Fußball

Verkopfte Art? Glasner hat noch drei Spiele Zeit für Wende

Ausgerechnet jetzt muss Oliver Glasner auf seinen besten Torschützen Wout Weghorst verzichten. Der Holländer fehlt Sonntag wegen einer Oberschenkelzerrung, wenn Wolfsburg beim Vorletzten Paderborn  gastiert. Im ersten der drei Spiele, in denen der österreichische Trainer die Wende schaffen muss. Eine Art Galgenfrist, weil der Zehnte Wolfsburg in der Tabelle der letzten zehn Runden nur Drittletzter ist.  Nur Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf waren schlechter. Via „Bild“ stellte Wolfsburgs Aufsichtsratschef Frank Witter Glasner die Rute ins Fenster. Wenn er gegen Paderborn, den Letzten Fortuna Düsseldorf und Hoffenheim nicht die Wende schafft, um wieder an die Qualifikation zur Europa League, an die Plötze fünf und sechs denken zu können, dann ist er nach acht Monaten ziemlich sicher weg: „Jobgarantie gibt es keine“, versicherte Witter. So viel Gegenwinde kannte Glasner in den letzten drei erfolgreichen Saisonen beim LASK nie. Nur nach der ersten, als der Aufstieg gegen St. Pölten verpasst wurde. Aber da stand sein Mentor Jürgen Werner wie ein Felsen vor ihm. Ob dies der mit Werner sehr gut befreundete Wolfsburger Sportvorstand Jörg Schmadtke auch tun wird? Nach den letzten Wortmeldungen des 55 jährigen Ex-Torhüters, in denen er Glasner  aufforderte, die Taktik zu ändern, statt drei nur noch zwei Stürmer zu nominieren, kann man nicht  davon ausgehen.

Glasner wollte auch in Wolfsburg seine Lieblings-Philosophie, das beim LASK so erfolgreiche 3-4-3 mit drei Innenverteidigern durchdrücken. Obwohl das in den ersten acht Runden erfolgreich war, baten die Spieler ihren neuen Trainer ständig, auf Viererkette umzustellen, deuteten laut Insidern sogar eine Art“Taktik-Streik“ an. Glasner lehnte das vorerst ab. Als die entsprechenden Ergebnisse ausblieben, brach Glasner ein, ordnete eigentlich widerwillig die Viererabwehr und damit das System an, in dem sich laut Kapitän Joshua Guilavogui die Mannschaft am besten fühlt. Das war für Glasner-Kenner schon ein  Alarmzeichen, dass er von seiner Philosophie abrückte. Wolfsburg hat  zu viele Ego-Speiler, zu denen sicher nicht nicht Glasners Landmann Xaver Schlager zählt, die in erster Linie auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Es herrschr  in Wolfsburg nicht zum ersten Mal das Prinzip wir machen, was wir wollen.

Anders als unter Vorgänger Bruno Labbadia, der im Gegensatz zu Glasner nicht das Prinzip der langen Leine verfolgte,sondern strikte Regeln aufgestellt und damit die Mannschaft in die Europa League geführt hatte. Nur passten er und Schmadtke nicht zusammen. Die  Art des intelligenten, tiefgründigen und bedächtigen Glasner wird in Wolfsburg als verkopft bezeichnet. Weil er es verpasste, rechtzeitig auf laut oder böse umzuschalen. Sein einziger Versuch in der Hinrunde nach der Niederlage in Freiburg scheiterte.  Viele behaupten, das habe ihn intern unglaubwürdig gemacht. Jetzt hat Glasner vor den drei Spielen, in denen er die Wende  schaffen muss, bei denen erstmals auch der von Salzburg um zehn Millionen geholte Innenverteidiger Marin Pongracic im Kader steht, zwei Alternativen: Den Wünschen von Sportvorstand und Spielern folgen, im 4-4-2 spielen, oder wieder sein 3-4-3 zu wählen. Wenn es damit wieder klappt, wäre es ein persönlicher Triumph. Er forderte seine Mannschaft auf, die Sinne zu schärfen: „Wir waren zu nachlässig im Strafraum“, erklärte er das 1:3 in Köln und das 1:2 gegen Hertha BSC Berlin in diesem Jahr. Sowohl im eigenen beim Verteidigen als auch im gegnerischen beim Verwerten der Torchancen: „Aber im Strafraum werden die Spiele entschieden!“ Egal mit welchem System.

Foto: VfL Wolfsburg.

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