Fußball

Reservist im Spitzenduell: Muss man sich um Schaub Sorgen machen?

Nur ein Österreicher trug Montag Abend im Spitzenduell der zweiten deutschen Liga vor 50.000 Zuschauern den Dress des 1.FC Köln beim 1:1 (1:0) gegen den Hamburger SV. Florian Kainz probierte zwar viel, ohne dass dies wirklich zielstrebig wirkte. Louis Schaub (Bild oben) durfte hingegen  vier Tage nach seiner Rückkehr-Gala beim 4:4 in Duisburg mit je einem Tor und Assist, bei der Köln nach seinem Austausch im Finish noch den 4:2-Vorsprung verspielte, nur aufwärmen. Taktische Gründe sollen dafür verantwortlich gewesen sein. Kölns Trainer Markus Anfang wollte nicht zwei Spielmacher wie beim Spektakel in Duisburg einsetzen. Demnach ist aber bei ihm nicht Schaub als Kreativspieler die erste Wahl, sondern ein anderer: Dominick Drexler, fünf Jahre älter als Schaub, den Anfang von Holstein Kiel nach Köln mitgenommen hatte. Schaub wird dies nicht gefallen haben. Muss man sich um Österreichs Teamspieler und sein Standing in Köln Sorgen machen?

Wenn man den Schlager, für den Köln mehr als 100.000 Karten hätte verkaufen hätte können, sah, dann nicht. Köln wirkte auch in seiner besseren ersten Hälfte nicht wirklich zwingend oder ideenreich. Im Herbst sorgte Schaub für die Akzente, wurde als Assistkönig gefeiert. Aber durch seine monatelange Verletzungs-und Pechserie verschob sich offenbar die interne Hierarrchie. zugunsten von Drexler. Zumindest bei Anfang. Die Zahlen bei Drexler lesen sich wirklich gut: Neun Tore und 14 Assists in 29 Einsätzen. Schaub hat sieben weniger, dabei drei Tore und 12 Assists.

Irritierend wirkte, dass Anfang, dessen Vater nach dem in Dusburg auf der Tribüne erlittenen Herzinfarkt inzwischen auf dem Weg der Besserung ist, auch Schaub nicht einwechselte, als das Kölner Spiel in der zweiten Hälfte immer mehr zerflatterte, die ersatzgeschwächten Hamburger die Initiative übernahmen. Da brachte er lieber einen dritten Innenverteidiger statt mit Schaub zu versuchen, das Geschehen wieder in die Hand zu kriegen. Die Strafe für die Devise Resultat halten, folgte: Der Hamburger No Name-Joker namens Manuel Wintzheimer, der aus dem Bayern.Nachwuchs kam, erzielte in seinem zweiten Zweitligaeinsatz den Ausgleich.

Anfang argumentierte nachher auch mit den englischen Wochen, für die Schaub nach der Verletzungspause die Substanz fehle. Aber das kann kein  Argument sein, da der  EX-Rapidler beim Start in die englischen Wochen bei Heidenheim nicht zum Einsatz kam. Kölns Devise nach dem enttäuschenden Unentschieden hieß, dass nichts passiert ist. Das stimmt. Weiter sieben Punkte Vorsprung auf Hamburg. Wenn zu Ostern der Dritte Union Berlin mit seinen Österreichern Christopher Trimmel und Robert Zulj in Fürth verliert und Köln in Dresden gewinnt, wäre der Aufstieg auch theoretisch fixiert. Praktisch ist der in den letzten fünf Runden ohnehin nicht mehr zu verspielen.

Aber um beim Thema Schaub zu bleiben: In der Bundesliga wird Köln taktisch eher so agieren wie Montag Abend im Schlager. Also muss man sich um Schaub Sorgen machen? Eher nicht. Weniger,weil bei den Fans sein Standing unverändert hoch ist. Sondern eher, weil es auch bei Kölns künftiger Konkurrenz so ist. Schaubs Leistungen vor der Pechserie überzeugten derart, dass es für ihn schon Angebote aus der Bundesliga gibt.

Foto: Instagram.

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