Nichts wird es mit der ersten EM-Teilnahme von Österreichs U 21-Team seit 2017 in Italien, seit der Ära von Werner Gregoritsch. Zehn Jahre später wird es nicht klappen, vielleicht fix zwei Jahre später, wenn im Dezember das UEFA- Exekutivkomitee in Belfast Österreich als Veranstalter der U 21-EM 2019 festlegt. Das 1:1 (0:0) vor 2700 Zuschauern gegen Dänemark zerstörte die Chancen auf Platz zwei. Theoretisch gibt es noch eine Chance: Wenn Österreich Dienstag in Wales gewinnt, Dänemark daheim gegen Belgien hoch verliert. Derzeit hat Dänemark die um neun Treffer bessere Tordifferenz als Österreich, die direkten Duelle zählen nicht, da beide mit einem Unentschieden endeten.
Auf der Tribüne in Dornbach sassen auch Josef Pröll, der Aufsichtsratsvorsitzende des ÖFB, Sebastian Prödl, der Chef der Nachwuchsteams, ein Trio von Rapid (der technische Direktor Wolfgang Fiala, Sportvorstand Markus Katzer und Assistent Rene Gartler), ein Duo von der Wiener Austria (Sportchef Tomas Zorn, Trainer Stephan Helm), GAK-Scout Andreas Lienhart und Christoph Schösswendter, der Sportchef von Zweitligatabellenführer Blau Weiß Linz, der zur gleichen Zeit ein Testspiel gegen den „Rest“ von Red Bull Salzburg 2:1 (1:1) gewann. Die Aufstellung von Teamchef Peter Perchtold überraschte: U-17-Vizeweltmeister Ifeany Ndukwe schaffte es ebenso wie Nikolas Sattlberger, der im Frühjahr Kapitän war, nicht in den Kader. Sattlbergers Nachfolger war Brentford-Senkrechtstarter Jannik Schuster, der im Abwehrzentrum alles im Griff hatte, überzeugte. Vorne begannen zwei Legionäre: Furkan Dursun vom FC Thun und Thierry Fidjeu-Tazemeta vom deutschen Zweitligisten Kaiserslautern. Nikolaus Wurmbrand begann ebenso auf der Bank wie Erik Kojzek. Ob das die richtigen Entscheidungen waren, bleibt dahingestellt.
Österreich beherrschte zwar mit Nicolas Bajlicz (Bild) sowie den U-17-Vizeweltmeistern Vasilje Markovic und Luca Weinhandl das zentrale Mittelfeld, Gefahr erzeugte aber nur Jacob Hödl über links. Die größte Chance vor der Pause kam durch einen verunglückten dänischen Rückpass zustande, aber Dursun brachte den Ball nicht am Tormann vorbei. Innenverteidiger Valentin Zabransky kam nach einem Eckball frei zum Köpfeln, traf aber nicht das Tor. Mehr ging nicht. Kapitän der Dänen war ein Spieler von Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt, Oscar Hojlund, der jüngere Bruder des ehemaligen Sturm-Legionärs. Vielleicht hätte das Spiel in der zweiten Hälfte ohne den Fehler des seltsamen, auf jeden Fall schwachen und überforderten israelischen Schiedsrichters Sniv Levi eine andere Entwicklung genommen. Als Dursun alleine auf dem Weg zum Tor niedergerissen wurde, gab er nicht einmal ein Foul statt der roten Karte, die fällig gewesen wäre. Kurz darauf gingen die Dänen durch den von Leipzig an Racing Straßburg verliehenen Stürmer Conrad Harder entgegen dem Spielverlauf in Führung. Auch davor gab es eine diskutierbare Szene, hätte man auch auf Foul an Zabransky entscheiden können. Aber das darf keine Ausrede sein.
Nach 57 Minuten gab es den Dreifachtausch. Für die Stürmer Fursun und Fideju-Tazameta war das Match vorbei, ebenso für Markovic. Neu kamen der schnelle Olawusuen Adewumi sowie Kenneth Adejenghure von der Salzburg-Filiale Liefering und Kojzek als neue Stürmer. Es war wie am Abend davor bei Österreichs Team in Dublin: Mit den Jokern wurde Österreich besser. Nach 69 Minuten wurde auch Wurmbrand eingewechselt. Das war richtig, aber Hödl das falsche „Opfer“. Er hätte am Rasen bleiben müssen. Kurz darauf fälschte Partizan Belgrad-Legionär Kojzek einen Distanzschuss von Weinhandl zum Ausgleich ab, zwei Minuten später hatte Wurmbrand das Siegestor am linken Fuß. Er übernahm einen Adewumi-Stanglpass direkt, der Ball rollte am langen Eck vorbei. Es gab sieben Minuten Nachspielzeit, die klare Chance zum Siegstor fehlte. Perchtold war stolz auf die Leistung – aber im Endeffekt hat Österreich damit das EM-Ticket verspielt. Es waren nicht die ersten Punkte, die daheim liegen blieben. In Linz gegen Wales hatte es eine 0:2-Niederlage gegeben.
Foto: ÖFB/Tugrul Karacam.