Fußball

Salzburg ready für Champions League – nur der Referee verheißt nichts Gutes

Was Junior Adamu nach seinem Siegestor zum 1:0 für Red Bull Salzburg in der Südstadt gegen Admira sagte, nämlich „ich bin ready für die Champions League“, das gilt wohl für alle, die mit Österreichs Meistermannschaft zu tun haben. Ebenso für die Fans. 15.000 werden zum Heimspiel in den Play-offs am Dienstag Abend gegen Bröndby Kopenhagen, das live auf Sky zu sehen ist, von Constanze Weiss und Ex-Salzburg-Torjäger Marc Janko analysiert wird, erwartet. Salzburg versucht, nach zwei 1:0-Siegen in der Bundesliga, den Ball flach zu halten. Sportchef Christoph Freund bezeichnete die dritte Teilnahme in Serie an der Gruppenphase der Königsklasse nicht als absolutes Muss, Trainer Matthias Jaissle warnte aufgrund seiner Vergangenheit bei Bröndby als Co-Trainer vor der „jetzt erst recht“-Mentalität der Dänen, die sich immer gezeigt habe, wenn es Probleme gibt. Wie derzeit durch die fünf Corona-Fälle. So gut und breit wie Jaissle tut, kann Bröndbys Kader aber nicht sein. Nach drei Unentschieden folgten in den ersten fünf Runden zwei Niederlagen. Zweifelsohne spielten bei Jaissle und dem dänischen Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen auch Emotionen mit. Kristensen gewann zu Beginn seiner Karriere von sechs Spielen mit Midtjylland gegen Bröndby nur eines.

Salzburg bekam es zuletzt vor acht Jahren im Europacup mit einer dänischen Mannschaft zu tun. Eliminierte damals Esbjerg in der Qualifikation mit insgesamt 4:2-Toren. Der Trainer von Esbjerg hieß damals Niels Frederiksen, ist jetzt der Meistermacher von Bröndby. Esbjerg spielt inzwischen in der zweiten Liga, trennten sich vor kurzem nach wenigen Wochen von Ex-Sturm-Trainer Peter Hyballa wegen dessen seltsamer Methoden und Sprüche. Bröndby spietle in der Gruppenphase der Champions League zuletzt vor 23 Jahren, in der Qualifikation vor 15, scheiterte in der dritten Runde an Ajax Amsterdam. Ein Europacupduell mit einer österreichischen Mannschaft hatte Bröndby nur 2011, verlor es gegen Ried in der Europa League. 4:2 in Kopenhagen, 0:2 im Innviertel, das bedeutete  nach der damals noch gültigen Auswärtstorregel das Ausscheiden. Salzburgs bisher doch eher blass gebliebener Schweizer Rekordkauf, Noah Okafor, spielte von 2018 bis 2020 beim FC Basel mit Blas Riveros, dem Innenverteidiger von Bröndby aus Paraguay, zusammen. Der serbische Bröndby-Stürmer Andrija Pavlovic traf in seiner Rapid-Zeit dreimal auf Salzburg, verlor zweimal.

Die Corona-Problematik bei Salzburgs Gegner erinnert an das Vorjahr, als Salzburg ersmals via Qualifikation in die Gruppenphase kam. Israels Meister Maccabi Tel Aviv litt damals auch unter positiven Fällen. Jaissle droht „nur“ der Ausfall von Zlatko Junuzovic wegen Wadenproblemen. Dass seine ordnende Hand abgeht, merkte man schon in der  Südstadt. Aber dennch bleibt Salzburg der klare Favorit. Wenn man krampfhaft etwas sucht, was für die Dänen spricht, dann könnte man auf den polnische Referee kommen, der nichts Gutes verheißt. Mit einer Ausnahme gab es kein österreichisches Erfolgserlebnis, wenn der 40 jährige Glatzkopf Szymon Marciniak ein Match mit rot-weiß-roter Beteiligung pfiff. Erstmals 2015 das Retourspiel in den Play-offs zur Champions League zwischen Schachtjor Donezk und Rapid in Lemberg. Rapid schied trotz 2:2 aus. Ein Jahr später war Marciniak das Schiedsrichter, als sich Österreich im Stade de France von Paris gegen Island mit 1:2 aus der Europameisterschaft verabschiedete. 2019 pfiff er das erste Match mit Beteiligung des Video Assistant Referees im österreichischen Fußball. Das war die 0:1-Heimniederlage des LASK gegen den FC Brügge in der Qualifikation zur Champions League. Brügges Tor fiel nach einem falschen Elfmeterpfiff Marciniaks nach einer Attacke von Gernot Trauner. Video Assistent Pawel Gil griff nicht ein, Riesenärger beim LASK.

Die Ausnahme hieß Salzburg. Das 1:1 in der Gruppenphase der Champions League bei Napoli konnte sich im Herbst 2019 durchaus sehen lassen. Dienstag ist der erste Sieg eines österreichischen Klubs mit Marcianiak als Schiedsrichter fällig. Salzburg hat´s drauf.

Foto: Red Bull Salzburg.

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