Die Verspätung bei der Ausgabe des Gepäcks nach der Ankunft am Flughafen Rimini ärgerte Teamchef Ralf Rangnick einen Tag vor dem WM-Qualifkationsspiel gegen San Marino im Stadio Olimpico Serravalle möglicherweise mehr als die Ausfälle der Innenverteidiger Kevin Danso und Gernot Trauner, die wegen muskulärer Probleme und einer Achillessehnenreizung nicht mit in den italienischen Urlauber-Hotspot flogen. Mit Philipp Lienhart, Max Wöber, Leopold Querfeld und Marco Friedl stehen noch immer vier Spieler für das Abwehrzentrum zur Verfügung. Außerdem wird San Marino Dienstag unter Garantie nicht oft im österreichischen Strafraum aufkreuzen, wird sich das Spiel vor allem in der Spielhälfte des 210. und Letzten der Weltrangliste abspielen.
In der Ära von Rangnick hat Österreich im Rahmen einer Trainingswoche in Marbella, im November 2022 gegen Andorra mit Müh´und Not durch ein Tor von Marko Arnautovic in der 87. Miute nur 1:0 gewonnen, weil mancher glaubte, es würden nur 50 Prozent reichen. Daran erinnerte Rangnick in den letzten zwei Tagen die Spieler, von denen neun damals im Einsatz waren (Stefan Posch, Max Wöber, Philipp Mwene, Xaver Schlager, Florian Grillitsch, Christoph Baumgartner, Marcel Sabitzer, Michael Gregoritsch und Arnautovic) einige Male, damit sie nach der bestandenen Pflichtübung gegen Rumänien nicht den Fokus verlieren. Dazu kommt als Warnschuss das knappe 0:1 von San Marino am Samstag in Zenica gegen Bosnien, die bisher knappste der neun Niederlagen in den 13 Spielen unter dem 56 jährigen Teamchef Robert Cevoli, bei denen einer der zwei Siege gegen Liechtenstein ein besonderer war. Das 3:1 in Vaduz bedeutete den ersten Auswärtssieg in einem Pflichtspiel, wurde dementprechend groß bejubelt.
Das Stadio Olimpico Serravalle fasst nur 5000 Besucher. Wer schon dort war, wird von Regionalliga-Flair sprechen. 1500 österreichische Fans sollen Dienstagabend dort sein. Wenn es stimmt, wird Heimspielatmosphäre herrschen. Als Österreich dort zum letzten Mal am 14. Oktober 1998 in der EM-Qualifikation spielte, gab es nach durchwachsener Leistung, die damals Teamchef Herbert Prohaska sehr verärgerte, einen 4:1 (0:0)-Sieg. Das erste Tor durch Ivo Vastic ließ bis zur 59. Minute warten, danach fielen drei in 17 Minuten. „Es liegt an uns, in welche Richtung sich das Spiel entwickelt“, wusste Rangnick, „es geht darum, möglichst regelmäßig Torchancen zu kreieren und sie auch zu nützen!“
Eigentlich gibt es keine Veranlassung, an der Startelf vom Samstag etwas zu ändern. Der Kurzeinsatz von Arnautovic war alles andere als eine Empfehlung, ihn beginnen zu lassen. Und selbst, wenn Rangnick Nachsicht walten lässt und dem 36 jährigen die Chance gibt: Große Angst, dass Arnautovic in seinem 125. Länderspiel den Fünftorerückstand auf ihn entscheidend reduziert, braucht Toni Polster, der Rekordtorschütze des Teams, nicht zu haben, wenn er sich ähnlich wie Samstag präsentiert.
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