Vor den letzten sechs Gruppenspielen der Weltmeisterschaft waren nur noch drei dritte Plätze für den Aufstieg unter die letzten 32 zu vergeben. Das bedeutete mehr oder weniger: Der Verlierer von Österreich gegen Algerien könnte Sonntag früh aus der WM fliegen. Zu den Mannschaften, die fix im Sechzehntelfinale standen, gehörte erstmals Kap Verde. Der WM-Neuling aus dem Inselstaat vor der Nordwestküste Afrikas mit ungefähr 600.000 Einwohnern schaffte es mit drei Unentschieden, zuletzt mit 0:0 gegen Saudirabien in Houston. Der 40 jährige Torhtüer Vozinha hielt zum zweiten Mal die Null fest. Die Belohnung ist nächsten Samstag das Duell gegen Weltmeister Argentinien mit Lionel Messi in Miami.
Wenn Kap Verde in einer Gruppe mit Europameister Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien weiterkommt, dann muss das auch Österreich gegen Argentinien, Algerien und Jordanien möglich sein. Das wäre kein Wunder, wie in manchen Medien zu lesen war, sondern eigentlich die Normalität. Auch wenn Teamchef Ralf Rangnick oft betont, dass laut Opta-Datenbank die Österreich-Gruppe die schwerste aller zwölf sein soll. Algerien hat zwar nach Christoph Baumgartners Ausfall einen um 12,1 Millionen Euro höheren Marktwert, mit Linksverteidiger Ryan Ali-Nouri von Manchester City und Leverkusens Mittelfeldspieler Ibrahim Maza zwei Spieler, die mit 40 Millionen so hoch im Kurs stehen wie nicht einmal Konrad Laimer (32) – aber dennoch: Ein Wunder wäre es gewesen, hätte Österreich gegen Argentinien nicht verloren. Gegen Algerien wäre das die Normalität.
Laimer, Marcel Sabitzer und Stefan Posch sind mit einer gelben Karte vorbelastet. Für Rangnick kein Grund, auf einen der drei zu verzichten, damit sie in der k.o.-Phase sicher dabei sind. Er braucht alle drei für den Aufstieg. Für Laimer wird es ein besonderes Spiel: Sein Schwiegervater ist Algerier, seit vielen Jahren Integrationsbeauftragter bei Red Bull Salzburg. Bei Laimers Frau Ines Sarah wohnen wegen ihrer algerischen Wurzeln aber nicht zwei Seelen in ihrer Brust: Auch sie will, dass Österreich gewinnt und möglichst lange bei der WM bleibt. „Es spricht eigentlich immer viel für uns“, bemerkte Laimer nicht zu Unrecht. Jetzt muss man es nur auf den Rasen bringen, wie es so schön heißt. Wird Österreich Zweiter, wäre Europameister Spanien der Gegner, der in der Nacht auf Samstag Uruguay in Guadalajara 1:0 (1:0) besiegte, ohne dabei überzeugend zu wirken. Das Tor erzielte Alex Baena, der Linksaußen von Atletico Madrid, unter Mithilfe von Uruguays Torhüter Fernando Muslera, der deshalb ausgetauscht wurde. Uruguay schied mit nur zwei Punkten aus.
Neun der 16 Partien des Sechzehntelfinales standen bereits Samstag fest. Es beginnt Sonntagabend in Los Angeles. Kanada, das Team von Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch, trifft auf Südafrika. Weiter geht es Montag mit Deutschland – Paraguay in Boston und Brasilien – Japan in Houston. Dienstag trifft Norwegen in Dallas auf die Elfenbeinküste, Frankreich auf Schweden im Finalstadion New Jersey, Holland auf Marokko in Monterrey. In der Nacht auf Freitag geht es zwischen USA und Bosnien in San Francisco um das Achtelfinalticket, Freitagabend in Dallas zwischen Australien und Ägypten.
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