Auf sechs Runden ohne Sieg folgte der höchste von Rapid in dieser Saison: Schlusslicht Altach war in Hütteldorf auch der denkbar beste Gegner für den ersten Schritt aus dem Tief, der vier Tore nach Standards zuließ. Darunter die schnelle Führung nach acht Minuten, als Innenverteidiger Nenad Cvetkovic einen Freistoß von Kapitän Matthias Seidl mit der Ferse verlängerte. Sechs Minuten zuvor hatte Rapid sein größtes Glück in diesem Spiel, als der offenbar übermotivierte Mamadou Sangare in Nähe der Mittellinie Altachs Innenverteidiger Benedikt Zech bei einer völlig sinnlosen Attacke voll am Knöchel traf. Der steirische Referee Jakob Semler beließ es bei der gelben Karte. Solche Fouls wurden aber auch schon mit rot bestraft. Jedenfalls war das eher ausschlussreif als nach einer Stunde beim Stand von 2:0 das Foul von Cvetkovic, bis dahin bester Rapidler, an Marlon Mustapha vor dem Strafraum mit der linken Hand. Semler zeigte gelb, dch VAR Manuel Schüttengruber sah darin eine schwere Fehlentscheidung, schickte Semler zum On Field Review. Dann wurde daraus ein Torraub „konstruiert“. Völlig überzogen. Trainer Robert Klauß wechselte sofort, brachte Innenverteidiger Jakob Schöller für Offensivspieler Louis Schaub. Aber Rapid musste nur fünf Minuten in Unterzahl spielen. Dann sah Altachs Innenverteidiger Paul Koller innerhalb von 60 Sekunden zweimal gelb und musste in die Kabine.
„Wir sind froh und glücklich“, sagte Klauß, wusste allerdings, dass „nicht alles gut war. Aber es ging diesmal nicht darum, eine perfekte Leistung abzuliefern, sondern um Energie, Mut und Lösungen nach vorne“. Es gab tatsächlich, eine Phase, in der Rapid sogar etwas wackelte. Die folgte, als nach einer halben Stunde Tormann Niklas Hedl bei einem Schuss von Vesel Demaku, dem ersten gefährlichen von Altach, den Ausgleich verhinderte, der aus dem Nichts gefallen wäre. Ähnliches passierte Rapid bei den Niederlagen gegen Wolfsberg, Austria und dem LASK Danach vergab Demaku zum Glück Rapids noch die Chance zum Ausgleich, Sonst wäre es vielleicht ein Zitterspiel geworden und kein Kantersieg. Es passte zur Jubelstimmung, dass Guido Burgstaller erstmals nach dem für ihn folgenschweren „Zwischenfall“ im Dezember wieder im Stadion war.
Der effektivste Rapidler hieß Isak Jansson. Bisher jubelte er in dieser Saison nur über Tore gegen Red Bull Salzburg. Beim 3:2-Heimsieg im September gelang dem Schweden sein erster Doppelpack in grün-weiß, beim 2:2 in Salzburg traf er einmal. Samstag erzielte er die Tore zum 2:0 und 3:0, sein erster Treffer war der schönste an diesem Abend. Ein Haken um Innenverteidiger Pasal Estrada, dann ein Knaller aus 16 Metern genau ins lange Eck. Zudem entstand das 4:0 durch einen Elfmeter nach Foul von Estrada an Jansson. Dion Beljo verwandelte erst im Nachschuss. Dann erwies sich Andrija Radulovic wieder als perfekter Joker: Beim zweiten Einsatz gab es sein zweites Tor. In der fünften Minute der Verlängerung per Kopf. Fünf Tore erzielte Rapid in den 19 Runden davor nie. Das brachte Selbstvertrauen vor dem Hinspiel im Achtelfinale der Conference League bei Bosniens Meister Borac Banja Luka am Donnerstagabend. Dort darf Cvetkovic spielen.