Fußball

Wir leben in einer perversen Welt oder Arnautovic muss liefern!

Montag Abend kürte die „Kronen-Zeitung“ Marko Arnautovic als den populärsten österreichischen Fußballer des Jahres 2018. Den Pokal überreichte Vizekanzler Heinz Christian Strache. Zwei Stunden später zuvor gab es eine Präsentation eines Buches von Christoph Hellmann und Egon Theiner, in dem Arnautovic eine nicht unwesentliche Rolle spielt.  Es heißt „Slimheli“. Das ist Helmut Zeiner, der die Stars tätowiert. Dazu waren unter anderem Ex-Teamkapitän Andi Ivanschitz, Ex-Teamspieler Ümit Korkmaz, Austria-Kapitän Alexander Grünwald sowie dessen Ex-Trainer Thorsten Fink gekommen. Ivanschitz hatte sich nach dem Tod seines Vaters von Zeiner am Rücken ein Kreuz und Tauben stechen lassen. Tauben, weil sein Vater auch Taubenzüchter war.

Viele Teamspieler, die Donnerstag Abend  Österreichs Hoffnungen zum Start in die EM-Qualifikation gegen Polen tragen, zählen zu den Kunden des „Slimheli“. Der früher Eishockeyspieler war. Oder ein losgelassener Amokläufer auf dem Eis, wie in dem Buch steht. Interessant  ist das Kapitel „Unterwegs mit den Stars“, in dem man unter anderem die Namen von Arnautovic, Aleksandar Dragovic, Peter Zulj und  Marcel Sabitzer liest, auch von Ex-Teamkapitän Christian Fuchs und  Ex-Teamstürmer Martin Harnik. Ebenso von Bayern-Star Franck Ribery unf David Alaba, der kein einziges Tattoo am Körper trägt. Der hingegen  in Zeiners Studio schon private Freunde „stach“, auch dabei talentiert sein soll. Für „Slimheli“ ist Alaba der Musterprofi schlechthin. Intelligent, konsequent und verlässlich mit vorbildhafter, privater Harmonie in seinem Familienleben.

Die Türöffner in die sogenannte große Fußballwelt war für Zeiner  Arnautovic, der 2009 gemeinsam mit Bruder Danijel in „Slimhelis“ damaliges Studio im zweiten Wiener Bezirk kam. Das war, als die Verhandlungen zwischen Twente Enschede und Inter Mailand um den Wechsel nach Italien in der Endphase waren. Arnautovic fragte den Tätowierer, ob  er auch nach Mailand kommen würde. Drei Wochen später logierte der „Slimheli“ im besten Mailänder Hotel, eingeflogen von Arnautovic, der ihn danach auch nach Bremen, Stoke und London  kommen ließ. Die Tattoos auf Armen, Beinen, Brust und Rücken von Arnautovic sind seit zehn Jahren auf vielen Fotos zu sehen. Passt irgendwie zur Devise des Buches, die heißt „wir leben in einer perversen Welt“. Interessant, was man als Tätowierer der Teamspieler erleben kann. Flüge im Privatjet auf die Urlaubsinsel Ibiza, dort Dinner auf einer gemieteten Yacht, bei dem Kellner einen Gang nach dem anderen bringen, zum Dessert Erdbeeren mit Champagner.

Das mit der perversen Welt trifft auch irgendwie auf die letzten sportlichen Monate von Arnautovic in London bei West Ham zu. Liebling der Fans, bei Trainer Manuel Pellegrini hoch im Kurs, eigentlich unanstastbar. Doch plötzlich bildeten sich der Bruder und er ein, dass der Traditionsklub nicht mehr gut genug ist. Die Topklubs der Premier Lague reagierten auf die „Arnautovic-Inserate“ nicht, plötzlich sollte China das Ziel der sportlichen Wünsche sein, wohl eher der finanziellen. Klappte aus irgendwelchen Gründen auch nicht. Aber seit damals ist Arnautovic bei den Fans unten durch, wird statt umjubelt ausgepfiffen, stand bei Pellegrini nur einmal in den Startelf. Das letzte Tor erzielte Arnautovic am 5.Jänner.

Jetzt beim Team streitet Arnautovic eine Krise ab, spricht von Pech infolge Krankheit und Verletzung. Versichert „happy zu sein“. Das alles kann er Donenrstag Abend zeigen. Als Spieler mit den meisten Einberufungen der Startelf gegen Polen muss der 29jährige liefern. Auch Teamchef Franco Foda, der  eigentlich bedingungslos zu ihm steht, alles deckt, was Arnautovic so macht.  Der steht in der Pflicht. Zugleich hat er gegen Polen die Chance, mit einer starken Leistung auch bei West Ham wieder gefragter zu werden. West Ham-Keeper Lukasz Fabianski, die Nummer zwei in Polens Team, würde Pellegrini sicher berichten, dass Arnautovic wieder der ist, der er letztes Jahr schon war.

Foto: © ÖFB (GEPA-Pictures.com).

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