Fußball

Rapid krönte den verrücktesten Sonntag der Saison

Wenn alle drei österreichischen Europacupteilnehmer ohne Sieg bleiben, nur ein Unentschieden holen, dann bedeutet das den verrücktesten Sonntag dieser Saison, mit dem die Bundesliga Schlagzeilen lieferte. Es begann am Nachmittag mit Meister Red Bull Salzburg, der in der Südstadt gegen die Admira nur zu einem 1:1 (0:1) kam. Nach dem 2:2 gegen St.Pölten die zweite Runde hintereinander ohne Salzburger Sieg. über einen Abstiegskandidaten. Wolfsberg verlor in Altach 1:2 (0:2). Somit hätte am Abend der LASK mit seinem achten Sieg hintereinander die Tabellenführung von Salzburg übernehmen können. Aber es kam ganz anders. Nur acht Tore kassierte der  LASK zuvor in 15 Runden, gegen Rapid waren es dann in 93 Minuten vier. 0:4 (0:1) am Ende, Wahnsinn. So viele Tore bekam der LASK unter Trainer Valerien Ismael noch nie: „Alles ist gegen uns gelaufen“, klagte der Franzose, „es gibt so Tage, an denen du zwei Stunden spielen kannst und nicht ins Tor triffst.“ Der bisher höchste Auswärtssieg dieser Saison von Grün-Weiß in roten Dressen, die Krönung des verrückten Sonntags.

Unter alles ist gegen uns gelaufen, meinte  Ismail auch die Szene zu Beginn, als der Salzburger Referee Sebastian Gishamer, der zuvor in der Saison schon bei den LASK-Auswärtssiegen gegen Austria und Wolfsberg gepfiffen hatte, bei einem Crash zwischen Rapids fehlerlosem Keeper Richard Strebinger (Bild oben) und Dominik Frieser kein Foul Strebingers sah, keinen Elfmeter gab, der auch vertretbar gewesen wäre.  Und vor allem die Situation zum Führungstor Rapids nach 34 Minuten. Nach einem umstrittenen Outball, bei dem Rapids Kapitän Stefan Schwab besser reagierte als der des LASK. Gernot Trauner wartete auf die Anzeige von Schiedsrichterassistent Santino Schreiner. Der reagierte auf  Schwabs raschen Outeinwurf zu Taxiarchis Fountas nicht. Der setzte die LASK-Abwehr praktisch matt, den Querpass von Fountas verwertete Christoph Knasmüllner. Das erste Tor, das Alex Schlager nach 449 Minuten kasseirte. Danach erhöhte LASK den Druck, traf Frieser Aluminium, scheiterte Marco Raguz an Strebinger. Gleich nach der Pause der zweite Aluminiumtreffer der Linzer durch Peter Michorl, ehe nach einem Eckball für den LASK Rapid der perfekte Konter über Schwab, der bei den ersten drei Toren seine Füße im Spiel hatte und Dejan Ljubicic zu Fountas gelang . Der sich die Chance nicht entgehen ließ, dem LASK damit nach 69 Minuten den Stecker rauszog. Denn danach konnte die Linzer drei Tage nach dem Sieg in Trondheim nichts mehr zuzusetzen.

Sondern sich in den letzten neun Minuten selbst schwächten. Nach einem Freistoßpfiff für Rapid sagte Thomas Goiginger, der in der Mauer stand, einige Worte in Richtung Gishamer, der sich dadurch beleidigt fühlte, Rot zeigte. Den Freistoß von Schwab verlängerte Petar Filipovic per Kopf ins eigene Tor. Alles gelaufen. Und dann verwertete als Draufgabe  Aliou Badji seinen zweien Sitzer. Der Pass kam von Thomas Murg. Eine erfolgreiche Kombination der Joker. „Wir wussten aus eigener Erfahrung, dass knapp nach einer Europacupreise, der Feier über den Aufstieg, in der zweiten Hälfte die Kräfte ausgehen werden, sich Räume ergeben. Wir haben das ordentlich gemacht“ analysierte Schwab das Ende von Radis Niederlagenserie in der Bundesliga gegen den Vizemeister. Für Rapid war es das 18.Pflichtspiel in dieser Saison, für die Linzer schon das 28.  Das merkte man.

LASK-Präsident Siegmund Gruber eilte nach Schlusspfiff auf den Rasen, um Ismael und die Verlierer nach dem Heimdebakel zu trösten. Einige Fans der LASK gignen nicht so gut mit der Niederlage um, benahmen sich schlimm daneben. Schütteten Fountas nach seinem Austausch mit Bier an, als er an ihnen vorbei in Richtung Bank ging. Rapids Trainer Didi Kühbauer konnte nach einigen Wochen wieder von einem „tollen Tag“ schwärmen: „Wir haben viel, viel, viel richtig gemacht“. Dazu zählte sicher die Nominierung des schnellen Youngsters Kelvin Arase auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers. Er machte seine Sache richtig gut, leitete auch die entscheidende Aktion zum zweiten Tor ein. Mit dem sechsten Auswärtssieg dieser Saison im ersten Match der Ära des neuen Präsidenten Martin Bruckner kam Rapid bis auf zwei Punkte an den Dritten Wolfsberg heran, hielt Platz vier und den Neunpunkteabstand auf den Siebenten Austria. Das nimmt dem Wiener Derby am nächsten Sonntag in Hütteldorf etwas von seiner Brisanz, die nach  einer Niederlage Rapids beim LASK durch die Chance der Austria, auf drei Punkte an den Erzrivalen heranzukommen, vorhanden gewesen wäre.. So viele Rapid-Sympathisanten wie Sonntag Abend in Salzburg gab es davor nur selten. Weil Rapid durch das 4:0 dafür sorgte, dass Salzburg mit seinem Unentschieden den Vorsprung auf den Zweiten LASK vergrößern konnte. Jetzt sind es zwei Punkte, was Ismael kalt ließ: „Wichtig wird das erst nach der Punkteteilung in der Meisterrunde!“

Salzburg schonte in der Südstadt Max Wöber, setzte Erling Haaland erst nach der Pause ein, lief  bis zur 77.Minute einen Rückstand nach, ehe Hee Chan Hwang einen Punkt rettete. Der Südkoreaner hatte an Salzburgs großen Schwierigkeiten seinen Anteil, weil er nach zwei Minuten die Topchance zur Führung ausließ, als er den auf der Linie stehenden Sebastian Bauer anschoss. Cican Stankovic blieb beim Comeback fast beschäftigungslos. Der Kopfball von Sinan Bakis zur Führung war der einzige Abschluss der Admira, die mit dem Unentschieden die rote Laterne an Mattersburg weiter gab, im ganzen Spiel, Ob der Ball wirklich mit vollem Umfang hinter der Linie war? Referee Rene Eisner glaubte Assistent Stefan Pichler. Die Torkamera wird´s in Österreich auch mit Videobeweis nicht geben. Marc Janko zeigte im Sky-Studio für die Salzburger Leistungsunterschiede zwischen Mittwoch und Sonntag etwas Verständnis: „In Genk war das Stadion voll, ertöte die Champions League Hymne. In der Südstadt ist die Kulisse überschaubar, pfeift der Wind durch.“

 

 

 

 

Foto: Rapid/Gepa/Wien Energie.

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