Fußball

Warum redet sich Djuricin in Schwierigkeiten? Nach Salzburgs 4:2 Platz zwei in Reichweite

Mitunter passiert es, dass Trainer, die gerade eine Niederlage kassierten, damit besser umgehen können als der siegreiche Kollege. Das ist zwar die Ausnahme der Regel, kommt aber vor. Wie Samstag Abend im Presseraum des Hütteldorfer Allianz-Stadions. Oliver Glasner meinte scherzend nach dem 0:2 seines LASK, er habe Goran Djuricin gesagt, wenn Rapid in einer Krise schwebe, „dann ruft uns an. Wir helfen euch.“ Humor, geschuldet der Tatsache, dass Rapid gegen die Linzer bisher in dieser Saison noch keinen Punkt verlor. Gelang sonst nur gegen das Schlusslicht St. Pölten. Nicht als Replik auf Glasner sagte Djuricin wenig später, Rapid habe kein Tief, das hätten die Medien nur erfunden. Zuvor stellte er schon auf „Sky“ fest, Rapid sei eine kleine Familie, die zusammenhält, rund um die Uhr arbeite. Auch seine fleißige Staff.

Wie bitte? Djuricin widersprach sich selbst. Hatte er nicht zwei Runden zuvor nach der Niederlage gegen Admira in der Südstadt erklärt, für die erste Hälfte gäbe es keine Entschuldigung? Eine Woche später nach dem 1:1 gegen Sturm, zwei Punkte aus drei Runden  seien natürlich zu wenig. Alles schon vergessen, keine Anzeichen für ein Tief? Platz vier nach 24 Runden hinter der Admira, die nicht einmal die Hälfte des Rapid.Budgets hat, mag zwar nur eine Momentaufnahme sein, ist aber inakzeptabel für grün-weiße Ansprüche. Auch der Rückstand von 16 Punkten auf Tabellenführer Red Bull Salzburg, der mit dem 4:2 im Spitzenduell bei Sturm Graz praktisch schon im Februar sein Meisterstück lieferte, ist für die Möglichkeiten, die Österreichs populärster Klub mit dem modernsten Stadion hat, einfach zu groß. Und trotzdem ging Djuricin verbal in die Offensive, in der er auch versicherte, weit entfernt von zufrieden zu sein, Ergebnisse nicht beeinflussen zu können und am Ende auch belehrte, dass 40 Prozent der Tore nur mit Glück fallen.

Warum redet sich ein Trainer trotz Sieg, nach dem alle erleichtert durchatmen, nur so in Schwierigkeiten? Für die Spieler meinte Thomas Murg danach, er hoffte, das jetzt hoffentlich alle kapierten, „dass es nur so geht“. Jetzt sollt der p.r.-Berater, den Djuricin mit Wissen des unaufgeregten und umsichtigen Rapid-Pressechefs Peter Klinglmüller hat, dem Trainer verklickern, dass es so nicht geht, er sich cleverer verhalten sollte als in den letzten Wochen. Stichwort Derby und seine Kommentare zu den Eklatszenen.in den Tagen danach.

Austria kam anders als letzte Saison Rapid mit einem Trainerwechsel zuvor. Bei den Hütteldorfern passierte nach einem ebenso deprimierenden 1:2 bei der Admira nichts. Djuricin behauptet, der Druck, mit dem er bei Rapid leben müsse, härte ihn für die Zukunft ab. Wenn sich der 42jährige weiter so in Schwierigkeiten redet, ist diese Zukunft bei Rapid gefährdet. So stark sich Sportchef Fredy Bickel auch für die Vertragsverlängerung seiner „Erfindung“ Djuricin machen mag. Dann hilft nur Rapids erster Cupsieg seit 1995!

In der Bundesliga ist Platz zwei wieder in Reichweite, denn Winterkönig Sturm Graz holte aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt, ist heuer mit dem neuen Trainer Heiko Vogel ohne Sieg. Damit ist der Deutsche schon nach vier Runden mindestens ebenso unter Druck wie Djuricin.Vogels vorsichtige Marschroute daheim gegen Salzburg bei dem Match, in dem Sturm wieder an Platz eins  herankommen hätte können, war schwer nachvollziehbar: Passiv, Fünferabwehr, mit Deni Alar der bisher beste Torschütze der Grazer bis zur 77.Minute auf der Bank. Ebenso Winterkauf Jakob Jantscher. Sturm geriet trotz Führungstor 1:2 in Rückstand, wollte dann mehr riskieren, lief in Konter. Vogel übernahm Sturm mit einem Punkt Vorsprung auf Salzburg, hat jetzt schon zehn Rückstand, war aber bei der dritten Niederlage seiner Ära zu hundert Prozent mit der Leistung zufrieden. Da muss er über die Bücher gehen. Salzburg hat die offene Rechnung vom 0:1 im letzten August beglichen, ist in 28 Pflichtspielen hintereinander ohne Niederlage.Da zog Trainer Marco Rose zurecht vor seiner Erfolgstruppe, die in Österreich nicht zu stoppen ist, den Hut.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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