Eishockey

Schlechter kann man nicht starten: So soll Marco Rossi nicht auffallen

Total verpatzter Start für Österreichs Eishockeyteam in die WM. So wie es sich beim 1:5 (1:2, 0:1, 0:2) gegen Dänemark in Prag präsentierte, muss man befürchten, dass die Entscheidung um den Klassenerhalt erneut im letzten Spiel gegen Großbritannien fallen wird. Die Engländer verloren vor  Österreichs Abfuhr gegen den glanzlosen Weltmeister Kanada nur 2:4. Bezeichnend für den schwachen rot-weiß-roten Auftritt war NHL-Legionär Marco Rossi. So sollte der Minesota-Center nicht auffallen. Mitunter hatte man das Gefühl, er wollte das Spiel alleine gewinnen, immer etwas besonderes machen. Aber das ging total schief.

15 719 Zuschauer kamen in die 02-Arena. Darunter viele Tschechen, weil danach Tschechiens Team nach dem Freitag-Sieg gegen Finnland im Penaltyschießen auf Norwegen traf und Tickets nur über Tageskarten zu bekommen waren. Auf den Tribünen saßen sicher mehr österreichische als dänische Fans, aber am Ende erklangen „Denmark“-Sprechchöre. Ganz klar, bei diesem sicheren Sieg. Die Dänen hatten 34 Torschüsse, doppelt so viele wie die Österreicher. „Sie spielten so, wie wir spielen wollten“, sagte Österreichs Torschütze Manuel Ganahl, „schnell und körperbetont“. Die Verlier versuchten es komplizierter, über Kombinationen. Dabei kam es zu vielen unnötigen Puckverlusten, die von den routinierten Dänen, die ein Durchschnittsalter von 29 Jahren hatten, prompt genützt wurden. Die Österreicher kassierten dazu sechs Strafen. 12 Minuten auf der Strafbank sind auf diesem Niveau einfach zu viel, obwohl erst das letzte Tor in Unterzahl kassiert wurde.

Die Auffälligkeiten von Rossi: Er vergab Österreichs erste große Führungschance. Vielleicht war er deshalb so frustriert, dass er innerhalb von 4:35 Minuten zweimal auf die Strafbank musste. Beim ersten Mal fiel die dänische Führung, obwohl auch ein Däne ausgeschlossen war, also mit vier gegen vier. Das zweite Tor gelang den Dänen im ersten österreichischen Powerplay, als KAC-Verteidiger Aabo Jensen rausmusste. Da leistete der in numerischer Überlegenheit als Verteidiger eingesetzte Rossi mit einem unverzeihlichen Puckverlust vor Tormann David Madlener sozusagen den Assist. Ein abgefälschter Schuss von Ganahl brachte Österreich 25 Sekunden vor Drittelende ins Spiel zurück. Beim zweiten Ausschuss von Jensen gab es Mitte des zweiten Drittels Chancen zum Ausgleich. Eine nützte Rossi nicht. Ein Tag zum Vergessen. Nichts mit der Niederlage zu tun hatte Madlener (Bild), der 29 Schüsse hielt. Auch ohne seinen Patzer beim 1:3 hätte Österreich sicher verloren. Weil die Dänen besser waren.

Teamchef Roger Bader sprach von einer verdienten Niederlage, sah nur im ersten und zweiten Drittel gute Momente: „Wir müssen einfacher spielen!“ Wie geht es weiter? Sonntag wird gegen die Schweiz, die sich Freitag mit fünf NHL-Legionären (darunter den herausragenden Verteidiger Roman Josi und Power-Stürmer Nino Niederreiter) und dem 40 jährigen Stürmer Andres Ambühl beim 5.2 gegen Norwegen souverän präsentierte, nichts zu holen sein. Es wäre ein Prager Wunder, nicht zu verlieren. Auch wenn der nach seiner Erkrankung Samstag geschonte Center Bernhard Baumgartner spielen wird. Verteidiger Thimo Nickl, mit den Wheeling Nailers aus den Play offs der Central Hockey League ausgeschieden, saß Samstagnachmittag bereits im Flugzeug nach Prag. Er steht ab Dienstag zur Verfügung. Kein Thema ist mehr Marco Kasper, der mit Detroits Farmteam Grand Rapids das Semifinale der Play offs in der American Hockey League erreichte.

 

Foto: IIHF.

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