Fußball

Rapids erste Begegnung mit dem Triple-Jackpot!

Sechs Jahre schätzten bei Rapid die Trainer seine Dienste als loyaler und kompetenter Assistent. Peter Schöttel, ganz besonders Zoran Barisic, am Ende auch und vielleicht für ihn zu spät Mike Büskens (Bild oben). Mit der Beurlaubung des Deutschen verschwand auch Thomas Hickersberger von der grün-weißen Betreuerbank. Heute weiß auch die Chefetage der Hütteldorfer, damit einen  Fehler begangen zu haben. Im Frühjahr bot ihn Sportchef Fredy Bickel noch den Job als Talentemanager an, den jetzt Steffen Hofmann hat. Den wollte er nicht. Da gab es Kontakte nach Köln zu Peter Stöger, seinem ehemaligen Chef bei der Vienna, der bis heute nichts über ihn kommen lässt. Wie wichtig der Sohn von Österreichs Ex-Teamchef ist,  sagte geradezu euphorisch Altachs Trainer Klaus Schmidt letzten Sonntag bei „Talk und Tore“ im Hütteldorfer Sky-Studio. Da bezeichnete er ihn als Triple-Jackpot: „Ein perfekter Mensch, Besessener, Experte, für jede Mannschaft unbezahlbar. Jeder Tag mit ihm ist ein Erlebnis.“

Wer den introvertierten Hickersberger kennt, weiss, dass ihm solche Lobeshymnen gar nicht  so recht sind, es ihn zwar freut, einen Chef zu haben, „der weiß, mit keinem Trottel zusammenarbeiten“, aber ansonst nicht im Rampenlicht stehen, bisher auch nicht Chef werden will. Darum lehnte der 43jährige vor zehn Monaten Altachs Angebot, auf den zu Rapid gewechselten Damir Canadi als Trainer zu folgen, ab. Er sieht seine Aufgabe darin,  im Stillen, hinter den Kulissen alles dafür zu tun, dass die Spieler und der Trainer gut da stehen. Nicht er. „Wenn man sich plötzlich so sehr mit meiner Person beschäftigt, dann stört das eher meinen Weg“, behauptet er sogar. Daher will er  vor seinem ersten Spiel gegen seinen Ex-Klub gar nicht viel darüber reden. Die Rapid-Spieler,  die ihn kennengelernt haben, werden ihn Samstag nachmittag in Altach jedenfalls freudigst begrüßen: Seine Art, sein Tüfteln um neue Ideen, speziell bei Standardsituationen,  geht ihnen sicher ab, obwohl sie das aus Respekt vor dem  aktuellen Trainerteam nicht offen artikulieren werden.

Als Rapid letztmals im Mai 2015 durch zwei Tore von Robert Beric  3:1 im Schnabelholz-Stadion gewann, war Hickersberger Assistent von Barisic. Seit damals holte Rapid in vier Spielen nur einen Punkt. Diesmal ist Goran Djuricin erstmals Rapids Trainer in Altach, erstmals mit dem Ex-Altacher Lucas Galvao im Abwehrzentrum: „Sie werden stark auftreten“, prophezeite Hickersberger, für den Altach gegen Rapid nie Favorit sein kann. Das Ziel von Djuricin: Die Leistung vom 2:2 in Salzburg bestätigen, nicht mit leeren Händen zurück in den Bus nach Wien zu steigen. Stephan Auer oder Manuel Thurnwald werden den gesperrten Mario Pavelic  als rechten Verteidiger ersetzen, hinter dem vergrippten Innenverteidiger Max Hofmann steht ein Fragezeichen. Ivar Mocinic, der teuerste Einkauf der grün-weißen Klubgeschichte, musste zum zweiten Mal unters Messer: Der Knorpelschaden im Knie wurde mit der ersten Operation zu Beginn dieses Jahres offenbar nicht behoben. Wann der Kroate wieder spielen kann,  weiß derzeit keiner. Philipp Prosenik, der  im August einen Dreijahresvertrag bei Altach zum Bedauern von Schmidt und Hickersberger ablehnte, spielte Freitag mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Ost. Altach fertigte zum Saionstart Austria ab, verlor  gegen Meister Salzburg als bessere Mannschaft mit mehr Torchancen erst in letzter Minute 0:1. Da kommt auf Rapid einiges zu. Wie es die Heimmannschaft anlegen wird? „Unser Trainer hat immer einen starken Matchplan“, prophezeite der loyale Triple-Jackpot Hickersberger, „wir werden sicher einige schnelle Leute am Platz haben“.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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