Fußball

Ein Trainer von Roland Linz fährt von Bad Tatzmannsdorf mit Nigeria zur WM: Gernot Rohr

Wenn Aleksandar Dragovic Mittwoch zum Treffpunkt von Österreichs Team vor dem Sonntag-Knaller gegen Brasilien nach Bad Tatzmannsdorf ins Avita-Hotel kommt, wird er dort zwei Mitspieler von Leicester treffen: Mittelfeldspieler Onyinye Ndidi, der im Herbst 2016 in der Europa League mit Genk gegen Rapid spielte, sowie den Stürmer Kelechi Iheanacho. Sie bereiten sich dort mit Nigeria auf die WM-Endrunde in Russland vor, kamen letzten Sonntag einen Tag nach dem 1:2 gegen England in Wembley ins Burgenland. 19 Legionäre sind dabei, Star Mikel John Obi spielte früher bei Chelsea, kassiert jetzt in China bei Tianjin Teda ab. Erste Wahl bei Englands Cupsieger Chelsea ist Flügelspieler Victor Moses, der 22jährige Alex Iwobi, Torschütze gegen England, zählt zu Arsenals Hoffnungen.

Die Nigerianer sind auf jeden Fall mit dem auffälligeren Autobus unterwegs als die Österreicher mit dem von den K&K-Reisen mit ihrem Kultfahrer Stefan Kutsenits. Mit sechs Schönheiten aus dem Lady´s Spa (Bild unten) als attraktiven Blickfang waren Kapitän Julian Baumgartlinger & Co noch nicht unterwegs, vielleicht werden solche kreative Ideen künftig auch für Rot-Weiß-Rot ein Thema. Dazu müsste der ÖFB die dafür zuständige Werbeagentur (Smolej&Friends), die auch für das neue Design des Wolfsberg-Busses zuständig war, kontaktieren.  Mit den Lady´s Spa-Schönheiten war Nigeria auch Mittwoch zum 0:1 im letzten Test gegen Tschechien nach Schwechat und zurück unterwegs. Die „Super Eagles“ waren die erste Mannschaft Afrikas, die sich für die WM qualifizierte, sie blieben in einer harten Gruppe mit Gegnern wie Kamerun und Algerien unbesiegt,sind im Aufwind. Das hängt auch mit ihrem Teamchef zusammen: De 65jährige Deutsche-Franzose Gernot Rohr (Bild oben Vierter von rechts neben Avita-Chef Peter Prisching) sorgte für den Aufstieg. Vielleicht geht sich für beide auch ein Plausch unter Experten aus: Rohr besitzt seit Jahrzehnten ein wunderschönes Hotel in der Bucht von Arcachan bei Bordeaux, in dem der ÖFB einige seiner VIP-Gäste bei der  WM 1998 unterbrachte, als die Österreicher in der Nähe von Bordeaux wohnten.

Rohr gehörte 1973 und 1974 als Mittelfeldspieler zum Kader von Bayern Münchens Meistermannschaft, feierte  aber danach seine größten Erfolge mit Girondins Bordeaux, wo auch 1989  seine Trainerkarriere begann. Von 2002 bis 2005 trainierte er Nizza, im Herbst 2004 auch einen Österreicher: Roland Linz, damals Teamstürmer, von der Austria leihweise an die Cote d´Azur gewechselt. Nach einem halben Jahr war das Kapitel wieder beendet. Im Sommer 2005 begann für Rohr auch ein kurzes Österreich-Kapitel als Nachwuchschef bei Red Bull Salzburg. Dazu war er in dieser Zeit auch elf Monate lang Trainer in der Schweiz beim jetzigen Meister Young Boys Bern.

Vor acht Jahren begann Rohr in Afrika zu arbeiten. Zunächst bei den eher bescheidenen  Teams von Gabun, Niger und Burkina Faso, ehe er 2016 bei Nigeria landete. Sofort mit der Verjüngung des Kaders begann, das Durchschnittsalter um fünf Jahre senkte. Als eine der größten Stärken von Rohr gilt die Pädagokik. Offenbar fand er in Nigeria das nötige Fingerspitzengefühl und den richtigen Ton. Mit dem WM-Ticket verlängerte sich der Vertrag bis 2020. Sensationell auf einem Schleudersitz, der vor Rohr in zwei Jahren fünf Trainer verbrauchte.

Argentinien mit Superstar Lionel Messi, Kroatien mit Champions League-Sieger Luka Modric als Kapitän sowie  Island beim WM-Debüt der Inselkicker sind die Vorrundengegner in Kaliningrad, Wolgograd und St.Petersburg. Rohr weiß, was man von ihm verlangt: Nicht nur den Aufstieg: „Es wird mindestens das Halbfinale erwartet“, erzählte er im Burgenland ganz ungerührt, „die Ambitionen sind unglücklicherweise etwas überzogen.“ Gegen Kroatien und Island spielte Nigeria bei der WM noch nie, gegen Argentinien gab es 1994, 2002, 2010 und 2014 in der Vorrunde vier Niederlagen mit je einem Tor Differenz. 1994 war das 2:1 in Boston Diego Maradonas 91.und letztes Länderspiel, danach wurde er des Dopings mit Ephedrin überführt, von der WM ausgeschlossen. Das letzte Testspiel im November gewann Nigeria in Krasnodar gegen den WM-Angstgegner 4:2: „Dabei hat allerdings Messi gefehlt“, weiß Rohr das richtig einzuschätzen, „aber jetzt wird uns Argentinien leider nicht unterschätzen.“

Bis Montag schöpfen die Adler noch Kraft aus dem pannonischen Reizklima. Dann geht´s im Bus mit den Schönheiten aus dem Lady´s Spa wieder zu Flughafen nach Schwechat. Bei der  WM gibt´s wieder einen „normalen“ Bus.

 

Foto: © Avita, Avita .

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