Fußball

Stöger nach fünf Monaten Sündenbock für Rapids Tief, Katzer darf nach 35 weiter machen

Donnerstagabend nach dem mutlosen, bedenklichen 1:4 bei Polens Vizemeister Rakow Tschenstochau versicherte Rapids Sportchef Markus Katzer in Interviews bei ServusTV und Sky, man werde keine Trainerdiskussion lostreten. Wichtig sei, Ruhe zu bewahren, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen, schon gar nicht von Emotionen anderer. Während des Rückfug von Kattowitz nach Wien und über Nacht wurde aber alles anders. Freitag verkündete Rapid um 12:16 Uhr also zu High Noon, Änderungen im Trainerteam. Peter Stöger musste nach fünf Monaten als Rapids Sündenbock herhalten, ebenso der von ihm ausgesuchte Assistent Thomas Sageder (Bild). Katzer darf nach 35 Monaten Amtszeit, die nicht sehr erfolgreich waren, in der mit Stöger den dritten Trainer nach Zoran Barisic und Robert Klauß opferte, weiter machen. Nachvollziehbar ist das nicht.

Wie bei Klauß und Barisic versicherte Katzer auch diesmal, dass ihm die Entscheidung extrem schwergefallen sei. Bei der es ihm sicher darum ging, sich aus der Schusslinie zu nehmen. Stöger wusste aus jahrelanger Erfahrung, dass etwas im Busch ist, wenn man von Chef hochoffiziell Rückendeckung bekommt. So war es auch. Einige Interview in den letzten Wochen ließen darauf schließen, dass seine Änderungspläne, seine Ideen, wie es gehen könnte, nicht erwünscht waren. Ebenso seine Bereitschaft, das durchzuziehen. Nach 27 Spielen mit 14 Siegen, vier Unentschieden und neun Niederlagen, davon acht in den letzten zwölf Partien und einem Punktschnitt von 1,70 war Schuss. Der Pu war etwas besser als der von Vorgänger Klauß (1,63 nach 67 Partien), aber nicht gut genug für Grün-Weiß. Beide Trainer wurde von Katzer ausgesucht. Indem er sich von ihnen trennte, gesteht er Fehler ein.

Zweimal Platz vier, einmal Rang fünf, zwei verlorene Cupfinale, ein Viertelfinale in der Conference League – das ist die Bilanz von Katzers Aera. Die letzte Transferzeit lobte er als großartig, aber in Wahrheit brachten seine Einkäufe Tobias Guiksen, Martin Ndzie und Marco Tilio bisher nicht viel, ähnliches gilt für Andrija Radulovic. Alle vier kosteten zusammen 8,9 Millionen. Auch in den Transferzeiten davor gab es Flops. Großartig war im Sommer sicher, dass der verletzungsanfällige Schwede Isak Jansson OGC Nizza zehn Millionen Euro wert war. Mamadou Sangare brachte acht, aber sein Abgang war ein sportlicher Verlust, der nicht wettgemacht werden konnte. Ebenso das Karrierende von Guido Burgstaller.

Wie geht es weiter? Stefan Kulovits wird wie im Finish der letzten Saison Interimstrainer. Damals war er es für sieben Spiele, in denen Rapid gegen den LASK noch den Euopacupplatz schaffte. Sonntag ist Kulovits gegen den LASK, der seine letzten sechs Spiele gewann, im Linzer Stadion erstmals wieder Chef. Schnellschuss wird es keinen geben. Am Markt wäre etwa Markus Schopp, unrealistisch ist, dass Rapids letzter Meistertrainer Peter Pacult mit 66 noch einmal ins Gespräch kommt. Er wurde vor zwei Wochen bei Cupsieger Wolfsberg nach nur einem Monat selbst Opfer einer seltsamen Trainerentscheidung von Wolfsbergs Präsident Dietmar Riegler. Auch bei Sturm Graz gibt es  Gegenwind für Trainer Jürgen Säumel. Die nächsten drei Spiele, die steirischen Derbys in Hartberg und eine Woche später gegen den GAK, dazwischen das Nachtragsspiel gegen WSG Tirol sind richtungsweisend. Wenn Sturm danach nicht Tabellenführer ist, dann …

Foto: SK Rapid/Widner.

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