Das Tief von Rapid nimmt immer dramatischere Formen an. Im dritten Saisonspiel gegen Blau Weiß Linz gelang zwar das erste Tor, setzte es aber mit 1:2 (0:1) die dritte Niederlage. Es war erschreckend, wie sich Rapid speziell in der ersten Hälfte präsentierte, wie die Tore, die zum ersten Sieg der Linzer in der Meistergruppe fielen. Beim 0:1 ein Fehlpass von Tormann Niklas Hedl beim Spielaufbau in Richtung Lukas Grgic, Somelia Diabate kam zum Ball, Ronivaldo vollendete. Beim 0:2 kurz nach der Pause attackierte kein Rapid-Abwehrspieler nach einem Ballverlust wirklich, leistete auch Serge Raux Yao (Bild) nur eine Art Begleitservice. Blau Weiß spielte sich mit Ex-Rapidler Dobras und Simon Seidl locker durch, der Bruder des Rapid-Kapitäns, der wieder einmal erst zur zweiten Hälfte kam, vollendete.
Es war die achte Niederlage Rapids in den letzten elf Spielen, die sechste in zehn Auswärtspartien, die fünfte hintereinander. Der gesperrte Trainer Robert Klauß saß oben auf er Tribüne neben Sky-Reporter Phiipp Paternina. Zur zweiten Hälfte ersetzten Seidl und Winterkauf Romeo Amane Louis Schaub und Grgic, nach 52 Minuten Guido Burgstaller Andrija Radulovic, der bis dahin auffälligster Rapid-Offensivspieler war. Mehr als das erste Bundesligator von Amane passierte nicht. Die Alarmglocken läuten immer lauter. Burgstaller sprach dies auch an: „Wir haben gegen Blau Weiß dreimal zurecht verloren. Wie das diesmal passierte, ist sehr fragwürdig. Du kannst nicht so verlieren. Das war eindeutig zu wenig. Wir müssen uns als Mannschaft hinterfragen und das klar ansprechen. Wenn wir so weiter tun, werden wir kein Spiel mehr gewinnen! Burgstaller stellte damit die Einstellung in Frage. „Das Problem ist, dass wir uns vor uns selbst verstecken!“, klagte Seidl.
Am 26. November 2023 begann die Ära von Klauß bei Rapid mit einem 1:0 gegen Blau Weiß Linz. Ging sie auch gegen Blau Weiß zu Ende, wackelt die Jobgarantie, die ihm Sportvorstand Markus Katzer gab? „Wir haben zu wenig Sprints gemacht, zu viele direkte Duelle verloren, beide Linzer Tore selber aufgelegt. Das darf nicht passieren“, analysierte Klauß, „ich bin derjenige, der den Kopf hinhalten muss, wenn wir die Saisonziele nicht erreichen, wonach es derzeit aussieht. Weil wir keinen guten Jo machen!“ Katzer wollte zur Trainerfrage bei „Sky“ nicht sagen: „Nach so einem Spiel ist das der falsche Rahmen, um das gleich zu beantworten. Aber so kannst du nicht in ein Bundesligaspiel gehen.“
Foto: Gepa Admiral.