Fußball

Salzburg durch Moura-Hattrick so gut wie fix erstmals in der Champions League

Montag präsentierte  Österreichs Meister Red Bull Salzburg 24 Stunden nach seinem Meisterstück den ersten Stern in seinem Vereinslogo. Für zehn Meistertitel. Aber zwei Tage später jubelten die Spieelr, Trainer Marco Rose, die Chefetage um Stephan Reiter und Christoph Freund und sicher auch die Fans daheim vor dem TV-Schirm noch mehr als Sonntag. Denn da brachte der Tottenham-Wahnsinn in Amsterdam Salzburg erstmals seit der Übernahme durch Red Bull so gut wie fix in die Gruppenphase der Champions League. Tottenham verwandelte  in der ausverkauften Johan-Cruyff-Arena gegen Ajax einen 0:2-Rückstand zur Pause in ein 3:2. Durch einen Hattrick des 26jährigen Brasilianer Lucas Moura  zwischen der 55. und 96. Minute. Bei einem Gesamtscore von 3:3 entschieden die Auswärtstreffer für Tottenham. Somit gibt es in der Königsklasse das zweite englische Finale seit 2008. Damals bezwang Manchester United Chelsea in Moskau nach einem 1:1 im Elferschießen. Diesmal heißt es Liverpool-Tottenham. Hätte Ajax am 1. Juni das Endspiel von Madrid gewonnen, wäre Salzburg die Qualifikation, in der sie bisher immer gescheitert, erneut nicht erspart geblieben.  Jetzt kann das nur passieren, wenn Tottenham Sonntag in der Premier League daheim an der White Hart Lane gegen Everton nicht den nötigen Punkt holt, um Rang vier zu verteidigen. Und dann im Endspiel Liverpool bezwingt, als Titelverteidiger in die Champions League kommt. Eine Heimniederlage gegen Everton ist bei Tottenhams Hochstimmung  nicht zu erwarten. In der Premier League unterlag Tottenham in dieser Saison Liverpool zweimal 1:2.

Tottenhams Triumph bedeutete  die Krönung  von unglaublichen acht Erfolgstagen für die Salzburger. Letzten Mittwoch das 2:0 im Klagenfurter Cupfinale gegen Rapid, Sonntag in Wien mit dem 2:1 gegen Austria den zehnten Meistertitel, zugleich das sechste Double fixiert, drei Tage später vor dem TV-Schirm praktisch für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Die Millionen, die der Doublegewinner dort  verdienen wird, würde die ohnehin schon große finanzielle „Schere“ zwischen Salzburg und den anderen Klubs in Österreich weiter  vergrößern. Eigentlich müsste Salzburg sofort Lucas Moura sofort zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernennen.  Es war sein erster Hattrick, seit er am 1.Jänner 2013 vom FC Sao Paulo nach Europa kam. Paris St.Germain zahlte für ihn damals 40 Millionen Euro, Tottenham am 1. Jänner 2018 zwölf weniger. Seit Mittwoch Abend ist Moura noch mehr als 40 wert.

Ajax sah nach 35 Minuten, nach den Toren von Kapitän Matthijs de Ligt und Hakim Ziyech schon wie der sichere Finalist nach. Zur Pause tauschte Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino  mit dem 1,95 Meter großen Spanier Fernando Llorente einen dritten Stürmer zu Moura und dem Sükoreaner Heung Min Son an. Damit kam Ajax  nicht mehr klar. Nach 59 Minuten stand es schon 2:2. Ajax-Trainer Erik ten Hag  brachte danach drei neue Defensivspieler, um das Unentschieden, das gereicht hätte, zu halten: Joel Veltman nach einer Stunde, Daley Sinkgraven sieben Minuten später, den Argentinier Leandro Magallan  in der 90. Minute Nützte alles nichts gegen die Leidenschaft von Tottenham.  Moura traf in der 96.Minute zum dritten Mal mit links. Bei zehn Einsätzen in der Champions League davor waren ihm nur zwei Tore gelungen. In der Gruppenphase gegen PSV Eindhoven und Barcelona, aber  in keinem k.o.-Duell. Unglaublich. Der Münchener Referee Felix Brych pfiff in der 98 Minute das Wahnsinnsspiel ab, die Ajax-Spieler sanken zu Boden verstanden die Welt nicht mehr. Auswärts Titelverteidiger Real Madrid und Juventus eliminiert, daheim an Tottenham nach einem Sieg in London gescheitert. Nach dem Führungstor zu verlieren, passierte Ajax in dieser Champions League zum ersten Mal.

Ganz anders die Situation beim Finalisten. Der verletzte Torjäger Harry Kane stürmte von der Tribüne jubelnd auf den Rasen, wirkte schon ziemlich fit. Trainer Mauricio Pochettino, der im Finish sein Sakko ausgezogen hatte, küsste überglücklich den Rasen, vergoss danach Freudentränen. In seinem fünften Jahr bei Tottenham brachte er die  „Spurs“ erstmals seit 35 Jahren  wieder in ein Europacupendspiel. Der Höhenflug ist umso bemerkenswerter, weil Tottenham wegen des Stadionneubaus in den letzten zwei Transferperioden keinen neuen Spieler verpflichtete. Sonst wirkt Pochettino immer stoisch ruhig. Seine Emotionsausbrüche  bewiesen, wie viel ihm dieser unerwartete Sieg bedeutete. Er gab zu: „Emotioneller geht´s nicht mehr“.

 

 

 

 

Foto: © FC Salzburg Media.

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