Fußball

Union Berlin jubelt über sein Ösi-Juwel Querfeld

Noch bevor Rapid und Union Berlin Freitagnachmittag den Wechsel von Leopold Querfeld bestätigten, widmete ihm „Bild“ so wie einenTag zuvor eine Artikel mit Balkenlettern. Diesmal hieß der Titel „so tickt Unions Ösi-Juwel“, darunter stand zu lesen: Er betet zweimal am Tag, seine Familie kommt aus einer Kaffeehaus-Dynastie. Seine Disziplin und sein Ehrgeiz wurden als weitere Stärken gepriesen, speziell am Beispiel, dass er beim 2:0-Sieg gegen Salzburg eine Risswunde am Knie erlitt, die in der Kabine tackern und nähen ließ und nach ein paar Minuten weiterspielte. Und man traut ihm zu, ähnlich einzuschlagen wie der inzwischen 37 jährige Eisern-Kapitln Christopher Trimmel: Er kam nach fünf Jahren  bei Rapid als Vereinslegende nach Berlin und schrieb mit Union Geschichte.  Das kann man Querfeld auch zutrauen.

Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert bejubelt Querfeld als einen der stärksten und begehrtesten Innenverteidiger seines Jahrgangs, als physisch stark und mutig, zeigte sich stolz, ihn trotz anderer Offerten in die Alte Försterei im Berliner Stadtteil Köpenick gelotst zu haben. Querfeld gab zu, es sei kein leichter Schritt gewesen, seine Heimatstadt und den Klub, bei dem er groß wurde, zu verlassen, ist aber überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben, wieder bei einem außergewöhnlichen Klub gelandet zu sein. Was die Unterstützung durch die Fans betrifft, stimmt das zu hundert Prozent.

Rapid verlor seine Vorzeigemodell für alle Nachwuchsspieler, wie es Geschäftsführer Steffen Hofmann ausdrückte, weil Querfeld zeigte, dass von Hütteldorf der Sprung in eine europäische Topliga gelingen kann. Querfeld debütierte im Oktober 2020 mit 16 Jahren bereits in der zweiten Mannschaft in der zweiten Liga, ein Jahr später unter Didi Kühbauer in der Europa Lague bei Dinamo Zagreb. Insgesamt kam er auf 71 Pflichtspielen bei den Profis, spielt im März erstmals im Nationalteam (2:0 gegen die Slowakei), überzeugte zuletzt beim 2:1 gegen Serbien. Eine reife Persönlichkeit mit erst 20 Jahren, die wusste, dass die Zeit reif ist, die Ausstiegsklausel um 2,5 Millionen Euro aus dem bis 2025 laufenden Vertrag zu nützen. Ob Rapid mit Union eine Beteiligung an einem Weiterverkauf, zu dem es im Lauf der Jahre sicher kommen wird, aushandeln konnte? Mit Max Hofmann, Nenad Cvetkovic, den Neuerwerbung Philipp Raux-Yao und Jakob Schöller, der noch verletzt ist, hat Rapid vier Innenverteidiger im Kader. Dazu mit Nikolas Sattlberger das nächste Vorzeigemodell.  Aber er ist im zentralen Mittelfeld besser aufgehoben.

Erfolgreich war Rapid an der Sponsorenfront unterwegs: Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Wien Energie um zwei Jahre bis 2026, mit Premium Partner Allianz um zehn Jahre bis 2034 und neu dazu kam in dieser Kategorie die Raiffeisenbank. Bereits im Cupfinale gegen Sturm Graz trug Rapid das Giebelkreuz am linken Ärmel. Eine Erfolgsbilanz für Wirtschaft-Geschäftsführer Marcus Knipping. Raiffeisen mit seinem damaligen Werbechef Karlheinz Oertel war 1970 der erste Rapid-Sponsor. Oertel sprang 24 Jahre später nach dem grün-weißen Finanzdebakel samt Ausgleich für ein Jahr als Präsident ein, führte Rapid mit dem damaligen Geschäftsführer Werner Kuhn wieder in ruhigere Gewässer.

 

Foto: Union Berlin.

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