Fußball

Vergebener Elfmeter stoppte Mbappe nicht: Frankreich wie 2018 und 2022 im Semifinale

Frankreich ist der erste Semifinalist der Weltmeisterschaft. Auch ein nach 25 Minuten von Kylian Mbappe vergebener Elfmeter stoppte die „Equipe tricolore“ in Boston gegen Marokko. Nach einer Stunde traf Mbappe doch, sechs Minuten, dann Ousmane Dembele. Das ergab den ungefährdeten, völlig verdienten 2:0 (0:0)-Sieg über enttäuschende Marokkaner, die bis zur 83. Minute völlig harmlos blieben. Der Ausfall von Bayerns Neuerwerbung Ismael Sabari, der bei der WM zuvor drei Treffer erzielte, machte sich doch bemerkbar. Frankreich erreichte nach 2018 und 2022 zum dritten Mal hintereinander das Semifinale. Mbappe hält  bei 20 WM-Toren in 20 WM-Spielen, holte wieder Lionel Messi ein. Mit je acht Toren führen sie die Schützenliste dieser WM an.

Mbappe holte den Elfmeter, den er vergab, selbst heraus. Noussair Mazzaroui, der Innenverteidiger mit Bayern München-Vergangenheit, der jetzt bei Manchester United unter Vertrag steht, konnte ihn im Strafraum nur durch ein Foul stoppen. Um den Elfmeterschützen vor Provokationen zu schützen, entwickelten die Franzosen eine eigene Taktik: Ein anderer, in diesem Fall, Dembele, nimmt den Ball, lässt sich provozieren, gibt dann den Ball an den Schützen weiter. Klappte im Achtelfinale gegen Paraguay perfekt. Gegen Marokko wollte Mbappe schon schießen, als ihn der argentinische Referee Facundo Tello stoppte, weil sein Landsmann, VAR Hernan Mastrangelo, den Check noch nicht abgeschlossen hatte. Nach minutenlanger Wartezeit schoss Mbappe den Elfmeter so schwach, dass ihn Tormann Bono mühelos halten konnte. Im ORF-Studio behauptete Experte Peter Stöger im Spaß: „Hätte ich die richtige Ecke erraten, hätte ich den auch gehalten!“ Nichts zu halten gab es bei Mbappes Führungstor, als er den Ball von der Strafraumgrenze ins lange Eck zirkelte. (Bild). Dembeles Schuss hingegen wirkte nicht unhaltbar. Aber Bono patzte.

Frankreichs Semifinalgegner wird Freitagabend in Los Angeles  zwischen Österreich-Bezwinger Spanien und Belgien ermittelt. Entscheidend könnte es das Tormannduell zwischen Unai Simon, der bisher kein Tor kassierte, und Thibault Courtois. Dazu kam es schon seit Jahren in der spanischen La Liga, wenn Bilbao auf Real Madrid trifft. Der Baske Simon kassiert seit 609 WM-Minuten kein Tor, wurde letztmals 2022 bei der WM in Katar im dritten Gruppenspiel gegen Japan bezwungen. In den folgenden fünf Spielen nicht mehr, auch nicht beim Ausscheiden in Katar im Achtelfinale gegen Marokko. Denn da stand es 0:0, entschied das Elfmeterschießen, das für diese Statistik nicht gewertet ist. Für Simon wird es sein 64. Länderspiel, für Courrois bereits sein 115. Mit 34 ist Courtois fünf Jahre älter als Simion, mit 1,99 Meter neun Zentimeter größer.

Foto: Reuters.

Meist gelesen

Nach oben