Fußball

Stöger und der Fluch des guten Spruchs

Freitag Abend zeichnete die deutsche Akademie für Fußball-Kultur in Nürnberg Peter Stöger  für den Spruch des Jahres 2015 aus. Gesagt am 18. Oktober nach Kölns 0:1-Heimniederlage gegen Hannover durch ein Handstor: „Ich bot dem Linienrichter meine Brille an. aber auch das hat er nicht gesehen.“ Die Auszeichnung scheint fest in österreichischer Hand zu sein. Denn 2014 bekam sie der damalige Bremen-Legionär Sebastian Prödl, der ein Auswärtspiel bei Bayern mit einem Zahnarztbesuch verglich, bei dem man nicht wisse,ob er sehr weh tut oder glimpflich ausgeht. Am Tag nach der  Auszeichnung schien Stöger der Fluch des guten Spruchs einzuholen. Denn nach dem 1:2 in Berlin gegen Hertha BSC, Kölns erster Niederlage seit seinem 50. Geburtstag oder saisonübergreifend 12 Runden, hätte er auch Referee Frank Willenborg seine Brille anbieten müssen. Den Ausgleich des lettischen Jokers Rudnevs wegen Fouls abzuerkennen, führte zu Diskussionen. Aber keiner aus Kölns Führungsetage beschwerte sich darüber. Köln traf zuvor in einer Aktion zweimal die Stange. Stöger gestand, dass jede  Niederlage weh tut. Auch weil man sich oben festsetzen will, ohne sich als Bayern-Jäger zu sehen. Der Tabellenführer gab sich beim 2:0 über Gladbach mit einem soliden Linksverteidiger David Alaba trotz Schongang keine Blösse. Drei Punkte Vorsprung auf Hertha,  vier auf Hoffenheim,  fünf aus Köln, sechs auf Dortmund. Von Krise redet keiner mehr.

Für Stögers frühere Schützlinge aus Austrias letzter Meistermannschaft  gab es kalt und warm. Nur kalt für Julian Baumgartlinger in Leverkusen: Ab der 6. Minute mit zehn Mann, in Folge 0:3 gegen Hoffenheim. Für Markus Suttner schien es in Ingolstadt das Highlight einer bisher schweren Saison zu geben: Kein Sieg in der Bundesliga, nur ein Punkt aus sieben Partien. Dazu von Österreichs Teamchef Marcel Koller im Rennen um die Nachfolge von Christian Fuchs als Linksverteidiger nach dem 2:1 gegen Georgien in Tiflis  auf die Bank  gesetzt, zum Reservisten degradiert.  Das Heimspiel gegen Borussia Dortmund schien der große Befreiungschlag für Ingolstadt und Suttner zu werden: Nach zwei Freistössen von ihm mit links  von der rechten Seite, fast von der Outlinie (auch eine Stärke von Fuchs), fielen Ingolstadts Tore zur 2:0-Führung.  Aus dem Spiel heraus servierte er von links mit links Landsmann Lukas Hinterseer die Chance zum 3:0, die der Tiroler ausließ. Bis ins  Finish führte Ingolstadt 3:1, in der Nachspielzeit gelang Dortmund der Ausgleich zum 3:3, bei dem Suttner nicht gut aussah. Dessen Fazit: „Wir sind über uns hinausgewachsen, ohne zu gewinnen.“ Wenigstens ist Ingolstadt nicht mehr Letzter. Die rote Laterne hat jetzt Suttners Landsmann Michael Gregoritsch mit dem Hamburger SV. Den Namen eines Österreichers hörte man auch nach Wolfsburgs 1:3 in Darmstadt, als es um den neuen  Trainers für den VW-Werksklubs ging: „Sky“ nannte  Andreas Herzog als mögliche Alternative zum portugiesischen Mourinho-Schüler Andre Villas-Boas (zuletzt Zeit St. Petersburg, zuvor Tottenham, Chelsea und FC Porto), Belgiens Ex-Teamchef Eric Wilmots oder Schalkes früheren Trainer Andre Breitenreiter.

Zurück zu Christian Fuchs: Der erzielte am Tag nach der  Vertragsverlängerung bei Leicester bis 2019 in seinem 46. Pflichtspiel für Englands Meister das erste Tor. Beim 3:1-Heimsieg über Crystal Palace mit links das 3:0. Am 15. November wird er  im Happel-Stadion vor dem  Match gegen die Slowakei offiziell vom Team verabschiedet. Spielt dann  wieder Suttner auf der Fuchs-Position? Die Chance, sich zum Rücktritt vom Teamrücktritt überreden zu lassen, bezifferte Fuchs aktuell mit 5001:1.

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