Fußball

Statt fünf nur zwei: England schrumpfte!

Nach den Hinspielen im Achtelfinale der Champions League durfte sich England berechtigte Hoffnungen auf vier Viertelfinalisten machen. Große Optimisten spekulierten sogar mit fünf. Doch nach dem 0:3 (0:2) von Chelsea in Nou Camp beim FC Barcelona mit einem Doppelpack von Lionel Messi, der bereits in der zweiten Minute für die Führung sorgte,  gegen seinen früheren Angstgegner stand fest, dass die sich nicht erfüllten. Im Gegenteil, England schrumpfte. Aus fünf Möglichkeiten entstanden nur zwei Aufstiege, die bei Manchester City und dem FC Liverpool den Erwartungen entsprachen. Tottenham und Manchester United scheiterten, obwohl sie auswärts nicht verloren hatten. Bei Tottenham kam als bessere Mannschaft gegen den Vorjahresfinalisten Juventus beim 1:2 in Wembley etwas Pech dazu. Aber für Manchesters Uniteds 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen den FC Sevilla gibt es nur ein Wort: Blamabel. Mit dem 0:0 im Pizjuan-Stadion war der Zweite der Premier League noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber der kriselnde Fünfte der La Liga war dann auch Dienstag in Old Trafford  entgegen allen Erwartungen die bessere Mannschaft. Feierte den ersten Sieg der Klubgeschichte  auf der Insel,kam erstmals seit 1958 wieder in  das Viertelfinale eines Europacupbewerbs.

Eine riesige Watschen auch für Jose Mourinho, wie sich die von ihm zusammengestellte Startruppe präsentierte. Ein schwere Defizit an Kreativität, Powere und auch Leidenschaft. Ganz „special“ auch die Reaktionen des Portugiesen, dessen Image als „special one“ wieder einen ziemlich argen Kratzer erlitt: „Man sollte kein Drama daraus machen“, forderte Mourinho, „so etwas passierte ja hier nicht zum ersten Mal.“ Und erinnerte daran, dass er als Trainer des FC Porto und von Real Madrid auch in Old Trafford den Aufstieg gegen Manchester United geschafft hatte. Zumindest Mourinhos Ego schien unter dem Abschied aus der Königsklasse nicht zu leiden. Di englischen Boulevardblätter sahen es komplett anders. Der „Mirror“ fand Mourinhos Taktik für „spektakulär falsch“.

Wie verkehrt das alles in Old Trafford lief, zeigte sich am Beispiel der französischen Joker: Paul Pogba, letztes Jahr von Manchester United um 100 Millionen Euro gekauft, schien völlig von der  Rolle, brachte den Ball kaum zum eigenen Mann, als er nach einer Stunde kam. Von einem Mittelfeldstrategen erwartet man anderes. Wissam Ben Yedder, der 12 Minuten später als Pogba den Rasen betrat, begann zwei Minuten später, Manchester United ins sportliche Elend zu stürzen: Doppelpack innerhalb von vier Minute zur 2:0-Führung Sevillas. Dementsprechend sein Jubel (Bild oben). Der 27jährige Stürmer kostete Sevilla 2016 beim Kauf von Toulouse nur 9,5 Millionen Euro Ablöse, 90,5 weniger als Pogba. In Old Trafford war Ben Yedder mehr als sein Geld wert, Pogba eigentlich keinen Cent. Nach acht Toren in dieser Champions League steht Ben Yedders Marktwert auf 25 Millionen. In der La Liga traf er übrigens nur sechsmal. Im Jänner hatte er zu Borussia Dortmunds Kandidaten als Nachfolger für Pierre Aubameyang gezählt.

Jetzt sind Manchester City und Liverpool die englischen Hoffnungen. Pep Guardiolas Truppe war zum Zeitpunkt der Blamage von United nicht in der Stadt, sondern im Kurztrainingslager in Abu Dhabi. Der Wüstentrip ging sich  aus, weil sich der Tabellenführer der Premier League zuvor im englischen FA-Cup gegen Drittligist Wigan blamiert hatte und daher auch am kommenden Wochende, an dem United gegen Brighton&Hove um den Aufstieg ins Viertelfinale kämpft, Pause hat. Aber Pep Guardiola kann sich anders als sein „Erzfeind“ Mourinho sagen: Besser im FA-Cup ausscheiden als in der Champions League. Spaniens La Liga ist bei der Viertelfinalauslosung am Freitag in Nyon, die Ukraines ehemaliger Stürmerstar Andrij Schewtschenko als Botschafter des Finalorts Kiew vornehmen wird, mit drei Klubs (Barcelona, Real Madrid und Sevilla) dabei, Italiens Serie A mit zwei (Juventus, AS Roma) wie die Premier League, die deutsche Bundesliga nur mit Bayern München. Das 3:1 bei der Pflichtübung in Istanbul gegen Besiktas gelang problemlos, David Alaba spielte durch,

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