Eishockey

Im Eishockey fehlt die Vernunft! Derzeit am meisten in Linz

Am 3. April kündigte der Eishockeyverband nach gestelltem Antrag auf Kurzarbeit an, sich bei Hans Niessl, dem Präsidenten von Sport Austria, um Unterstützung für die Vereine kämpfen zu wollen. Auch für die acht, die in der internationalen Liga spielen und nach dem Abbruch der Saison mit Ausnahme der Salzburger Bullen und KAC wohl allesamt einige Probleme haben. Aber was in den eineinhalb Wochen seit damals passierte, ist eigentlich ein Plädoyer dafür, dass dies nicht unterstützt werden darf. Die Erste Bank als ehemaliger Liga-Sponsor  und Servus TV als Fernsehpartner werden sich in diesen Tagen wohl dazu gratulieren, den Rückzug angetreten zu haben.

Da sickerte durch, dass mit Taschenspielertricks über eine Hintertür wieder mehr Ausländer in die Liga geholt werden. Statt wie geplant zehn pro Klub, was ohnehin schon viel zu viel ist, könnten es nach der neuen Variante sogar 13 sein. Es folgte der Krieg oder die Schlammschlacht in Linz um die Black Wings, die alles übertrifft das bisher für ein schlechtes Image sorgte. So ramponiert man den Ruf der ganzen Eishockeyszene. Peter Freunschlag, der Präsident der Black Wings, wird nie mit solchen Konsequenzen aus der selbstherrlichen Kündigung von Langzeit-Manager Christian Perthaler und der Bestellung von Gregor Baumgartner zum Nachfolger gerechnet haben. Auch nicht, als die drei Vizepräsidenten Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch deshalb ihren Rückzug erklärten.

Freunschlag unterschätzte total die exzellenten Kontakte von Perthaler  zum Hauptsponsor Linz-AG, den Besitzer des Namenssponsors der Black Wings (Liwest) und der 4865 Zuschauer fassenden Eisarena (Bild oben), und dessen Boss Erich Haider. Die Folgen bekam Freunschlag zu spüren. Noch vor Ostern gründete sich um die drei ehemaligen Vizepräsidenten der Black Wings sowie um Perthaler ein neuer Klub mit dem sicher nur provisorischen Namen Linzer Eishockey Verein. Die renommierte Rieder Anwaltskanzlei Puttinger, Vogl & Partner lieferte dafür das  juristische Know-How. In erster Linie Peter Vogl, aus dem Fußball als streitbarer Ehrenpräsident von Ried sowie als ehemaliger Geschäftsführer von Red Bull Salzburg bekannt. Als dies bekannt wurde, fragten sich viele, wie das funktionieren soll, da es in Linz nur eine Eishalle und eine Trainingsfläche gibt.

Die wahren Paukenschläge folgten Dienstag: Die Linz AG verkündete durch  Haider, den Ende Mai auslaufenden Pachtvertrag mit den Black Wings für die Arena nicht zu verlängern. Damit fehlt ihnen die Spielstätte, die dem neu gegründeten Klub offen steht. Der suchte durch Vogl fristgemäß, einen Tag vor Ende der Anmeldefrist, bei Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger um Aufnahme für die kommende Saison auf, ohne noch einen einzigen Spieler unter Vertrag zu haben. Wirklich eine Situation, die es noch nie gab, die eigentlich die ganze Liga fordern wird. Vogl bat für den Linzer EV bei Feichtinger um die Übermittlung der Anforderungsliste, die Perthaler eigentlich bekannt sein müsste.

Wie geht das  weiter? Sicher nicht mit zwei Linzer Vereinen, weil die Black Wings keine Spielstätte mehr haben. Derzeit hat einer keine Spielstätte, der andere keine Mannschaft. Ligapräsident Karl Safron appellierte an die Vernunft, um zu einer Lösung im Sinne des Sports zu kommen. Man brauche Linz weiterhin als Standort. Klingt zwar nett, provoziert aber die Frage: Fehlt nur in Linz die Vernunft oder vielleicht in großen Teilen der Liga, die auf Kosten der österreichischen Spieler seit Jahren die Ausländer über alle Massen forciert? Gibt es nicht auch bei anderen Vereine ähnlich selbstherrliche Entscheidungen wie von Freunschlag? Agiert beim KAC nicht Aufsichtsratchef Hellmuth Reichel ähnlich? Nur er findet bei Heidi Goess-Horten, die den KAC finanziell seit vielen Jahren am Leben erhält, offene Ohren. Alle, die versuchten, die Klagenfurter etwas weniger von Goess-Horten und damit von Reichel abhängig zu machen, hatten kein langes Leben. Man frage nur bei Dieter Kalt nach, was ihm vor zwei Jahren passierte.

Feichtinger meinte, die Lösung des Linzer Problems könne nur innerhalb der Linzer Eishockeyfamilie erfolgen. Eine eigenwillige Vorstellung von einer Familie. Egal, wie die Schlammschlacht um die Black Wings ausgeht, wie die Gespräche der Liga-Geschäftsführung mit dem eingesessenen und dem neuen Verein beenden, welcher von beiden in die Liga kommt, was die anderen Klubs auf der Generalversammlung entscheiden werden: Das Image des Eishockeys in Österreich erleidet dadurch großen Schaden. Nicht nur, was das internationale Echo betrifft. Es wird nur Verlierer geben.

Foto: EBEL.

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