Fußball

Teamcheffrage bewegt alle: „In der Kürze liegt die Würze“

Sonntag im ORF und bei Sky, einen Tag darauf wieder bei Sky und bei Servus TV, die Diskussionen um die Frage, wer auf Franco Foda als Österreichs Teamchef folgen soll, bewegt alle. Das wird sich nicht ändern, weil ÖFB-Sportchef Peter Schöttel nichts über seine Aktivitäten in der Causa Prima verrät. Peter Stöger, gemeinsam mit Andreas Herzog der chancenreichste Kandidat, skizzierte Sonntag auf Sky erfreulich unkompliziert und geradezu erfrischend, wie er den Job anlegen würde. Indem er alles tue, damit das Team „bestmöglich performen“ kann. Man müsse in dem Job flexibel sein, sowohl im Gedanken als auch in der Arbeitweise, müsse abwägen, welche Jungs gerade gut drauf sind: „In der Umsetzung liegt dann mitunter der Hund begraben. In der Trainerarbeit heißt die Devise in der Kürze liegt die Würze, das macht es spannend“

Am Montag fragte sich Sky-Experte Alfred Tatar, warum die Spieler im Team einen österreichischen Pass brauchen, aber nicht der Teamchef. Das sei für ihn nicht schlüssig. Zudem solle man sich von der Meinung verabschieden, eine goldene Spielergeneration zur Verfügung zu haben. Das gelte nur für David Alaba: „Wir dürfen nicht glauben, dass jeder, der im Ausland spielt, Weltklasse ist!“ Martin Stranzl wies auf einen anderen schmalen Grat hin, auf dem sich sowohl zuletzt Foda als auch sein Nachfolger bewegen müssten: „Soll ich Spieler nehmen, die zwar etwas mehr Qualität haben, aber bei ihren Vereinen selten zum Einsatz kommen oder welche mit etwas weniger Qualität, aber ständiger Spielpraxis?“ Admira-Präsident Philipp Thonhauser, zugleich Aufsichtsratschef der Bundesliga und im ÖFB-Präsidium, legte Schöttel nahe, diesem Gremium am 29. April nur einen Kandidaten vorzuschlagen.

Bei Servus TV trafen sich Hans Krankl und Jan Age Fjörtoft wieder (Bild oben). Von 1989 bis 1992 war Krankl Fjörtofts Trainer bei Rapid. Für den Norweger gehört es zu den Teamchefaufgaben, Botschafter für das ganze Land zu sein, psychologische Fähigkeiten seien gefragt.  Fjörtoft gab zu, wegen seiner Rapid-Vergangenheit eher für seinen ehemaligen Mitspieler Herzog zu sein als für Stöger, in dem er einen Austrianer sieht. Krankl legte sich auf keinen fest, möchte einen des Duos aber als neuen Teamchef sehen. Konkret wurde er bei einem Wettvorschlag von Fjörtoft, der für den Europa League-Schlager zwischen seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt und Krankls Ex-Klub FC Barcelona, den ServusTV Donnerstag live überträgt, auf einen Frankfurter Heimsieg setzte. Krankl nahm dies mit dem Wort „danke“ an. Weil er überzeugt ist, dass Fjörtoft das Essen in Wien, um das es geht, bezahlen muss.

Neue Aspekte in Sachen Teamchef eröffnete Dienstag der „Kurier“. Der von einem Flug Schöttels nach Manchester erfuhr, deshalb kombinierte: Es könne sich nur um einen Termin bei Manchester Uniteds Trainer Ralf Rangnick handeln, den der mit Rangnick bestens bekannte Salzburg-Sportchef Christoph Freund, der zur ÖFB-Sprotkommission gehört, vermittelte. Rangnick werde sicher Teamcheftipps für Schöttel parat haben. Mit Trainern, die Rangnick bisher forcierte und die am Markt sind. Wenn es stimmt, dass man daraus auf den 52 jährigen Deutschen Makus Gisdol schließen kann, wäre das schlimm.  Weil seine Stationen in Deutschland bei Hoffenheim (2013-15, Punkteschnitt 1,34), beim Hamburger SV (2016-2018/1,12) und beim 1.FC Köln (2019-21/1,07) alles andere als erfolgreich waren. Nicht mit der Bilanz von Stögers Zeit in Köln mithalten können. Zumal hatte Gisdol bisher eher ein gestörtes Verhältnis zu Österreichern. Das könntedn Teamspieler (Michael Gregoritsch, Louis Schaub) bestätigen. Zudem blieben die Befürworter einer ausländischen Teamcheflösung bisher in der Minderheit.

Foto: ServusTV/Neumayr Leo.

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