Fußball

Das falsche Signal aus dem Senat eins der Liga

Nestor el Maestro wird Mittwoch Abend im Klagenfurter Stadion Karawanken-Blick, wie der Trainingsplatz des Wörhersee-Stadions genannt wird, beim Cupspiel von Sturm gegen den Tabellenführer der zweiten Liga, Austria Klagenfurt, in der Coaching Zone vor der Grazer Betreuerbank stehen, Jörg Siebenhandl im Tor spielen. Der Senat eins der Liga machte es mit einem Urteil möglich, das verständlicherweise  Sturms Sportchef Günter Kreissl als „vernünftig“ lobte, aber doch das falsche Signal bedeutet. Nur bedingte Strafen für El Maestro (Bild oben) nach seinem Ausraster am letzten Samstag beim 3:3 in Mattersburg nach dem Schlusspfiff, unter anderem gegen Schiedsrichter Josef Spurny, und für Siebenhandl schwer überzogene verbale Attacken gegen den Unparteiischen. Zusehen müssen laut „Kleiner Zeitung“ in den nächsten drei Wochen nur der Referee und sein Assistent Stefan Pichler wegen ihrer Fehler bei der 1:0-Führung von Mattersburg. Da stimmen die Relationen nicht.

Die Bundesliga wollte am Dienstag nicht verraten, ob Manfred Luczensky wie gewohnt den Vorsitz bei der Verhandlung hatte, wer von den anderen sieben Mitgliedern die vier waren, die für das  Urteil verantwortlich zeichneten. Ob Vanessa Rögner, die zu Österreichs Damenteam gehört, Richter Rainer Graf,  die Rechtsanwälte Konrad Koloseus, Oliver Scherbaum, Norbert Wess (einer der Anwälte von Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser) und Johannes Wutzlhofer oder der ausgebildete Jurist Thomas Schützenhofer. Egal wer: Das Urteil ist ein Freibrief dafür, dass man sich künftig gegenüber dem Schiedsrichter so ziemlich alles außer Handgreiflichkeiten erlauben darf. Im Vorfeld der Verhandlung hatte die Elite-Kommission der Schiedsrichter, der ihr Chef Robert Sedlacek, die Ex-Referees Konrad Plautz und Thomas Steiner sowie Regelreferent Gerhard Gerstenmaier angehören, mehr Respekt gegenüber den Schiedsrichtern eingefordert: „Es sind schon vor Mattersburg Sachen passiert, die man sich früher nicht hätte erlauben dürfen“, fand Sedlacek. Der Senat eins der Liga ließ den Respekt vermissen.

Am Tag danach sah Sedlacek das Urteil „ziemlich leidenschaftslos. Ich verlasse mich darauf, dass in einem Rechtsstaat alles, was angezeigt wird, zu einem richtigen Urteil führt“. Ob bedingte Strafen nach solchen, bisher noch nie dagewesenen Vorfällen wirklich richtig sind, weil El Maestro und Siebenhandl sich nichts mehr erlauben dürfen, weil ansonst die bedingte Strafen aufleben?“ Abwarten, ob der Trainer, der bisher stets den Schiedsrichter mit wenig überzeugenden Argumenten für Sturms Niederlagen verantwortlich machte, nicht schon Mittwoch, nur zwei Tage nach dem milden Urteil,  in der engen, hektischen Atmosphäre, die in Klagenfurt  zu erwarten ist, dem Schiedsrichter  wieder unangenehm auffallen wird. Das ist der erfahrene Oberösterreicher Oliver Drachta, ein Sportwissenschaftler Zu der angeblichen dreiwöchigen Pause für Spurny und Assistent Pichler meinte Sedlacek nur: „Bitte keine Horrorgschichteln. Seit Sommer ist festgelegt, dass die Leistungen der Schiedsrichter  Einfluss auf die Häufigkeit der Besetzung haben. Aber bei uns gibt es sicher eine Tendenz, die pro Referee ist!“

 

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