Fußball

Thorup stellt sich den Rapid-Erwartungen: Kulovits nicht mehr im Trainerteam

Wenn Rapid künftig so spielt, wie sich der neue Trainer Hoff Thorup zum Vorbereitungsstart präsentierte, dann stehen erfolgreiche grün-weiße Zeiten bevor. Klare Vorstellungen hat der 34 jährige Däne, der sich mit acht deutschen Worten vorstellte: „Herzlich willkommen, ich bin froh, hier zu sein“. Ansonst ist vorerst englisch die  grün-weiße Amtssprache, woran Thorup nichts Außergewöhnliches findet. Er sieht Fußball als internationales Geschäft mit englisch als Hauptsprache. Überrascht war er, als ihn ein älterer, weißhaarger Rapid-Fan um ein Autogramm bat und danach fragte: „Haben´s auch ein Bild mit?“. So etwas war Thorup weder bei Norwich noch bei Nordsjaelland of passiert. Mit den Erwartungen, die mit Rapid verbunden sind, kann er leben: „Die sind bei einem großen Klub mit großem Potenzial in einer großen Stadt völlig normal, ich stelle mich der Herausforderung!“ Die Vorstellungen vom Spielstil heißen dominant sein, viel Ballbesitz, Pressing, klare Positionsspiel, keine Konterattacken zulassen. Er weiß auch, dass  nicht alles auf einmal umzusetzen sein wird: „Es ist mein Job, den Spielern gut Lösungen zu zeigen!“ Apropos Spieler: Er kennt schon einige. Die Norweger, die nach Hütteldorf kamen, wie Rekordkauf Tobias Gulliksen , der noch verletzte Petter  Dahl oder Tobias Börkeeit, auch Romeo Amane: „Den haben wir bei Norwich gescoutet!“ Norwich war unter Thorup die Mannschaft mit den zweit meist erzielten Toren und den meisten Torchancen in der englischen Championship – ähnlich soll es bei Rapid sein.

Klar, dass Sportvorstand Markus Katzer Thorup als Ideallösung lobte. Die viele Aufgaben, die es beim Hearing gab, bravourös meisterte.  Bei seiner Bestellung habe man auch längerfristige Gedanken gehabt: „Wir haben ihn nicht mit der Erwartung geholt, dass er in eineinhalb Monaten alles zerreißt. Obwohl wir nichts dagegen hätten!“ Nicht wirklich überzeugend wirkte es, als Katzer versicherte, nicht nervös zu werden, wenn die Resultate ausbleiben. Das wären völlig neue Züge bei Katzer – denn bei Peter Stöger war das komplett anders. Auch wenn der Sportchef behauptete, es habe nicht mehr mit der Rapid-Spielidee zu tun gehabt, wie sich die Mannschaft in den letzten Partien unter Stöger präsentierte.

Nicht mehr zum Trainerteam  gehört Stefan Kulovits, der nach vier Jahren seinen Abschied nahm. Katzer bezeichnete Kulovits als Musterbeispiel an Loyalität, was Stöger sicher anders sehen wird, behauptete auch, dass nach längeren Gesprächen  Kulovits nicht mehr bleiben wollte, als er die Vorstellungen für die Zukunft erfuhr. Ob das wirklich so war? So wie Kulovits ist auch ein anderer Co-Trainer, Daniel Seper, nicht mehr dabei. Thorup brachte als Assistenten seinen 40 jährigen Landsmann Alan Arac mit, der auch bei Nordsjaelland und Norwich zum Staff gehörte. Ein weiterer Däne soll nach folgen. Weiter dabei sind als Assistent der von Kulovits geholte Serbe Luka Pavlovic, Tormantrainer Jürgen Macho und Athletiktrainer Julian Helml, der in Sachen Fitness durch Tobias Hammerschmied (bisher bei der zweiten Mannschaft) ergänzt wird. Ein Comeback feiert der unter Stöger im September beurlaubte deutsche Videoanalyst Daniel Schmitt, der künftig wieder im Duo mit Landsmann Linus Braun agieren wird. Demnächst hat Rapid daher ein zehnköpfiges Trainerteam.

Foto: SK Rapid/Widner.

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