Fußball

Rätseln um die „Vorstandsreserve“ der Austria

Austrias neues Fühungstrio mit AG-Vorstand Gerhard Krisch, Sportchef Manuel Ortlechner und Trainer Manfred Schmid (Bild oben) präsentierte sich Freitag Vormittag erstmals der  Öffentlichkeit. Noch ohne konkrete Neuigkeiten. Die könnte es vielleicht von Ortlechner bis Montag geben. Denn bezüglich Kaderplanung ist noch einiges abzuarbeiten, wie er selbst weiß. Mit Neuigkeiten konnten im Schatten der Europameisterschaft hingegen der LASK, Doublegewinner Red Bull Salzburg, Wolfsberg und Rapid aufwarten. Wobei bei den Linzern für die spektakulärste die Bundesliga sorgte, ohne dass die relevant ist: Die Funktionssperre für Jürgen Werner wegen Tätigkeiten für  Unternehmen im Bereich der Spielervermittlung trifft einen, der keine Funktion mehr hat, damit eigentlich der Gerichtsbarkeit der Liga gar nicht mehr unterliegt, da er als Vizepräsident und Sportchef zurückgetreten ist. Und sollte er weiter aus dem Hintergrund die Fäden ziehen, wird ihn die Sperre auch nicht daran hindern können. Der LASK holte von der Zweitliga-Filiale OÖ-Juniors den Schweizer Linksverteidiger Enrique Wild in den Bundesligakader, für die Position des zu Schalke gewechselten Reinhold Ranftl rechts im Mittelfeld wurde mit Florian Flecker in Hartberg ein Nachfolger gefunden. Den hielt es nach der Rückkehr von Union Berlin in Hartberg nur vier Monate. Der LASK zahlt sicher besser.

Salzburg hat beim Start zur Vorbereitung unter dem neuen Trainer Matthias Jaissle am Montag fünf neue 18 jährige im Kader, die im Frühjahr zu Jaissles Schützlingen bei der Filiale Liefering zählten. Österreicher ist allerdings keiner dabei: Für die Abwehr Daouda Guindo aus Mali und Bryan Okoh aus der Schweiz, für das Mittelfeld Maurits Kjaergaard aus Dänemark und Mamady Diambou aus Mali, für den Angriff den Slowenen Benjamin Sesko. Ebenfalls gehören die aus der Schweiz von St,Gallen zurückgeholte Stürmerhoffnung  Junior Adamu, der an Wil verliehen gewesene Tormann Philipp Köhn sowie der deutsche Verteidiger Kilian Ludewig (retour von Schalke) dazu Endgültig abgegeben wurde der 23 jährige Mitteleldspieler Majeed Ashimeru an Belgiens Spitzenklub Anderlecht, an den der Ghanaer letzte Saison verliehen war.  Leihweise überließ Salzburg Wolfsberg für ein Jahr den bosnischen Rechtsverteidiger Amar Dedic, der bisher bei Liefering spielte. Rapid verlängerte den Vertrag mit Tormann Paul Gartler um zwei Jahre bis 2023.

Zurück zur Austria. Sowohl hinter Kisch als auch hinter Ortlechner und Schmid steht einer der neuen violetten Entscheidungsträger: Hinter Krisch Bank Austria-Chef Robert Zadrazil als Chef des Verwaltungsrats, hinter Ortlechner Vizepräsident Raimund Harreither, hinter  Schmid Kurt Gollowitzer, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Austria AG. Für den Geschäftsführer der Wien Holding  zählte die Austria-Vergangenheit von Schmid schon mehr als die Chef-Erfahrung von Markus Schopp bei Hartberg. Noch bevor Schopps Berater Frank Schreier mit seinen finanziellen Forderungen für die endgültige Entscheidung sorgte. Krisch sprach von einem breiten Spektrum an Aufgaben, man müsse alle klassischen Unternehmensbereiche abdecken.  Vorrang habe, die Finanzen wieder auf eine solide Basis zu bringen. Vier Jahre zuvor war ihm dies zwei Klassentiefer in der Regionalliga bei der  Vienna nicht gelungen. Krisch meinte, man müsse mit der aktuellen Situation bodenständig umgehen. Violette Insider behaupten allerdings, dass Präsident Frank Hensel noch eine „Vorstandsreserve“ in der Hinterhand haben soll. Markus Kraetschmer, der mit Monatsende als AG-Vorstand ausscheidet, damit auch seine Funktionen im Aufsichtsrat der Bundesliga zurück legt, soll übrigens dem neuen Trainer und Sportchef eher skeptisch gegenüber gestanden sein.

Abnehmen konnte man es Ortlechner und Schmid durchaus, dass für sie die Rückkehr zur Austria etwas Besonderes bedeutet. Ortlechner gab vor seinem ersten Job als Sportchef zu, dass für ihn damit ein Traum in Erfüllung gehe, Schmid sprach von einer positiven Aufgeregtheit. Er brenne auf die neue Aufgabe. Cheftrainer bei Austria zu werden sei immer sein Ziel gewesen, das er nie aus den Augen verloren habe. Jetzt hat er es erreicht, muss etwas daraus machen. Unter schwierigen Bedingungen. Fixpunkte, mit denen er als Eckpfeiler planen kann? Bisher nur Tormann Patrick Pentz, Markus Suttner, Leipzig-Leihgabe Eric Martel, Vesel Demaku, Dominik Fitz, Patrick Wimmer, Benedikt Pichler und Marco Djuricin. Und das ist optimistisch betrachtet. Schmid sah sich sogar als Trainer, der die schwierigste Ausgangsposition hat, seit es die Austria gibt.

 

 

 

 

 

Foto: FK Austria Wien.

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