Rapids letzter Test vor dem Start in die Qualifikation zur Conference League beim ersten Andorra-Gegner der Klubgeschichte, Santa Coloma, steht Samstag auch unter dem Motto „10 Jahre Allianz-Stadion“. Das grün-weiße Jahrhundertprojekt wurde am 16. Juli 2016 mit dem 2:0 gegen Chelsea eröffnet, zehn Jahre später sind gegen den Hamburger SV der damalige Bundespräsident Heinz Fischer und der langjährige Rapid-Präsident Michael Krammer unter den Ehrengästen. Fünf Stunden vor dem Anpfiff beginnt auf dem Kunstrasenplatz neben dem Stadion ein grün-weißes Familienfest. Mit dem Hamburger SV sind auch Erinnerungen an eines der besten Europacupspiele Rapids verbunden. 17 Jahre ist es schon her, dass Rapid nach dem letzten Meistertitel und verpasster Qualifikation für die Champions League im ausverkauften Happel-Stadion unter Trainer Peter Pacult die Hamburger in der Europa League 3:0 abfertigte. Kapitän Steffen Hofmann, jetzt Geschäftsführer, sorgte mit einem Freistoß für die Führung, nach ihm trafen auch Nikica Jelavic und Christopher Drazan. Ein 0:2 beim Retourspiel in Hamburg reichte zum Aufstieg.
2018 war der Hamburger SV zu Gast in Hütteldorf, gewann ein Vorbereitungsspiel 2:1. Diesmal steht der 13. der letzten Bundesligasaison erst am Beginn der Vorbereitung. Naheliegend wäre es, wenn Trainer Hoff Thorup schon die Mannschaft für das Hinspiel in Andorra beginnen lässt. Aber der Däne sah bisher keinen Grund, sich auf eine Stammbesetzung festzulegen. Andorra-Gegner Santo Coloma kann Rapid ähnlich gefährlich werden wie der FC Vaduz vor fünf Jahren. Der 25. August 2022 wird als schwarzer Tag in der grün-weißen Klubgeschichte in Erinnerung bleiben, weil Rapid damals gegen die in der zweiten Schweizer Liga spielende Mannschaft aus Liechtenstein nach einem 1:1 im Hinspiel durch die 0:1-Heimniederlage im Play-off blamabel die Qualifikation für die Conference League verpasste. Die Warnung vor Santo Coloma hat ihre Berechtigung, wenn man die Ergebnisse der letzten Saison betrachtet. In der ersten Runde wurde Borac Banja Luka mit Ex-Rapidler Srdjan Grahovac nach 0:2-Heimniederlage mit einem 4:1-Auswärtssieg in Bosnien ausgeschaltet. In der zweiten Runde scheiterte Santa Coloma an Poliyssa aus der Ukraine, aber da war auch ein Auswärtssieg dabei. Mit Niklas Hedl, Jonas Auer und Yusuf Demir könnten drei Vaduz-Verlierer auch gegen Santa Coloma spielen.
Ismail Seydi ist der dritte Abgang Rapids in dieser Transferzeit. Der 25-jährige Linksaußen aus Frankreich, der letzte Saison an den portugiesischen Zweitligisten Uniao Torrense verliehen war und sensationell Cupsieger wurde, spielt künftig in Dänemark für Sonderjyske. Der schnelle und dribbelstarke Seydi kam bei Rapid nur auf acht Einsätze in der Bundesliga. Sein Vertrag lief noch ein Jahr. Da sein Marktwert nur bei 600.000 Euro liegt, sind alle Spekulationen über eine Ablöse von mehreren Millionen fern jeder Realität.
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