Fußball

Wo kann es in Österreich zum nächsten Trainerwechsel kommen?

Florian Kainz und Dejan Ljubicic kennen seit Donnerstag den Trainer, der sie beim 1. FC Köln vor dem Abstieg retten soll. Eine Legende des Hamburger Kultklubs St. Pauli. Beidem war der 46 jährige Timo Schulz alles. Von Spieler, Jugend-Coach, Co-Trainer bis zum Chef. Zu seinen Spiekern gehörte zwischen 2020 und 2022 auch Rapids Kapitän Guido Burgstaller. Letzten Sommer begann Schultz in der Schweiz beim FC Basel, durfte allerdings nur elf Spiele oder nicht einmal drei Monate bleiben. Dort wurde der Ostfriese auch Opfer einer wilden Transferpolitik und interner Machtkämpfe. Der Klub verkaufte für mehr als 50 Millionen Spieler, wurde selbst auf dem Transfermarkt zu spät aktiv. Von den Neuen schlug vorerst noch keiner wirklich ein. Auch nicht Yusuf Demir, die Galatasaray-Leihgabe aus Wien.

Bei Köln wird Schultz wegen der Transfersperre keine neuen Spieler bekommen. Das erste Vieraugengespräch mit Kapitän Kainz endete nach 15 Minuten mit einem Lachen. Köln ist der vierte Bundesligaklub, der in dieser Saison den Trainer wechselte, in der zweiten Liga entschlossen fünf der 18 Klubs zu diesem Schritt. Die Bilanz in Österreich: Zwei Wechsel in der Bundesliga (bei Rapid, weil Sportchef Markus Katzer die Nerven verlor und seine Macht demonstrierte, und Austria Lustenau, wo Andreas Heraf Donnerstag erstmals das Training leitete), aber gleich siebe,n in der zweiten Liga. Bei DSV Leoben, St. Pölten, Schlusslicht Amstetten, Lafnitz, der zweiten Mannschaft von Sturm Graz, Schwarz Weiß Bregenz und Stripfing sind nicht mehr die gleichen Trainer im Amt wie zu Beginn der Saison. Bei Bregenz und Stripfing ging die Initiative aber nicht vom Klub aus.

Wo kann es in Österreich zum nächsten Trainerwechsel kommen? Der LASK ist immer für eine Überraschung gut, bei Austria bleibt abzuwarten, ob das Treuebekenntnis zu Michael Wimmer hält, falls es nicht mit der Qualifikation für die Meisterrunde klappt.  In der zweiten Liga könnte sich unerwartet etwas in Wien beim Floridsdorfer AC anbahnen. Es ist kein Geheimnis, dass der 40 jährige Mitja Mörec (Bild), der seit April 2021 im Amt ist, ein Angebot aus seiner slowenischen Heimat hat. Vom NS Mura, für den er selbst noch gespielt hatte, bei dem er zwischen 2015 und 2017 Sportdirektor war. Jetzt muss Mörec für sich entscheiden, was ihn mehr reizt. Der Vierte der zweiten Liga in Österreich oder der Sechste der slowenischen Zehnerliga. Der Aufstieg wird beim FAC nicht nur in dieser Saison kein Thema sein. Mit dem Klub aus der Stadt Murska Sobota kann man in Slowenien aber auch keine Bäume ausreißen.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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