Fußball

Unglaublich: Wegen zu vieler Bonus-Zahlungen für Kalajdzic scheiterte der Wechsel zu Rapid

Die Transferzeit in Österreich dauert bis 6. Februar. Aber bereits am 31. Jänner scheiterte offenbar Rapids Plan, den 20jährigen Sasa Kalajdzic als neue Stürmerhoffnung von der Admira nach Hütteldorf zu lotsen. Der Zweimeter-Riese hätte durchaus das Potenzial gehabt, nach einer Anlaufzeit wegen seines Seuchenjahrs mit zwei schweren Verletzungen die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Es scheiterte nicht daran, dass die Admira beim eigentlich am 30. Juni auslaufenden Kalajdzic-Vertrag die Option auf ein weiteres Jahr zog, die übrigens nicht einseitig war. Es scheiterte nicht an der  Ablöse, über die sich Rapids Sportchef Fredy Bickel mit Admiras Manager Amir Shapourzadeh einig war. Rapid hätte 1,5 Millionen Euro für den 21jährigen  bezahlt. Aber als Shapourzadeh auch Bonuszahlungen forderte, beendete Bickel (Bild oben mit Rapids Wirtschaftsvorstand Christoph Peschek) die Verhandlungen. Und das ist unglaublich. passiert selten bis nie.

Bonuszahlungen sind im Fußballgeschäft üblich. Beteiligung am Weiterverkauf, Boni bei entsprechenden Erfolgen mit dem neu verpflichteten Spieler.  So wollte Admira auch kassieren, falls Rapid mit Kalajdzic die Qualifikation für die Champions League schafft. Bei allem Respekt vor den Qualitäten der jungen Hoffnung: Darauf einzugehen hätte kein Risiko bedeutet.  Denn die Königsklasse erstmals seit 2005 zu erreichen, wird für Rapid noch auf einige Zeit eine Utopie bleiben. Die Südstadt-Bonusforderungen gingen darüber hinaus. Auch für eine gewisse Anzahl an Einsätzen in der Bundesliga, im Falle des Cupsiegs oder Einberufungen in die Nationalmannschaft. I Summe hätte Grün-Weiß eine weitere Million lockere machen müssen. Aber offenbar wollte Rapid nicht mehr als 1,5 Millionen für Kalajdzic bezahlen. Ist das richtig oder kurzsichtig?

Stürmerhoffnungen im Alter von Kalajdzic und mit seiner Größe liegen nun einmal in dieser Preiskategorie, in Belgien und Holland beispielweise noch darüber.  Und wenn Bickel und Trainer Didi Kühbauer so von Kalajdzic überzeugt sind, wie sie in den letzten Tagen erklärten, dann hat Rapid eine Chance vergeben. Nämlich mit ihm noch ein vielfaches mehr zu verdienen als die gesamt 2,5 Millionen, die Admira kassieren wollte.  Wenn Kalajdzic im Frühjahr wieder seinen Rhythmus findet, bei Admira auffällt, dann wird es, egal ob Admira den Abstieg verhindern kann oder nicht, außer Rapid nächsten Sommer auch noch andere Interessenten für ihn geben. Auch aus dem Ausland Und die werden zahlungskräftiger sein.

Natürlich wurden Bickel auch noch Donnerstag andere Stürmer aus dem Ausland angeboten. Aber jetzt noch zuzugreifen, wäre das größere Risiko als sich zu Bonuszahlungen für Kalajdzic zu verpflichten. Man kann jetzt annehmen, dass sich bei Rapid in Sachen Einkauf nicht mehr tun wird.  Auch wenn das viele Fans nicht verstehen werden, dann wäre das doch die richtige Entscheidung. Denn bis sich ein neuer Legionär so richtig auskennt, was bei Rapid gefragt ist, würde es einige Zeit dauern. Nach dem Trainingslager noch bei einem Ausländer, auch beim oft genannten Andres Vombergar von Olimpija Laibach zuzugreifen, wäre Aktionismius, um die Anhänger zu beruhigen, zugleich auch Geldverbrennung. Die Moral der gescheiterten Winterkauf-Geschichte: Ohne entscheidend verbessertes Scouting wird es Rapid auch in den kommenden Transferzeiten schwer haben.

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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