Fußball

Für Lainer und Schlager muss Platz sein: Wird Österreich so gut wie Salzburg sein?

Manfred Zsak schaffte mit Österreichs  U 17 auf „neutralem“ Boden bei Antalya in der Türkei einen überragenden Start in die Eliterunde im Kampf um ein Ticket für die Europameisterschaft: 5:1 (3:0) gegen Rumänien, zwischen 16.und 39. Minute die 3:0-Führung herausgeholt. Zsak konnte sich über einen Supertag freuen. Wäre schön, wenn das am Donnerstag gegen 23 Uhr auch Franco Foda nach dem Startduell des Nationalteams gegen Polen im Happel-Stadion sagen könnte. Abgesehen vom Alter unterscheiden sich die Teams von Zsak und Foda auch in einem anderen Punkt ganz entscheidend: Bei Zsak nur ein Legionär, ein Mittelfeld mit Spielern der Wiener Großklubs, mit drei Austrianern und einem Rapidler, dem zweifachen Torschützen Deniz Pehlivan. Das kann´s im Nationalteam nicht geben. Da wird der einzige Grün-Weiße, Tormann Richard Strebinger, nicht erste Wahl sein, von Violett fehlt überhaupt einer im Aufgebot. Auch einen Torschützen von Sturm Graz (Nelson) wird´s beim ehemaligen Sturm-Trainer Foda Donnerstag nicht geben. Aber vielleicht  wie bei Zsak einen von Red Bull Salzburg. Das war in der Türkei Linksverteidiger Benjamin Böckle, dem ein Doppelpack gelang. Gegen Polen könnten zwei Salzburger beginnen: Stefan Lainer und Xaver Schlager, zuletzt beim 2:1 gegen Nordirland in Belfast als Schütze des Führungstors umjubelt (Bild oben). Für sie muss ein Platz sein. Egal, in welchem System. Ob mit drei Innenverteidigern oder Viererabwehr. Auch auf Kosten eines Legionärs. Egal, ob der Peter Zulj, Florian Grillitsch oder Valentino Lazaro heißen mag.

Die Leistung von Salzburg am letzten Donnerstag beim 3:1 gegen Napoli ist der Maßstab, an dem sich Österreichs Team gegen Polen messen lassen muss. So viel Leidenschaft, Laufarbeit, Aggressivität und Zweikampfstärke kann und muss man auch von den Legionären verlangen. Als Grundbedingung dafür, die Zuschauer zu gewinnen. 37.000 Karten waren Mittwoch verkauft, das gibt eine ansehnliche Kulisse, aber kein ausverkauftes Haus.  Wenn das Engagement stimmt, dann wird die Leistung gegen den Gruppenfavorit eine sein, für die man sich nachher unabhängig vom Resultat nicht entschuldigen muss. Man darf sich nicht vom der Tatsache, dass Polen unter Teamchef Jerzy Brzeczek in der Nations League kein Match gewonnen hat, täuschen lassen. Gegen Italien 0:1 und 1:1, gegen Portugal 2:3 und 1:1, das waren alles enge Partien.

„Unsere Identitätssuche sollte mit der  Nations League abgeschlossen sein“, meinte Teamkapitän Julian Baumgartlinger, „jetzt kann man gewisse Ansprüche haben“. Die von Foda heißen: Selbst aktiv sein, bei Ballverlust schnell auf Defensive umschalten, den Gegner früh anlaufen, bei Balleroberung schnell nach  vorne spielen. Abwarten, wie es gelingt. Foda glaubt, man brauche mindestens 70 starke, überzeugende Minuten pro Spiel, im Idealfall wären es natürlich 90, um die Qualifikation zu schaffen. Es wäre ganz schlecht, die mit einer Heimniederlage zu beginnen. Auch wenn es gegen Könner wie Robert Lewandowski geht. Das würde die Aufgabe am Sonntag gegen Israel in Haifa noch komplizierter machen. Bei tipp 3 (siehe unten) stehen die Quoten auf Österreichs Sieg bei 2,20, auf den von Polen höher, bei 3,00. Generell wird bereits ein Wettaufkommen wie beim Hype in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 registriert.In der es keine Niederlage in zehn Partien gab. Die Neuauflage wäre eine mittlere Sensation.

Israels Sportchef mit ÖFB-Vergangenheit, Willi Ruttensteiner, sowie Teamchef Andi Herzog lassen das Match in Wien von Heinz Hochhauser, der bei der letzten erfolgreichen EM-Qualifikation als Scout für Teamchef Marcel Koller tätig war, beobachten. Der ehemalige Sportchef von Red Bull Salzburg, früher Trainer der Wiener Austria und von Ried, prophezeit: „Defensiv wird es für Österreich schon passen, die Probleme werden eher in der Offensive  liegen.“ Ruttensteiner und Herzog sehen in Österreich vor der Qualifikation die Mannschaft mit der größeren Qualität als Israel. Die Israelis müssen Donnerstag in Haifa gegen Slowenien auch um die Fans kämpfen. Trotz der Heimsiege über Schottland und Albanien in der Nations League werden  gegen die Slowenen nicht viel mehr als 15.000 Zuschauer in Haifa erwartet. 30.000 passen ins moderne Sammy Ofer-Stadion. Die würden vielleicht Sonntag kommen, wenn dem Team um Salzburg-Torjäger Munas Dabbur ein Sieg gegen die Slowenen gelingt.

 

 

 

Foto: tvthek.orf.at.

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