Fußball

So passt Admira auf Millionenhoffnung Kalajdzic auf

Die Admira ist nicht gerade ein Verein, die im Blickpunkt der Medien steht. Letzte Saison verhielt sich das etwas anders, als unter Ernst Baumeister überraschend ein Europacupplatz erobert wurde.Aber heuer? Im Winter der Transferpoker mit Rapid um Sasa Kalajdzic, dann die Offensive um die Neuverteilung der TV-Gelder, bei der sich Präsident Philipp Thonhauser als Rapid-Gegner zu profilieren versuchte. Ansonst Fehlanzeige. Das Medieninteresse am Drittletzten aus der Südstadt ist überschaubar. Daher kam es etwas überraschend, dass die Admira Mittwoch ein Mail an die Medienvertreter sandte. Mit der höflichen Bitte, sich bei Interviews mit Spielern oder Offiziellen doch an den offiziellen Dienstweg zu halten, zuerst die Anfragen bei Pressechef Roland Kormesser zu deponieren. So wie es bei Vereinen, die im Blickpunkt stehen, nachvollziehbar ist. Aber die Admira müsste doch normal über jeden Artikel, der über den Klub oder seine Spieler  erscheint, froh sein. Egal, ob der Pressechef vorher davon wusste oder nicht.

Was steckt hinter dem Versuch, quasi einen Großklub zu spielen? Der Versuch, Spieler vor sich selbst, vor unbedachten Äußerungen zu schützen? Der interessanteste ist eindeutig  Kalajdzic. Ein verbaler Ausrutscher des 21jährigen kam bisher noch nicht vor. Seine Wortmeldung beim Sky-Interview nach seinen zweite Toren, seinem ersten Doppelpack, am letzten Samstag zum 3:1 bei Wacker Innsbruck hielt sich durchaus im Rahmen des üblichen: „Auf einmal hat es funktioniert, hat es auch im Kopf „Klick“ gemacht Danach haben wir es super runter gespielt. Hoffentlich gelingt mal ein Hattrick.“,

Das hofft auch die Admira, die mit ihm ihre größten Geschäftsinteressen hat. Mit ihm will sie im Sommer das für ihre Verhältnisse große Geld verdienen. Mehr über zwei Millionen sollen es schon werden. Der Wintertransfer zu Rapid war nicht der Ablöse von 1,5 Millionen Euro gescheitert, die Rapid zu zahlen bereit gewesen wäre. Sondern an den vielen, vielen Bonizahlungen, die Admira darüber hinaus kassieren wollte. Die hätten möglicherweise nochmals über eine Million ausgemacht. Da machte  der grün-weiße Sportchef Fredy Bickel nicht mehr mit. Die  hohe Meinung von Rapids Trainer Didi Kühbauer über  Kalajdzic hat sich nicht geändert. Also darf man annehmen, dass Bickels Nachfolger, wer immer dazu im Mai ernannt wird, wieder bei Admira vorstellig wird. Und auch beim Management von Kalajdzic, bei Sascha Empacher von der Agentur Spocs.

Keine Frage, der Marktwert des 2,00 Meter-Riesen wird  in zwei Monaten sicher höher sein, als er es im Winter war. Weil damals Kalajdzic erst aus einer langen Verletzungspause zurück kam. In den fünf Spielen dieses Jahres im Admira-Dress hat er seine Fitness bestätigt, mit bier Toren und zwei Assists Akzente gesetzt. Aber sein Potenzial ist noch nicht ausgereizt. Die Interessen von Admiras Manager  Amir Shapourzadeh liegen auf der Hand: Er setzt darauf, dass Kalajdzic den Sprung in Österreichs Aufgebot für die Unter 21-EM schafft. Er könnte im Juni theoretisch auch für Serbien gegen Österreich spielen, aber dort stünde er im Schatten von Eintracht Frankfurts Torjäger Luka Jovic, um den sich alles drehen wird. Bei Österreich sind die Chancen, zum Zug zu kommen, größer. Einen Konkurrenten, nämlich Patrick Schmidt,  gibt es bei Admira. Adrian Grbic, der Österreich gegen Griechenland zur Europameisterschaft ins Play-off geschossen hatte, muss sich  bei Altach derzeit hinter Winterkauf Mergim Berisha anstellen. Heuer nur 53 Minuten in der Bundesliga, zuletzt bei der zweiten Mannschaft. Arnel Jakupovic machte nach dem Winterwechsel von Empoli zu Sturm in Graz bisher nicht wirklich positiv auf sich aufmerksam. Es sieht also gut für Kalajdzic aus. Die Spiele bei  der EM in Triest und Udine könnten den Marktwert weiter steigern.

Ein gesteigertes Echo um Kalajdzic  wäre im Interesse Admiras, um dann mehr für ihn kassieren zu können. Die vertraglich festgelegte Option auf die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags wird Admira ziehen. Um im neuen Poker um Millionen, vielleicht dann auch mit ausländischen Klubs, den Vorteil der Transferrechte in der Hand zu haben. Deshalb will Admira alles unterbinden, was diesen Plan gefährden könnte. Vielleicht eine unbedachte Äußerung von Kalajdzic zum Thema Österreich oder Serbien, das zuletzt einmal aufgeworfen wurde. Oder mit einer Ankündigung in Sachen Wechsel zu einem anderen Klub.  Daher nur offizielle Interviews.

Es wird beim Versuch der Südstädter bleiben. Clevere Journalisten werden auch künftig mit Kalajdzic reden können, ohne dafür grünes Licht von der Admira einholen zu müssen. Im Juni verlieren die überhaupt vorübergehend die „Kontrolle“ über ihre heißeste Aktie: Wenn Kalajdzic mit der U 21 im Trainingslager und dann bei der Europameisterschaft ist.

 

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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