Eishockey

Wie sehr helfen vier Erfolgstage der Eishockeyliga?

Letzten Dienstag mit dem Online-Sportwettenanbieter bet-at-Home ein neuer Sponsor für die Eishockeyliga nach dem Rückzug der Erste Bank und das gleich für drei Jahre, Freitag die Aufnahme der Bratislava Capitals als erster slowakischer Verein. Vier Erfolgstage für Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger. Die Saison 2020/21 also mit zwölf statt zuletzt elf Klubs, mit acht aus Österreich, je einem aus Italien (Bozen), Tschechien, (Znaim), der Slowakei und Ungarn (Fehervar)? Da stehen noch sehr viele Corona-Fragezeichen dahinter sowie der Linzer Streit als „Sittenbild“ dieser Liga. Und daher helfen die vier Erfolgstage der Liga nur bedingt weiter. Daran würde sich auch wenig ändern, wenn es stimmt, dass Puls 4, bisher ohne Erfahrung im Eishockey, als Nachfolger von Servus TV der neue TV-Partner wird. Auch der ORF soll seine Bemühungen noch nicht eingestellt haben.

Künftig als zwei Capitals in der Liga. In Wien und wenige Kilometer entfernt in Bratislava, wo mit der 10.000 Zuschauer fassenden Ondrej Nepela-Arena, in der die letzte Weltmeisterschaft ausgetragen wurde die größte Halle der Liga, die 10.000 Zuschauer fasst, zur Verfügung stehen würde. Fragt sich nur, ob sie mit den Spielen der 2015 gegründete Bratislava Capitals zu füllen sein wird. Die waren vor dem Corona-Abbruch Tabellenführer der zweiten slowakiwchen Liga. Hinter dem Klub steht ein deutsches Augenlaserzentrum namens iClinic, das seinen Kunden anbietet, sie mit Privatjet zur Behandlung einzufliegen, wenn ihnen die Anreise über hunderte Kilometer zu beschwerlich sein sollte. Es gibt auch eine zweite Niederlassung in Klagenfurt, der Heimat des KAC, die Capitals-Präsident Ivo Durkovic leitet.

Mitte September sollte die Liga starten. Man muss kein Schwarzmaler sein, ob das für unrealistisch zu halten. Wenn im Fußball, also im Freien, auch im Herbst nur Geisterspiele möglich sein werden, wonach es derzeit aussieht, dann erst recht in Hallen. Aber ohne Zuschauer zu spielen, wie es derzeit sogar in Nordamerika die NHL in Erwägung zieht, um die am 12.März unterbrochene Saison fortsetzen und einen neuen Stanley Cup-Sieger krönen zu können, lehnen sowohl Feichtinger als auch die Vereine ab. Mit dem Hinweis, dass Emotionen zum Eishockey gehören. Dieses  Argument wird das Gesundheitsministerium nicht überzeugen können. Und dann muss man auch in Zweifel ziehen, ob es in fünf Monaten bereits eine Reisefreiheit nach Italien geben kann. Und auch hinterfragen, ab wann und unter welchen Auflagen die viel zu vielen Legionäre aus Nordamerika wieder nach Österreich  kommen können. Feichtinger behauptet, an Alternativplänen zu arbeiten.

Wenn es nach Corona weniger Legionäre als in der letzten Saison geben sollte, dann hätte das Virus sogar auch etwas positives für Österreichs Eishockey bewirkt. In Klagenfurt kursieren Gerüchte, wonach der KAC mit nur vier Legionären die Saison beginnen will. Sicher ist, dass alle Spieler mit Gehaltseinbußen leben werden müssen. Anders wird die Krise nicht zu bewältigen zu sein. An Abo-Verkäufe braucht derzeit kein Klub zu denken, solange es keinen fixen Terminplan gibt. Apropos KAC: Beim Meister, der im Play-off gegen die Linzer Black Wings 0:3 zurücklag, bekam Head Coach Petri Matikainen einen neuen Vertrag. Darf jedoch auf Befehl des allmächtigen Aufsichtsratschefs Hellmut Reichel seinen bisherigen Assistenten Jarno Mensonen nicht mehr mitbringen. Weil der durch seine schonungslsoen Video-Analysen einige Spieler zu sehr verunsichert habe. Das muss Matikainen ihm offenbar erlaubt haben. Also wäre logischerweise auch Matikainen „fällig“ für den Abschied gewesen. Meistergoalie Lars Haugen, der seit Dezember verletzt ausgefallen war, spielt nächste Saison in seiner Heimat Norwegen.

Wie der Streit um Linz zwischen den Black Wings und ihren Präsidenten Peter Freunschlag sowie dem neu gegründeten Linzer Eishockey Verein  um die bisherigen Vizepräsidenten Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch sowie den von Freunschlag im Alleingang entlassenen Manager Christian Perthaler beizulegen ist? Höchtwahrscheinlich gar nicht. Auch wenn die Linz-AG als Besitzer der  Eishalle inzwischen  Bereitschaft signalisierte, entgegen ersten Ankündigungen die Black Wings dort weiterspielen zu lassen. Wegen ihrer der baulichen Investitionen in die Arena. Auf Grund des Kabinenzubaus könnten beide Klubs in einer Halle unterkommen. Keine gute Lösung. Die Erfahrung machte man schon vor Jahrzehnten in Wien mit  WEV und Stadlau. Jetzt gibt es die Idee, Freunschlag großzügig finanziell abzufinden, damit er sozusagen das Eis räumt, den Namen Black Wings dem neuen Vereine überlässt.

 

Foto: EBEL Liga.

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