Fußball

Salzburg schenkte sich um zwei Millionen einen Sport-Geschäftsführer: Marcus Mann

Am Heiligen Abend schenkt sich Winterkönig Red Bull Salzburg einen neuen Sport-Geschäftsführer. Das wurde der als Favorit gehandelte 41 jährige Schwabe Marcus Mann (Bild), der seit viereinhalb Jahren diesen Job beim deutschen Zweitligisten Hannover 96 ausübte. Zwei Monate nach dem Abschied von Rouven Schröder, der nur zehn Monate blieb und sich in seinen zwei Transferzeiten mit Ausnahme von Karim Alajbegovic nicht gerade auszeichnete, sondern auch für Flops wie Jens Rasmussen, Frans Kraetzig oder Karim Oniwiso (drei Tore bei25 Einsätzen) verantwortlich war, steht der Nachfolger fest. Mann, der zwei Millionen Ablöse (plus Boni) kostete, will anders als Schröder etwas bewegen, unterschrieb einen Vertrag über viereinhalb Jahre bis 30. Juni 2030. Zugleich verlängerte Salzburgs Vorstand mit dem Vorsitzenden Harald Lürzer den Vertrag mit CEO Stephan Reiter, der diese zentrale Funktion seit Jänner 2017 innehat, unbefristet und langfristig.

Mann war vier Jahre lang Sportchef bei Drittligist Saarbrücken, dann eine Saison Nachwuchschef bei Hoffenheim, ehe er nach Hannover wechselte, dort dreimal den Aufstieg nicht schaffte, aber in dieser Zeit einen Transfer-Gewinn von fast 20 Millionen Euro erwirtschaftete. Heuer im Sommer holte er einen neuen Trainer und 18 neue Spieler, Hannover ist als Fünfter im Rennen um die Aufstiegsplätze. Vor drei Wochen sagte Mann Wolfsburg ab.  Als seine Stärken gelten die strategische Kaderplanung und die Entwicklung von Talenten. Laut Reiter passen Manns Erfahrung und sein Verständnis für Nachhaltigkeit ideal zu Salzburgs Zielen. Mann hatte schon nach den ersten Gesprächen mit Reiter ein gutes Gefühl, weil Salzburg für eine klare Philosophie, erfolgreiche Nachwuchsarbeit und ambitionierte Ziele stehe: „Ich bin überzeugt, dass ich mit diesem Umfeld langfristig etwas bewegen kann!“ Ihn reizte vor allem die Aussicht, dauerhaft europäisch zu spielen. Offiziell wird Mann am Dreikönigstag, einen Tag vor dem Prestige-Test gegen Bayern München, präsentiert. Wenn er in Salzburg so erfolgreich agieren wird  wie acht Jahre lang Bayerns jetziger Sportchef Christoph Freund, dann war seine Verpflichtung ein Volltreffer.

Mann hatte bereits im Sommer 2024 „Kontakt“ zu Österreichs Bundesliga, als Hannover 96 Louis Schaub an Rapid abgab. Bei Salzburg muss er jetzt mit einer problematischen Situation leben und fertig werden: Das einzig herausragende Talent, der 18 jährige Bosnier Kerim Alajbegovic, kündigte trotz Vertrag bis 2029 bereits an, nach dieser Saison Salzburg wieder zu verlassen. Leverkusen hat ein Rückkaufrecht. Der Vertrag mit Trainer Thomas Letsch läuft bis Sommer 2027. Die bisherige Bilanz von Letsch: In 51 Spielen 23 Siege, elf Umentscheiden und 17 Niederlagen. Das ergibt einen Punkteschnitt von nur 1,37.

 

Foto: Red Bul Salzburg.

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