Das „dreckige Dutzend“ ist perfekt: Das 0:2 im Derby bei der Austria war das zwölfte Spiel hintereinander ohne Sieg, machte keinerlei Hoffnung auf eine Steigerung. Der neue Trainer Hoff Thorup war nicht ganz schuldlos an der miesen Leistung, weil bei der Aufstellung einiges nicht passte. Damit flog Rapid aus den ersten sechs, hat einen Punkt Rückstand auf Ried. Dazu wird es Konsequenzen für den von den Fans, die schon vor der Pause „wir wollen Rapid sehen“ skandierten, verursachten Eklat geben: Rapid spielte auf Bewährung. jetzt wird wohl die vorerst ausgesetzte Strafe zur Anwendung kommen. Das heißt bei drei Topspielen die Sperre der Fansektoren. Dazu wird es noch eine Geldstrafe kommen. Auch wenn man den Ärger der Fans nachvollziehen kann, darf man die Bengalen-Würfe etc. überhaupt nicht entschuldigen. Wenn man die Übelträger identifizieren kann, müsste ein bundesweites Stadionverbot gegen sie verhängt werden.
Thorup übernahm zwar in einer schwierigen Situation den Job, hat von den ersten drei Partien zwei verloren, keines gewonnen. Offenbar kennt er die Fähigkeiten seiner Spieler bis jetzt nicht genau: Er stellte mit Nenad Cvetkovic, Serge Raux Yao und Kouadio Guy Ahoussou erneut drei Innenverteidiger auf. Den Raum an der rechten Flanke sollte Bendegüz Bolla absichern, links war offenbar keiner dafür zuständig. Bis zur Pause gab es bei den Vorstößen von Austrias Offensivverteidiger Reinhold Ranftl keinen Gegenspieler für den Schützen des zweiten Austria-Tors. Nach dem Austausch des wieder einmal farblosen Rekordkaufs Tobias Gulliksen musste mit Nikolaus Wurmbrand der schnellste Stürmer Ranftl folgen. Sicher keine gute Lösung. Möglich, dass Gulliksen in der ersten Hälfte diese Aufgabe hatte, aber sie nicht erfüllte, auch deshalb raus musste.
Rapid lag 0:2 zurück, dennoch kam mit Tobias Borkeeiet ein weitere zentraler, defensiver Mittelfeldspieler zu Lukas Grgic, der bereits nach 20 Minuten den am Knie verletzten Martin Ndzie ersetzte. Eigentlich wäre eine Variante, mit der versucht wird, die Offensive zu stärken, die logischere gewesen. Romeo Amane setzte auch in der offensiven Rolle keine Akzente. Ercan Kara kam erst nach 70 Minuten. Kapitän Matthias Seidl spielt auf der falschen Position. Er gehört ins Zentrum, nicht wie bei Thorup auf den Flügel. Rapid gelang nur ein einziger harmloser Schuss auf das Tor der Austria. Jetzt wird das Samstag das Duell gegen Wolfsburg in Hütteldorf zum „Schicksalsspiel“. Für beide. Denn Wolfsberg verlor Sonntag beim Letzten Blau Weiß Linz 1:2 (0:1), der erstmals seit der neunten Runde, seit dem unerwarteten 1:0-Auswärtssieg gegen die Wiener Austria am 4. Oktober, wieder gewann.
Als Sportchef Markus Katzer im November die Notwendigkeit für den Trainerwechsel sah, Peter Stöger beurlaubte, lag Rapid mit einem Punkt Rockstand auf Platz zwei, war noch im Cup dabei. Jetzt ist Rapid sieben Punkte hinter Platz eins Siebenter, nicht mehr im Cup. Die Verantwortung für die Talfahrt liegt daher auch beim Sportchef.
Foto: Yigit Oerme.