Fußball

Salzburgs Abwehrzentrum ist kein Bollwerk – aber trotzdem 40 Millionen wert?

Je näher das Saisonende rückt, desto mehr beginnen die Spekulationen, was in der bevorstehenden Sommertransferzeit alles passieren kann.  Laut der englischen Zeitung „Daily Mail“ ist Wolfsberg-Torhüter Nikolas Polster auch für Premier-League-Absteiger Wolverhampton und Schottlands Meister Celtic Glasgow, der seinen Titel vermutlich an Hearts of Midlothian (mit dem 26 jährigen Ex-Hartberg-Innenverteidiger Michael Steinwender  verliert), ein Thema. Sogar Stil-Vergleiche mit dem jungen Manuel Neuer werden angestellt. Auch  zwei Premier-League-Klubs, der Achte Brighton und der Siebente Brentford, sollen wegen Polster Scouts zu Wolfsberg-Spielen geschickt haben.

Das ist noch nachvollziehbar Unrealistisch klingt hingegen die Prognose, dass Red Bull Salzburg für seine 19 jährigen Innenverteidiger Jannik Schuster und Joanne Gadou demnächst 40 Millionen kassieren könnte. Denn Salzburgs vermeintliches Scheitern im Titelkampf lag auch am Abwehrzentrum, das alles andere als ein Bollwerk war. Der Franzose, vor zwei Jahren um zehn Millionen aus dem Nachwuchs von Paris St. Germain geholt, absolvierte 58 Spiele im Salzburg-Dress, hat einen Vertrag bis 2029, gilt als Bruder Leichtfuß. Das kostete Punkte, ärgerte schon den Vorgänger von Trainer Danie Beichler, Thomas Letsch. Beichler grifft jetzt durch: In der Meiterrgruppe kam Gadou, dessen Marktwert auf zwölf Millionen steht,  von den bisherigen acht Partien nur zweimal zum Einsatz, gehörte dreimal gar nicht zum Kader.  Dortmund soll Gadou 20 Millionen wert sein.  Dortmunds Trainer Niko Kovac gilt als einer, für den Ordnung und taktische Disziplin über allem stehen. Dazu passt Gadou wie die Faust aufs Auge. Er soll den elf Jahre älteren deutschen Teamspieler Niklas Süle, der keinen neuen Vertrag erhält, ersetzen. Süle gilt als Spieler mit dem höchsten Gehalt bei Dortmund.

Schuster (Bild) ist hundertprozentig der solidere und seriösere Innenverteidiger. Aber auch dem Tiroler, dessen Marktwert um fünf Millionen geringer ist als der von Gadou, passieren mitunter schwere Fehler, die seiner Unerfahrenheit geschuldet sind. In Erinnerung ist noch der beim letzten 0:1 gegen Rapid in Hütteldorf, der zur Niederlage führte. Der kopfballstarke Tiroler, der Sohn des ehemaligen Trainers der österreichischen Skispringer, fiel Brentford  und seinem irischen Trainer Keith Andrew auf. Auf Schusters Position spielt ein 24-jähriger Holländer mit Liverpool-Vergangenheit: Sepp van den Berg war zuvor an Mainz verliehen. Schusters Berater Thomas Freismuth gilt als einer, der jungen Spielern auch zum Wechsel ins Ausland rät. Wie letzten Sommer Konstantin Schopp zu Mainz, Jannik Robasch von Absteiger Austria Klagenfurt zu St. Pauli. Schopp ist seit Jänner an Hartberg verliehen, Robatsch und Spari spielen in der zweiten Mannschaft des Abstiegskandidaten St. Pauli. Schuster, der erst 29  Partien für Salzburg bestritt, würde die Zeit nicht davonlaufen. Noch zwei Saisonen bei Salzburg, den Vertrag erfüllen und dann ablösefrei wechseln – das wäre auch eine Möglichkeit. Die aber sicher Salzburgs Sportvorstand Marcus Mann nicht gut gefällt.

 

Foto: RB Salzburg/Julian Gruber.

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