Fußball

Sturm Graz hat mehr Reiz als Hoffenheim: Schickers Ehrgeiz könnte nicht größer sein

Wer Andreas Schicker und seinen Charakter seit einigen Jahren etwas näher kannte, für den war es keine Überraschung, dass sich der Sport-Geschäftsführer von Doublegewinner Sturm Graz zu seinem bis 2026 laufenden Vertrag bekannte, kein Angebot aus dem Ausland annahm. Sturm verkündete Donnerstag um 14.50 Uhr offiziell, dass Schicker an Bord bleibt. Weil er sich mit dem eingeschlagenen Weg identifiziert. Ein Grund mehr, die Jubelzeiten rund um die „Blackies“ zu prolongieren. In Hoffenheim hätte eine unruhigere Zukunft als in Graz auf ihn gewartet: Der Siebente der Bundesliga steht stark unter dem Einfluss der Agentur Rogon und ihres Chefs Roger Wittmann, Mäzen Dietmar Hopp, der Schickers Engagement forcierte, will dies zwar ändern, stösst damit aber auf Widerstand. Unter anderem von seinem Sohn.

In Hoffenheim hätte Schicker sicher nicht wie in Graz selbstständig Entscheidungen treffen können, von denen er überzeugt ist. Bei Sturm gibt es den Anreiz in der Champions League zu spielen, kann er auf dem, was er über vier Jahre aufgebaut hat und als „etwas Großartiges“ bezeichnet, den nächsten Schritt tun: „Mein Ehrgeiz für alle bevorstehenden Aufgaben könnte nicht größer sein!“ Etwa, den Vertrag mit Otar Kiteishvili zu verlängern, den dänischen Stürmer Mika Biereth endgültig von Englands Vizemeister Arsenal zu erwerben. Das freut auch Präsident Christian Jauk und Wirtschafts-Geschäftsführer Thomas Tebbich.

Somit wird Sturm sein neues magisches Trio, wie mit Vizekanzler Werner Kogler ein prominenter Sturm-Fan Jauk, Schicker und Trainer Christian Ilzer bezeichnete, erhalten. Denn ein möglicher Job für Ilzer in Deutschland ist seit Donnerstag vergeben: Union Berlin engagierte den ehemaligen Mainz-Trainer Bo Svensson. Der Däne galt auch aufgrund seiner Liefering-Vergangenheit als Thema beim entthronten Mister Red Bull Salzburg, der sich aber für den Holländer Pepijn Lijnders, über acht Jahre Assistent von Jürgen Klopp beim FC Liverpool, entschied. Lijnders will Salzburgs Stil umstellen, ein 4-3-3 mit flexiblen Flügeltürmern forcieren. Damit wartet auf die Scouting-Abteilung neue Arbeit: Sie muss ihre Berichte über mögliche Neuerwerbungen, die auf eine Fortsetzung des 4-4-2 oder des 4-2-3-1 ausgerichtet waren, rasch überprüfen und hinterfragen, ob die Empfehlungen auch für ein 4-3-3 tauglich sind. Vorerst hat Salzburg einen Youngster vom Kooperationsklub Liefering in den Bundesligakader hochgezogen: Den 19 jährigen Mittelfeldspieler Tim Paumgartner.

Austria Klagenfurt engagierte als fünften Neuen den südkoreanischen Junioren-Teamspieler Min Young. Das 18 jährige Mittelfeldtalent unterschrieb bis 2026. Nicht mehr zur zweien Liga wird nächste Saison der FC Dornbirn gehören. Damit gibt es derzeit nur zwei Absteiger. Das neutrale Bundesliga-Schiedsgericht unter Universitätsprofessor Andreas Kletecka fand, dass die Erfüllung der finanziellen Kriterien und die Ausfinanzierung für die kommende Saison nicht ausreichend nachgewiesen werden konnten. Freitag werden die Klagen von DSV Leoben und Regionalliga-Meister Austria Salzburg gegen die Verweigerung der Zulassung für die zweite Liga behandelt.

Foto: Sepp Pail.

3

Meist gelesen

Nach oben