass Hagmayr auch ihn in der Serie A platzieren kann. Es muss ja nicht gleich Juventus sein. Oder Inter. Es geht auch eine Stufe darunter. Etwa Fiorentina. Auffällig war Montag Abend, wie Hagmayr kurz nach der Bekanntgabe des „Einkaufs“ von Dragovic auf Servus TV im „Talk aus dem Hangar 7“ mit Martin Hinteregger einer Mitspieler von Dragovic in der Nationalmannschaft verbal angriff. Wegen dessen Eskapaden. Wenn ein Teamspieler vom Berater eines andere in der Öffentlichkeit durch den Kakao gezogen wird, ist das nicht gut für das interne Klima bei der Nationalmannschaft. Das kann auch Hagmayrs Freund Foda nicht gefallen haben.

Dragovic ist einer von 75  Spielern, die als Klienten auf Hagmayrs Homepage aufscheinen- Neun Torhüter, darunter überraschend auch wieder Teamkeeper Heinz Lindner der sich im Frühjahr von Hagmayr trennte, ohne bisher einen neuen Klub zu finden, 30 Verteidiger, 21 Mittelfeldspieler, 15 Stürmer. Dragovic, Lazaro und der neue Teamtorhüter Cican Stankovic sind aktuell die prominentesten. Es sind aber auch einige dabei, die vorerst nicht einmal Insidern ein Begriff sind, sondern nur ihrer Verwandschaft und Hagmayr. Die Vereine seiner Spieler zeigen, wie groß inzwischen Hagmayrs Reich ist.  Es umfasst Klubs in Qatar, Indien, Tunesien, Brasilien, der Türkei, Italien, Schottland, Deutschland, Polen, Liechtenstein und Österreich. Bis zu einem in der Regionalliga Ost, nämlich Traiskirchen. Dort spielt der Sohn von Ex-Admira-Trainer Oliver Lederer, der jetzt Traiskirchen trainiert. Wie der „Workoholic“ das bewältigt? „Mein Sohn engagiert sich sehr, ich habe sehr gute Mitarbeiter“, behauptet der 62jährige Hagmayr, der die Verträge aller 75 Spieler allerdings nur selbst abschließt. Das bleibt sein „Privileg“.

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