Fußball

Der Fluch der guten Tat: Kerschbaumer wird immer teurer

Letzten Runde sorgte eine österreichische Co-Produktion für eine Überraschung in der  zweiten deutschen Liga: Der Steirer Manuel Prietl zum Niederösterreicher Konstantin Kerschbaumer und er vollendete in der Nachspielzeit zum 1:0 gegen den FC Nürnberg. Das bedeutete den Vorstoß auf Rang fünf in Lauerstellung zu den Aufstiegsplätzen. Der Rückstand auf den Dritten Holstein Kiel beträgt nur drei Punkte, wenn Bielefeld Freitag beim Tabellenführer Fortuna Düsseldorf gastiert. Die Hoffnung lebt. Auch dank der Österreicher im Mittelfeld: Kerschbaumer ist mit acht Treffern zweitbester Torschütze.

Aber bei seiner überzeugende Saison über alle Erwartungen gibt es auch eine Kehrseite der Medaille, sozusagen den Fluch der guten Tat: Kerschbaumer, der von Englands Zweitligist Brentford ausgeliehen ist, dort einen Vertrag bis 2019 besitzt, wird immer teurer. Der Marktwert steht derzeit noch bei 800.000 Euro, aber als sich Kerschbaumers Berater Thomas Böhm bei Brentford auf Bitten von Bielefelds Sportchef Samir Arabi erkundigte, was es kosten würde, Kerschbaumer im Sommer fix zu holen, hörte er eine Summe von über einer Million Euro. Da muss Bielefeld passen, kann nicht mit.

Obwohl der Traditionsklub nach jahrelangem Kampf gegen die Insolvenz finanziell wieder in sichere Gewässer kommt. Dank Hilfe aus der Region. Elf westfälische Unternehmen gründeten letzten Dezember das Bündnis „Ostwestfalen“, um den Ruin zu verhindern. Beteiligt sind der Hauptsponsor Schüco, der Mode-Konzern Gerry Weber und mit Dr. Oetker ein Lebensmittelgigant, vor allem bekannt als Pudding-Hersteller. Der sich zuvor immer geweigert hatte, einzusteigen und zu helfen. So konnten die Schulden von 22 auf 3,5 Millionen Euro reduziert werden,  bis 30. Juni soll das Stadion  verkauft werden. Das könnte neun Millionen bringen. Rund eine halbe Million Miete soll Arminia künftig pro Saison an an neuen Eigentümer bezahlen. Auf jeden Fall kann das Budget von acht auf zwölf Millionen erhöht werden.

Trotzdem reicht das nicht, um Kerschbaumers Millionenkauf zu finanzieren. Außer der Angriff auf die erste Liga gelingt. Denn gibt es viel mehr TV-Gelder. Wenn nicht, könnte Kerschbaumers Zeit in Bielefeld mit Ende der erfolgreichen Saison vorbei sein. Außer der 26jährige leistet bei Brentford  Überzeugungsarbeit, dass er sich gegen alles andere als bei der Arminia zu bleiben, querlegen wird. Noch einmal verleihen wird  Brentford die ehemalige Rapid-Hoffnung aber nicht mehr.

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