Fußball

Riga erinnerte an Landskrona: Raguz müßte ein Thema werden!

Irgendwie erinnerte, das was Dienstag Abend in Riga passierte, an 1990. Das Stadion, die magere Kulisse von nur etwas mehr als 2000 Zuschauern. Die Defizite in Sachen Begeisterung, Elan, Laufbereitschaft und Intensität bei Österreichs Teamspielern. Nicht viel anders als damals vor 29 Jahren bei der 0:1-Jahrhundertblamage gegen die Färoer-Inseln im schwedischen Landskrona. Der große Unterschied: Das stand damals nach einer nicht zufrieden stellenden WM-Teilnahme in Italien am Beginn einer total verpatzten Qualifikation für die Europameisterschaft 1992. Diesmal passierte es  am Ende einer erfolgreichen Qualifikation, zerstörte die Pleite gegen die Nummer 143 der Weltrangliste mit Ex-Mattersburg-Legionär Vitalijs Maksimenko, der jetzt in Slowenien bei Olimpja Laibach spielt, die kaum entstandene Jubelstimmung unter der Devise „Mia san dabei“ verärgerte Teamchef Franco Foda, der auch am Tag danach bei seiner Kritik blieb: „Man muss anders auftreten, immer bereit sein, sich in jedem Spiel zu beweisen!“ Jetzt werden wenigstens die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Aber es wäre besser gewesen, auf diese Erkenntnis verzichten zu können.

Foda verteidigte aber seine Umstellungen an neun Positionen. Man darf nicht glauben, dass die Spieler des sogenannten zweiten Anzugs, die in Riga nicht die Erwartungen erfüllten, keine Chance mehr bekommen werden, den schlechten Eindruck bei Foda zu korrigieren. Zumal de weiß, wozu sie eigentlich im Stande sind. Aber Foda wird  die  mehr als drei Monate bis zum nächsten Treffpunkt im März sicher dazu nützen, viel zu beobachten, sich zu überlegen, ob es nicht doch noch andere Alternativen geben könnte als diejenigen, die er bisher im Kopf hatte. Und wenn man sich an die letzten Spiele der U 21 oder des LASK erinnert, dann könnte man dem Teamchef fast raten,  den  21 jährigen LASK-Stürmer Marko Raguz einmal enger in Betracht zu ziehen. Der sich im Herbst sehr gut entwickelt hat. Es würde sich der  Versuch lohnen, herauszufinden, ob Raguz seinen Torinstinkt, die Aggressivität und die spielerischen Qualitäten auch auf dem Niveau der Nationalmannschaft schon so gut zur Geltung bringen kann wie bei der U21. Aber wer in der Europa League keine schlechte Figur abgibt, dem könnte dies gelingen.

Dass die Topnationen besser als Österreich wissen, wie man schon letztes Spiel gestaltet, das sah man in den letzten Tagen am Beispiel von  Deutschland, Holland, Italien, Russland, Belgien oder Spanien mit ganz klaren Siegen. Gegen teilweise stärkere Mannschaften als Lettland. Deutschland ist nach dem 6:1 über Nordirland in Frankfurt wieder in Aufbruchstimmung. Weil sich Bayern-Stürmer Serge Gnabry mit drei Toren als große EM-Hoffnung profilierte (insgesamt sorgte er für 13 Treffer in seinen 13 Länderspielen), weil bei der Endrunde drei  Heimspiele  in München ausgetragen werden können. Das egrab sich, weil Ungarn nach dem 0:2 in Cardiff gegen Wales ins Play-off der Nations League muss, um noch ein WM-Ticket zu ergattern. Darum dankte Fußball-Deutschland auch Juventus-Legionär Aaron Ramsey, der beide Tore für Wales erzielte. Österreich weiß vor der Auslosung am 30.November in Bukarest sicher, nicht in der Gruppe mit den Spielorten St. Petersburg und Kopenhagen landen zu können. Chaotisch ist hingegen die Situation vor der Auslosung des Play-off am Freitag in der UEFA-Zentrale Nyon am Genfer See: Die ORF-Meldung am Dienstag knapp vor Mitternacht, wonach Andi Herzog mit Israel auf Ungarn treffen wird, dürfte nicht den Tatsachen entsprechen. Zumal die UEFA weiter betont, es werde erst Freitag durch Los entschieden, welche Nation aus dem Quartett Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Israel in die Grupep C zu Schottland, Norwegen und Serbien kommt. Die anderen drei kommen zu Island in Gruppe A. Eigentlich wollte die UEFA verhindern, das zwei Austragungsländer (Ungarn, Rumänien) in einer Gruppe spielen. Es ist alles sehr kompliziert. Zu kompliziert.

Foto: ÖFB.

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