Fußball

Top vier, Champions League und Pokalfinale: Die drei Missionen von Oliver Glasner

Sozusagen zum Einspielen Samstag daheim gegen Schlusslicht Schalke, danach auswärts gegen den Zweiten Freiburg und Tabellenführer Bayern München.  Die erste Woche nach der WM-Pause wird für den einzigen österreichischen Trainer in der deutschen Bundesliga, Oliver Glasner, ziemlich heftig. Er führte letzte Saison Eintracht Frankfurt zum Triumph in der Europa League, formte zudem den Traditionsklub in der Bundesliga zu einem Spitzenteam – kann das Niveau heuer gehalten werden, ist es sogar noch zu toppen? Die Vorbereitung verlief positiv. Im Trainingslager Dubai gab es Siege gegen Spitzenteams (4:2 gegen RB Leipzig, 1:0 gegen Lech Posen). Stand jetzt werden auch keine wichtigen Spieler in der Wintertransferzeit verloren gehen. Dazu kam ein Amerikaner: Paxten Aaronson, der jüngere Bruder des ehemaligen Salzburgs Legionärs, der jetzt bei Leeds spielt. Sportchef Markus Krösche investierte in den 18 jährigen Mittelfeldspieler vier Millionen Euro Ablöse.

Frankfurt erlebte in den letzten Jahren einige Male einen Absturz nach der Winterpause. Letzte Saison wurden in der Rückrunde nur fünfzehn Punkte geholt, das reichte lediglich zu Rang elf. Natürlich wurde alles durch die Europa League überstrahlt. In fünf der letzten zehn Jahre gewann Eintracht in der Rückrunde weniger Punkte als in der Hinrunde, verspielte zweimal in den letzten sechs Runden den Champions League-Platz. Einmal unter Glasners Vorgänger, Landsmann Adi Hütter. Derzeit wäre Eintracht als Vierter erstmals über die Liga für die Königsklasse qualifiziert. Das will der ehrgeizige Glasner schaffen. So wie ihm das mit Wolfsburg gelungen war. Top vier ist sozusagen seine erste Mission. Auf keinen Fall sollen auf starke Leistungen unter der Woche in Champions League und deutschem Pokal schwächere am Wochenende folgen, wenn es um Punkte geht. Die zweite Mission wäre der Aufstieg gegen Napoli unter die letzten Acht der Champions League, die dritte der Vormarsch ins Endspiel des DFB-Pokals. Im Achtelfinale empfängt die Eintracht Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt zum Hessen-Derby.

Geschwiegen hat Glasner zu allen Spekulationen um seine Person. Aus England verlautete, Chelsea und Tottenham beschäftigten sich mit dem neuen Stern am europäischen Trainerhimmel, aus Spanien wurde ähnliches von den Madrider Großklubs vermeldet. Glasner erklärte erst dieser Tage in einem Hörfunkinterview, er plane nicht, aus seinem bis 2024 laufenden Vertrag vorzeitig auszusteigen. Wegen seiner Erfolge und der offenen Art hat er vor allem bei den Fans, aber auch im Klub Heldenstatus. Die Spieler folgen ihm bedingungslos, weil er sie bisher besser machte. Aber unbestritten ist, dass Glasner Frankfurt nicht als seine Endstation sieht. Darum lehnte er vor kurzem das Angebot, ein Buch über seine bemerkenswerte Karriere zu verfassen, ab. Er möchte noch mehr erreichen. Dafür spricht schon sein Ehrgeiz.

Sehr groß ist auch der Ehrgeiz bei Christopher Trimmel, dem Kapitän von Union Berlin, mit den „Eisernen“, die auf Platz fünf hinter Eintracht liegen, oben dranzubleiben. Zum Ende des letzten Jahres gab es drei Spiele ohne Sieg, Abfuhren gegen Leverkusen (0:5 und 1:4), zuvor lag Union sogar vor Bayern Tabellenführer: „Daraus haben wir die Lehren gezogen, das ist eine große Stärke von uns. Wir bekommen es intern immer hin, dass alle Gas geben, werden erneut eine gute Saison spielen!“, kündigte Trimmel an. Entscheidend könnte der Start sein. Samstag das Österreicher-Duell gegen Christoph Baumgartner und Hoffenheim in der Alten Försterei, dann warten Werder Bremen und das Berliner Derby.

Foto: Eintracht Frankfurt.

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