Fußball

Rapid mit Traumstart zum Rekord! Auch Sturm, LASK weiter

Nicht nur Red Bull Salzburg kann einen Traumstart hinlegen. Auch Rapid gelang dies einen Tag später. Grün-Weiß brauchte zwar sechs Minuten länger für das erste Tor als Salzburg Dienstag in Kopenhagen, fünf länger für das zweite Tor, entschied aber mit einem souveränen Auftritt schon früh das  Retourspiel gegen Sorja Luhansk. Nach dem 3:0 von Hütteldorf hieß es in der Slawutytsch-Arena nach 15 Minuten 2:0, damit hieß es bereits 5:0. Endstand 3:2 (2:1) für Rapid, Gesamtscore 6:2. Wer hätte es Rapid zuvor zugetraut, sich so klar gegen den Dritten der Ukraine durchzusetzen? Nur wenige. Damit steht Rapid zum neunten Mal in der  Gruppenphase der  Europa League. Das ist Rekord. So oft schaffte es sonst nur Lazio Rom und PSV Eindhoven.

Das war ein ganz anderer Auftritt als beim 0:2 gegen Sparta Prag oder beim1:2 in der zypriotischen Hitze bei Anorthosis Famagusta. Rapid wollte nicht nur den Vorsprung verwalten, zog sich nicht zurück, sondern agierte selbstbewusst. Das dritte Tor von Marco Grüll in der Europa League sorgte nach zehn Minuten für die Führung. Mit einem idealen Pass von Taxiarchis Fountas lief Grüll seinem Bewacher davon, trat mit dem Spitz, wie er nachher verriet, ins kurze Eck. Die Neuerwerbung wird für Rapid immer wichtiger. Fünf Minuten später traf Leo Greiml nach einem Eckball, den Max Hofmann eher unbeabsichtigt zu ihm verlängerte. Eine „Kombination“ der Innenverteidiger.  Luhansk vergab wie eine Woche zuvor in Hütteldorf seine Chancen. Fünf Minuten vor der Pause traf Olexander Gladkyij per Kopf, weil Tormann Paul Gartler bei einer Flanke nicht optimal reagierte. An diesen Gladkyij hat Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic schlechte Erinnerungen: 2015 spielte Gladkyij bei Schachtjor Donezk. Und verhinderte in Lemberg beim 2:2 gegen Rapid mit seinem Ausgleich, dass Grün-Weiß in die Champions League kam. Rapids Trainer hieß damals Barisic. Donnerstag konnte Gladkyij Rapid nicht mehr schaden.

Fountas sorgte nach perfekter Vorarbeit von Ercan Kara nach 68Minuten für das dritte Rapid-Tor. Danach sorgte nur noch der schwache rumänische Referee Istvan Kovacs für Aufregung. Mit zwei Elfmetern für Luhansk, von denen er erste völlig unberechtigt war, weil Fiip Stojkovic nur den Ball spielte. Den Elfmeter verwandelte Iran-Legionär Shabab Zahedi, beim zweiten nach Hands von Thorsten Schick scheiterte er an Gartler: „Eine Topleistung“, lobte Trainer Didi Kühbauer zurecht, „wir haben von Beginn an das durchgezogen, was wir uns vorgenommen haben“. Das brachte auch Selbstvertrauen für das Derby am Sonntag bei der Austria, an das Kühbauer schon dachte, als er nach der Pause zunächst Max Hofmann Srdjan Grahovac und Robert Ljubicic austauschte, danach Ercan Kara. Vor der Pause brachte er bereits Schick für Kelvin Arase, weil dem die gelb-rote Karte drohte.

Freitag um 12 Uhr beginnt in Istanbul die Auslosung der Gruppenphase. Irgendwie erstaunlich, dass Rapid als Stammgast in der Europa League nur im vierten und letzten Topf ist. Auf jeden Fall warten attraktive Gegner, bei denen man mit einem ausverkauften Weststadion rechnen kann: Aus England Cuosieger Leicester und West Ham, aus Italien Napoli und Lazio, aus Spanien Kühbauers Ex-Klub Real Sociedad und Betis Sevilla, aus Deutschland Eintracht Frankfurt und Leverkusen, aus Frankreich Lyon, Olympique Marseille und Monaco mit Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac,  aus Holland PSV Eindhoven, aus Ungarn die Grün-Weißen aus Budapest, Ferencvaros, mit Peter Stöger auf der Trainerbank, Roter Stern Belgrad mit Aleksandar Dragovic. Ebenso noch in der Verlosung; Lok Moskau, Spartak Moskau, Bröndby Kopenhagen nach dem Scheitern an Salzburg, Dinamo Zagreb. Das sind auch mögliche Gegner für Sturm Graz. Wie erwartet gelang den „Blackies“ gegen NK Mura aus Slowenien der zweite Sieg, Auf das 3:1 vor einer Woche folgte ein 2:0 (1:0) in Graz, wobei Otar Kitseihvili und Jakob Jantscher für die Tore sorgten. Jantschers perfekter Schlenzer mit links ins Kreuzeck war das Highlight beim „Pflicht-Aufstieg“. Sturm steht erstmals seit 2011 wieder in einer Gruppenphase.

Der LASK schaffte in Perth den Sprung in die Conference League, setzte sich im ausverkauften McDiarmid-Park vor knapp 10.000 Zuschauern  nach der Pause gegen St. Johnstone mit 2:0 (0:0) in Szene und damit durch. Husein Balic brach nach 72 Minuten den Bann, holte zwölf Minuten später den Elfmeter heraus, den Marco Raguz sicher verwandelte. Damit spielen so wie 2020 vier österreichische Vereine ab September in der Gruppenphase: Salzburg in der Champions League, Rapid und Sturm in der Europa League, der LASK in der neuen Conference League. Eine stolze Bilanz für die Zwölferliga. Die Play-off-Bilanz: Acht Spiele mit österreichischer Beteiligung,  davon sieben gewonnen!

 

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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