Fußball

Überragende Momente: Der beste Schaub, den es je gab

Schon nach den ersten drei Runden hatte Armin Veh, der Sportvorstand des 1.FC Köln, seine Neuerwerbung aus Wien, Louis Schaub, als absolute Bereicherung gelobt. Wie zur Bestätigung  unterstrich der 23jährige in den vierten, vor dem Flug zu Österreichs Team, das Prädikat wertvoll, das ihm Veh verlieh. Der Ex-Rapidler präsentierte sich Sonntag Mittag als „Man of the match“ im Acht Tore-Festival am Hamburger Millerntor beim Kultklub St, Pauli vor 29.000 Zuschauern. Köln lag nach 25 Minuten und schweren Abwehrfehlern 0:2 zurück, gewann aber noch 5:3 (2:2), verteidigte somit Platz eins. Nicht Kölns zweifacher Torschütze Simon Terodde , der schon neun Treffer auf seinem Konto hat,  bekam die Auszeichnung, sondern Schaub (siehe oben) für drei Assists. Er spielt wirklich überragend. So ist er der beste Schaub, den es je gab.

Er  erinnerte an seine Gala vor drei Jahren im Rapid-Dress mit zwei Toren beim sensationellen 3:2 gegen Ajax in Amsterdam, als  Rapid Hollands Renommierklub in der Qualifikation zur Champions League eliminierte. Damals klopfte erstmals der 1.FC Köln durch seinen damaligen Trainer Peter Stöger erstmals bei Schaub an. Aber der fühlte sich mit 19 noch nicht reif für den Wechsel nach Deutschland. Jetzt ist er es. Auch in Hamburg war die Fitness von Schaub auffällig: Da gab´s anders als  bei Rapid keine Phasen, in denen er abtauchte, im Finish konnte er noch zusetzen. Herausragend.

Schaub hauchte mit seinem ersten Assist, einer perfekten Flanke von rechts mit links auf den Kopf des Torschützen Christian Clemens, Köln  wieder Leben ein.  Bereitete nach 57 Minuten das 2:4 des Franzosen Serhou Guirassy vor und in der fünften Minute der Verlängerung  aus einem Konter des entscheidende 3:5 durch Salih Öczan. Besser geht´s nicht. Da kann es Schaub auch verkraften und wegstecken, dass es noch nicht zu seinem ersten Tor für Köln in einem Pflichtspiel reichte. Siege mit dem Aufstiegsfavoriten entschädigen dafür: „Es ist hier schon alles intensiver als in der österreichischen Liga“,freute er sich über seine Leistung, „auch alles etwas größer.“ Er findet sich damit sehr gut zurecht.  Der „Kölner Stadtanzeiger“ gab ihm die beste Note, lobte: „Zahlreiche überragende Momente, dazu drei Torvorlagen. Der Österreicher war wieder der Mann für´s Spektakel!“

Ein ehemaliger Mitspieler von Schaub bei Rapid, Marcel Sabitzer, fiel Sonntag in der ersten Bundesliga auch durch einen Assist auf. Der Steirer kam bei RB Leipzig erst nach 54 Minuten, als Aufsteiger Fortuna Düsseldorf bei Salzburgs Europa League-Gegner 1:0 in Führung lag. Sabitzer bereitete den Ausgleich vor, mehr ging aber nicht mehr. Stefan Ilsanker spielte durch. Leipzig hat nach zwei Runden nur einen Punkt, sicher eine Enttäuschung. Ebenso für Vizemeister Schalke: Zwei Runden, zwei Niederlagen, kein Punkt. Sonntag kam Guido Burgstaller bei der 0:2-Heimpleite gegen Hertha BSC Berlin nach 57 Minuten, als es 0:1 stand. Der Kärntner vergab eine Ausgleichschance. Alessandro Schöpf spielte gar nicht. Bei den Siegern war Valentino Lazaro ein solider rechter Verteidiger.

In England gehörte Sebastian Prödl bei Watfords viertem Sieg anders als bei den ersten drei nicht zum Kader, sass nicht einmal auf der Bank. Nicht nachvollziehbar. Das Siegestor zum überraschenden 2:1 gegen Tottenham köpfelte mit dem Nordiren Craig Cathcart ein Konkurrent Prödls als Innenverteidiger. Watford ist mit dem Punktemaximum sensationell Dritter. Irgendwie das St. Pölten der Premier League.

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